Freitag, 2. Juni 2017

Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten

Heute: Die Titelgeschichte des Büchleins

“Es war ein Samstagnachmittag. Barbara, Brunhilde und ich saßen wie alle 4 Wochen in der Bruder-Klaus-Kirche direkt vor dem Beichtstuhl und warteten auf Pfarrer K, der, wie dem Kirchenblättl zu entnehmen war, immer „zur vollen Stunde“ die Beichte abnehmen wollte. Wir waren pünktlich zur Stelle, nach 10 Minuten hatten wir unser Gewissen sorgfältig erforscht und waren genau darüber informiert, was die beiden anderen beichten wollten. Dann warteten wir und wussten nicht so recht, was wir tun sollten. Die erste volle Stunde verging. Die zweite volle Stunde verging. Noch immer keine Spur von Pfarrer K. Wir er­zählten, lachten und kicherten und ärgerten uns, denn hinterher musste man beichten: „Ich habe in der Kirche erzählt, gelacht und gekichert.“ Dabei konnten wir doch überhaupt nichts dazu und hatten es auch nicht vorsätzlich getan.

Aber an diesem Beicht-Samstag sollte es erst gar nicht erst zum Beichten kommen. Und es sollte auch nicht zu einem „Ich-spreche-dich-los-von-deinen-Sünden-im-Namen-des-Vaters-und-des-Sohnes-und-des-Heiligen-Geistes-amen-gehe-hin-in-Frieden“ kommen. Stattdessen geschah etwas Unvorhergesehenes, etwas Entsetzliches, was alle unsere Pläne über den Haufen warf und uns den ganzen Samstag gründlich verdarb.

Während wir zu dritt vor dem Beichtstuhl auf Herrn Pfarrer K warteten, begannen wir uns allmählich zu langweilen. Wir langweilten uns so furchtbar, dass es vor lauter Langeweile fast nicht auszuhalten war. Ich stand ein bisschen auf, um mir die Beine zu vertreten und spazierte in der Kirche umher. Ich schaute mir die ausgelegten Heftchen und Broschüren an, betrachtete Bilder und Kircheninventar. Inzwischen hatten sich die beiden anderen zu mir gesellt und wir wanderten zu dritt durch den Kirchenraum. Es war richtig unheimlich so alleine im stillen Halbdunkel; das Herz klopfte uns bis zum Hals.

Endlich blieben wir links unterhalb der Stufen zum Altar stehen. Hier befand sich der Tabernakel. Der Tabernakel! Vom Kommunionsunterricht wussten wir, dass man vor dem Tabernakel eine Kniebeuge machen musste, weil das etwas ganz Heiliges ist und weil in dem kleinen Schrank die geweihten Hostien aufbewahrt werden. Wir machten also eine Kniebeuge und standen völlig ergriffen da. Direkt beim Tabernakel war auch das Ewige Licht. Im Religionsunterricht hatten wir gelernt, dass das rote Lämpchen immer brennt und niemals ausgeht. Das rote Glas um das Licht herum sollte uns an das Blut Christi erinnern und das Ewige Licht selbst sollte uns sagen, dass sich Gott immer hier im Raum befindet. Es war gespenstisch und faszinierend zugleich, dass dieses Licht ewig war und immer brannte. Denn vom Weihnachtsbaum zu Hause wussten wir ja, dass die Kerzen auch einmal zu Ende waren und dann das Licht ausging. Aber das Ewige Licht in der Kirche, so hatte es Pfarrer K gesagt, brannte immer und ewig, genau deswegen hieß es auch so, und das war das absolut Geheimnisvolle und Unglaubliche daran.

Ehrfürchtig hingen wir mit unseren drei Köpfen nur wenige Zentimeter über dem Ewigen Licht und staunten es respektvoll an. Von dieser Nähe aus hatten wir es vorher noch nie betrachten dürfen. Wir spürten seine Wärme und in unseren Herzen breitete sich eine andächtige Stimmung aus …

Bis ich plötzlich die Situation, wie wir da mit roten Gesichtern fromm über dem Kerzenlicht hingen, urkomisch fand – und vor Lachen explosionsartig herausprustete. Brunhilde und Barbara zogen ihre Köpfe erschrocken zurück. Eine von ihnen schrie sogar entsetzt auf. Ich hatte das ewige Licht ausgepustet!

Dann ging alles sehr schnell. Meine beiden Freundinnen nahmen die Beine unter die Arme und rannten panikartig los. Den Weg von der Kirche nach Hause, für den wir sonst eine Viertelstunde brauchten, legten sie in rasantem Sprint und in rekordverdächtigen fünf Minuten zurück. Ich stand alleine da und überlegte, ob ich weiter auf Pfarrer K warten und ihm im Beichtstuhl vom ausgeblasenen Licht berichten sollte. Aber irgendwie wurde mir unheimlich und beklommen zu­mute und die Sache mit dem Ewigen Licht erschien mir immer ungeheuerlicher, also verließ ich ebenfalls eilig die Kirche. Draußen vor der Tür traf ich auf den Messner Gottfried, von uns „Gottl“ genannt, der gerade in die Kirche hineinwollte. Im Vorbeirennen teilte ich ihm mit japsender Stimme mit: „Das Ewige Licht ist aus“. Dann machte ich mich schnell aus dem Staub und verbrachte einen schweigsamen Samstagabend zu Hause.

Wie die Geschichte weitergangen ist, weiß ich nicht. Am nächsten Morgen bei der Sonntags­messe brannte das Ewige Licht wie immer und tat so, als sei es niemals aus gewesen. Brunhilde, Barbara und ich sahen es mit Erstaunen und großer Erleichterung.

Aber immer, wenn danach noch irgendwann einmal vom „Ewigen Licht“ die Rede war, schauten wir uns mit bedeutungsvollen Mienen an. Wir wussten nun ja Bescheid; uns brauchte man mit solchen Märchen gar nicht mehr zu kommen.”

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Warum Pfarrer K mir das Kommunionskränzchen von Kopf riss
Brunhilde beichtet, dass sie aufs Klo muss

Aus: Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten
Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche. 
Brigitte Stolle 2016.

 Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten - Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche. Brigitte Stolle 2016 ... Warum Pfarrer K mir das Kommunionskränzchen vom Kopf riss_Erste Heilige Kommunion Edingen 1968
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Mittwoch, 31. Mai 2017

Mimette, América und der Glücksprinz

América" von T. C. (Tom Coraghessan) Boyle und Katze Mimette im Garten

Katze Mimette, etwas erschöpft nach ihrer aktuellen Lektüre “América” von T. C. (Tom Coraghessan) Boyle. Wenn ich zu dieser Geschichte in 1 Satz etwas sagen müsste, dann vielleicht dies:

Wer glaubt, dass Pechsträhnen und Katastrophen eines einzigen Menschenlebens auch einmal ein Ende haben müssten, erfährt beim Lesen von “América” auf witzige Weise: Ein bissl was geht immer noch :-)

Sensiblen Lesern und Leserinnen meines “Glückprinzen“, die bereits dieses Buch für starken Tobak hielten, sei versichert, dass die Kümmernisse und Tragödien meiner Kathie ein wahrer Dreck dagegen sind.

Brigitte Stolle: Glücksprinz - Mannheimer Krimistück in 8 Tagen (Krimi, Regionalkrimi, Psychologischer Roman, Milieustudie)
Glücksprinz - Mannheimer Krimistück in 8 Tagen

Stundenbuch des Herzogs von Berry … Kalenderblatt MAI

Das Stundenbuch des Herzogs von Berry aus dem 15. Jahrhundert ist eine der berühmtesten illustrierten Handschriften und ein Höhepunkt der spätmittelalterlichen Buchmalerei. Die Miniaturen stammen von den Brüdern Paul, Hermann und Jean von Limburg. Der Originaltitel des “Stundenbuches”: Les Très Riches Heures du Duc de Berry. Besonders die Kalenderblätter sagen viel über mittelalterliche Traditionen und Moden aus. Jedes einzelne Kalenderbild lädt zum Betrachten und Beobachten ein; wunderbar sind die Details ausgearbeitet … der Betrachter nimmt teil am Leben und Treiben der herzoglichen Umgebung. Kleine Kunstwerke!

Hier das Kalenderblatt für den Monat Mai. “C’est le mai, c’est le mai, c’est le joli mois des mai!” - “Das ist der Mai, das ist der Mai, das ist der schöne Monat Mai!” Zu sehen ist ein heiterer Reitausflug junger Leute aufs Land. Traditionell wurden von diesen Maiausritten grüne Zweige mit nach Hause gebracht. Auch der Herzog von Berry nahm in seiner Jugend gerne an solchen Ausritten teil. Vorher wurden bei Hof Kleidung aus dem Stoff “vert gai” (= fröhliches Grün) verteilt, die man “livrée de mai” (= Maigewand) nannte. Die ganze Szene spielt in einem Wald; im Hintergrund sind spitze hohe Türme zu sehen. Handelt es sich dabei um das Palais de la Cité in Paris? Die Meinungen gehen auseinander.

Dienstag, 30. Mai 2017

Kleines Schnecklein, du

Haiku von Issa Kobayashi
(1763 – 1827):

Katatsumuri
sorosoro nobore
fuji no Yama.

Kleines Schnecklein, du
besteige ihn ganz langsam,
den Fuji-Berg.

Schnecke Schneckenhaus lahme Schnecke Weinbergschnecke Schneckengedicht ... Foto: Brigitte Stolle
Foto (s): Brigitte Stolle

Mittwoch, 17. Mai 2017

Brunhilde beichtet, dass sie aufs Klo muss

“Auch nach der Ersten Heiligen Kommunion mussten wir weiterhin regelmäßig zur Beichte gehen. Pfarrer K hatte „alle 4 Wochen“ angeordnet. Die Termine dazu fand man im Kirchenblättl; sie änderten sich nie: „Beicht zur vollen Stunde“ stand da – und es war immer am Samstagnachmittag. Meist zog ich so gegen 13.30 Uhr von zu Hause los. Ich ging nie alleine zum Beichten in die Bruder-Klaus-Kirche, sondern mit den beiden Nachbarsmädchen Brunhilde und Barbara. Wir setzten uns nebeneinander auf eine Bank vor dem Beichtstuhl und warteten auf Pfarrer K. Das Sakrament der Buße war ein genau einstudierter und fleißig auswendig gelernter Vorgang: Zuerst musste man ganz still dasitzen und sein Gewissen erforschen. Als Gedächtnisstütze half der „Beichtspiegel“, der ganz vorne im Gebetbuch steht. Im Kommunionsunterricht hatten wir ihn auswendig gelernt. Pfarrer K wollte, dass wir zu jedem einzelnen Punkt zuerst die Zahl und die Überschrift sagten und dann eine dazu passende Sünde. Also: 1. Leben mit Gott – 2. Heilige Namen und Dinge – 3. Sonn- und Feiertage – 4. Eltern und Vorgesetzte – 5. Nächstenliebe – 6. Schamhaftigkeit und Keuschheit – 7. Eigentum – 8. Wahrhaftigkeit und Ehre …

Zu „6. Schamhaftigkeit und Keuschheit“ sagte Pfarrer K, sollten wir nur die Zahl und die Überschrift sagen, dann eine kleine Pause machen und anschließend gleich zu „7. Eigentum“ übergehen, denn zu „Schamhaftigkeit und Keuschheit“ hätten wir noch nichts zu beichten. Genau so machten wir das und eigentlich beichteten wir immer das Gleiche oder ganz Ähnliches. Man konnte sein Ge­wissen noch so sorgfältig erforschen, es blieb doch meist bei: „Ich habe heilige Namen und Dinge ehrfurchtslos ausgesprochen.“„Ich hatte keine Lust, sonntags zur Heiligen Messe zu gehen.“„Ich war frech und patzig zu meiner Oma.“„Ich habe meine Hausaufgaben schnell und widerwillig hingeschmiert.“„Ich habe mit Brunhilde im Hof Klicker gespielt, verloren, aber behauptet, ich hätte gewonnen, ihr den Klicker geklaut und mich damit schnell davongemacht.“

An Letzteres erinnerte mich Brunhilde beim Warten vor dem Beichtstuhl: „Du musst auch das mit dem Klicker beichten“, flüsterte sie schadenfroh. Denn natürlich tauschten wir uns gegenseitig aus. Wir überlegten gemeinsam, ob Horoskope lesen zu „Aberglaube“ gehörte und ob das eine schwere oder eine lässliche Sünde sei. Und hatte man „andere zur Sünde verführt“, wenn man ihnen ihr Horoskop vorgelesen hatte? Wir konnten uns nicht recht einigen. Brunhilde wollte beichten, dass sie nicht andächtig genug gebetet hatte und Barbara war streitsüchtig mit ihrer Schwester gewesen. Oh, gute Idee – das wollte ich auch nehmen. Da ich keine Schwester hatte, war ich eben streitsüchtig mit meinem Bruder gewesen. Außerdem hatte ich ein Stück Obstkuchen mit Sahne unmäßig und gierig hinuntergeschlungen.

Erst wenn das Gewissen sorgfältig erforscht war, man sich gesammelt hatte, echte Reue empfand und ein kleines Gebet gesprochen war, durfte man mit einem „Gelobt sei Jesus Christus“ zu Pfarrer K in den Beichtstuhl eintreten. Der Pfarrer antwortete: „In Ewigkeit, amen“. Man kniete sich hin und begann mit: „In Demut und Reue bekenne ich meine Sünden. Meine letzte Beichte war vor 4 Wochen.“ Und dann ging’s los mit den Sünden: „1. Leben mit Gott – 2. Heilige Namen und Dinge …“

In der Kirche war es an Samstagnachmittagen ganz still. Die anderen, die vor dem Beichtstuhl warteten, konnten gut mithören, was drinnen gebeichtet wurde. Auf diese Weise bekam man noch die eine oder andere Anregung mit dazu. Ich hörte zum Beispiel ein Kind beichten, dass es ein anderes von der Predigt abgehalten hatte, indem es er­zählte, was gestern als Abendessen auf dem Tisch stand. Diese Idee fand ich so gut, dass ich sie gleich aufgriff und in meinem Sündenkatalog mit aufnahm. Damit es nicht wie geklaut aussah und Pfarrer K sich nicht immer das gleiche anhören musste, wandelte ich die Geschichte leicht ab: Ich hätte am Sonntag die Barbara neben mir in der Kirchenbank beim Beten gestört, in dem ich gefragt hatte, ob sie lieber Erdbeer- oder Schokoladen-Eis äße. „Und?“, fragte Pfarrer K, „was mag sie denn nun lieber?“ Da kniete ich dann ganz schön dumm da, denn ich wusste es ja nicht.

Leider war es so, dass Pfarrer K oft gar nicht „zur vollen Stunde“ kam, wie es im Kirchenblättl stand, sondern erst zur nächsten oder übernächsten vollen Stunde. An einem Samstagnachmittag war es ganz besonders schlimm. Pfarrer K kam und kam nicht. Nicht zur nächsten und auch nicht zur übernächsten vollen Stunde. Ob er wohl zu einer „Letzten Ölung“ gerufen worden war? Oder hatte er nur keine Lust darauf, sich unsere Kinderbeichten anzuhören? Sonst war niemand da, der beichten wollte. Wir zappelten auf der Kirchenbank herum, hatten uns schon erzählt, welche Bücher wir gerade lasen, welchen Buben in der Klasse wir am süßesten fanden und was wir jetzt im Moment am liebsten essen würden.

Plötzlich musste Brunhilde dringend aufs Klo.

In der Kirche gab es kein Klo und der Kinder­garten neben der Kirche war am Samstag zu. Wir warteten, zappelten weiter und litten mit Brun­hilde mit. Nach einer weiteren halben Stunde sagte Brunhilde, dass sie es nun nicht länger aushalten könne und schnell nach Hause aufs Klo gehen müsse. Sie klappte endgültig ihr Gebetbuch zu – da erschien Pfarrer K.

Wir ließen Brunhilde als erstes zu ihm in den Beichtstuhl hinein; sie war ja schon ganz blass. Von draußen hörten wir sie sagen: „Gelobt sei Jesus Christus – Herr Pfarrer ich muss aufs Klo“.

Die Geschichte ist gut ausgegangen: Brunhilde wurde ins Pfarrhaus zur Mutter von Pfarrer K geschickt, durfte dort endlich aufs Klo und konnte danach noch einmal in aller Ruhe ihre Sünden beichten. Manchmal war der Pfarrer K ein ganz netter.”

 Weitere Geschichten:
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Als ich bei der Predigt an Gabis Blinddarm dachte und wie ein Sack umfiel
Warum Pfarrer K mir das Kommunionskränzchen von Kopf riss

Aus: Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten
Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche. 
Brigitte Stolle 2016.

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Freitag, 12. Mai 2017

Die Bremer Stadtmusikanten

Beim Wieder-Lesen der todtraurigen Geschichte von den Bremer Stadtmusikanten:

” … Ach”, sagte der Hund, “weil ich alt bin und jeden Tag schwächer werde, auch auf der Jagd nicht mehr fort kann, hat mich mein Herr wollen totschlagen, da hab ich Reißaus genommen; aber womit soll ich nun mein Brot verdienen?” - “Weißt du was”, sprach der Esel, “ich gehe nach Bremen und werde dort Stadtmusikant, geh mit und laß dich auch bei der Musik annehmen. Ich spiele die Laute, und du schlägst die Pauke …”

habe ich in meinen “Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm” eine längst verschollen geglaubte alte Handarbeit wiederentdeckt: Ein auf einen Stoffstreifen gesticktes Lesezeichen (Buchzeiger) mit den vier Bremer Stadtmusikanten (Esel, Hund, Katze, Hahn).

Wer sich da wohl vor rund 100 Jahren diese Mühe gemacht hat?

Märchen der Gebrüder Grimm. Handarbeit: Ein auf einen Stoffstreifen gesticktes Lesezeichen (Buchzeiger) mit den vier Bremer Stadtmusikanten (Esel, Hund, Katze, Hahn) ... Foto: Brigitte Stolle, Mannheim
Foto (s): Brigitte Stolle

Samstag, 29. April 2017

Wo ist Prof. Dr. Brinkmann?

Lange habe ich hin- und herüberlegt, ob ich meinen “Offenen Brief” an die Notaufnahme des Mannheimer Diakonissenkrankenhauses vom 21. April 2017 auf meiner Homepage veröffentlichen soll. Passt dieser starke Tobak überhaupt auf meine Autorinnenseite mit den farbenfrohen botanischen, literarischen, kulinarischen und regionalen Einträgen? Werde ich meine treuen Leser und Leserinnen erschrecken und vergraulen? - Seit gestern liegt mir nun eine Rückantwort des Chefarztes der Klinik für Neurologie am Diakonissenkrankenhaus vor. Ich finde diese Stellungnahme im Großen und Ganzen recht positiv und habe mich daher für eine Veröffentlichung entschieden. Aber lesen Sie selbst …

Offener Brief an die Notaufnahme des Diakonissenkrankenhauses Mannheim ... Neurologie ... Kritik, Erfahrungsbericht, Stellungnahme ... Gehirntumor, Gehirnmetastase ... Fotos: Brigitte Stolle, Mannheim
Von der Schwierigkeit, in der Not Hilfe zu finden
oder: Wo ist Prof. Dr. Brinkmann?

Sehr geehrte Damen und Herren,

in seinem Leitbild bezeichnet sich das Diakonissenkrankenhaus selbst als „soziales Unternehmen“ mit „christlichen Wertvorstellungen“. „Wir sehen den Menschen umfassend“ heißt es da.

Ich habe andere Erfahrungen gemacht: Ich war in Not und konnte in der Notaufnahme des Diakonissenkrankenhauses keine oder doch nur sehr wenig Hilfe finden.

Die Vorgeschichte ist ein Mamma-Carcinom, das 2014 diagnostiziert worden. In der Folge wurde ich mit Chemotherapie und Bestrahlungen therapiert. Dazwischen lag eine Brust-OP im Diakonissenkrankenhaus.

Anfang 2017 kam es zu weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die sich rasch dramatisierten: Kopfschmerzen, Schwindel, Krämpfe, Gangabweichungen, Doppelbilder. Hausärztin und Onkologe überwiesen an neurologische Fachärzte. Trotz telefonischer Hinweise auf die Dringlichkeit: Wartezeit 1 bis 2 Monate.

Im Februar waren die Kopfschmerzen unerträglich, ich konnte nicht mehr alleine laufen und versuchte, mich mit Schmerzmitteln bis zum Neurologentermin über Wasser zu halten.

Ein Fall für die Notaufnahme? Am 14. Februar schrieb mir die Hausärztin eine Einweisung ins Diakonissenkrankenhaus Mannheim aus.

Mein Mann fuhr mich gleich hin, stützte mich bis zum Wartebereich der Notaufnahme und schließlich bis zur Tür der Notaufnahme selbst, hinter der ich dann für rund 3 Stunden verschwand. Mir wurde eine Liege zugewiesen, der Blutdruck wurde gemessen: Hypertensive Entgleisung 200/130. „Wir können ja nicht jeden stationär aufnehmen, der aus Angst vor weißen Kitteln einen hohen Blutdruck bekommt“, sagte die diensthabende Ärztin. Mein Hinweis, dass ich aus neurologischen und nicht aus kardiologischen Gründen hier sei, wurde nicht besonders ernst genommen. Immerhin wollte mich ein Neurologe untersuchen, hatte dann aber keine Zeit und schickte eine junge Kollegin. Übliche Vorgehensweise: „Folgen Sie mit den Augen meinem Finger“, Klopfen mit dem Hämmerchen ans Knie, Aufforderung zu torkeligen Gehversuchen …

Meine Ängste, einen Gehirntumor zu haben, wurden lächelnd beiseitegeschoben. Das glaube sie nicht, meinte die Neurologin. Trotz meiner Krebs-Vorgeschichte, bei der eigentlich sofort alle Alarmglocken heftig klingeln müssten, wurde nach einfachen Lösungen gesucht: Ich sei eben eine ängstliche Persönlichkeit und habe deshalb auch Angst vor einem Tumor sowie Angst, beim Gehen zu fallen. Und ob ich es wegen der Krämpfe in Füßen, Waden, Oberschenkel und Rücken schon mal mit Magnesium probiert hätte? (Hausmittelchen, die bereits meine Oma empfehlen konnte.)

Zwar wurde im Rahmen der Anamnese brav notiert: „Patientin habe Angst, Gehirntumor zu haben“, nach der Normalisierung meines Blutdrucks wurde ich jedoch ohne weitere Hilfe wieder in die Freiheit entlassen … einfach nach Hause geschickt. Zum Glück wurde mir noch ein ambulanter Termin für eine cMRT am 24. Februar mitgegeben, also ganze 10 Tage später. Und dies auch nur, weil meine Hausärztin, wie ich erst später erfuhr, telefonisch vehement auf eine solche Untersuchung bestanden hatte. Das Diakonissenkrankenhaus selbst hätte mich wohl in dieser Sache völlig im Stich gelassen.

Ich wurde also nach Hause geschickt, musste mich ohne Hilfestellung unsicher an den Wänden zum Ausgang aus der Notaufnahme tasten, ohne diesen Ausgang in meiner Benommenheit finden zu können. Erst als ich mich in meiner Verwirrung an eine Krankenschwester wandte, bekam ich einen Arm zur Stütze geboten und fand endlich meinen verzweifelten Mann wieder, der stundenlang keinerlei Informationen über das Prozedere in der Notaufnahme erhalten hatte.

Insgesamt fand ich die dortige Behandlung menschenverachtend. Meine Schwägerin, selbst Ärztin, weiß von mürrischen und aggressiven Patienten und Angehörigen zu berichten, die den Ärzten der Notaufnahme das Leben extrem schwer machten, von Patienten, die wegen geringfügiger „Wehwehchen“ die Notaufnahme aufsuchten anstatt zuerst zu ihrem Hausarzt zu gehen. Ja, das mag sein. Dennoch hätte ich Ärzten und Ärztinnen differenziertere Beurteilungen ihrer Patienten zugetraut und fand es ungeheuerlich, dass hier Menschen wie lästige Störfaktoren über einen Kamm geschoren und abgearbeitet wurden, zumal ich zu keiner Zeit auch nur annähernd fordernd oder gar aggressiv aufgetreten bin.

Zehn Tage Warten auf eine weiterführende Untersuchung (laut der anwesenden Neurologin „dürfe“ man angeblich keine Patienten aus der Notaufnahme einfach so zum cMRT schicken) sind eine grausam lange Zeit, wenn man in der Wohnung gefangen ist, weil man es die zwei Stockwerke ohne Fahrstuhl nicht mehr ins Freie hinunterschafft, wenn man sich vom Sofa zur Toilette nur von einem Stuhl zum nächsten entlanghangeln kann, wenn die Beschwerden und Ausfälle immer größer werden – und die Angst sowieso.

Am 24. Februar brachte mich mein Mann irgendwie zur Praxis für Radiologische Diagnostik ins Diakonissenkrankenhaus Mannheim. Die MRT-Untersuchung ergab eine Metastase im Kleinhirn. Meine Beschwerden und neurologischen Ausfälle passten genau zu dieser Raumforderung im Gehirn. Der Arzt, der mir das Untersuchungsergebnis mitteilte, meinte, man hätte mich vor 10 Tagen nicht nach Hause schicken dürfen und begleitete mich in die Notaufnahme, wo ich erneut längere Zeit auf einer Liege verbrachte. Anderes Personal, zielgerichteteres Vorgehen, plötzlich doch so etwas wie menschliche Zuwendung und Bemühungen. Ich wurde stationär in der neurologischen Abteilung aufgenommen, wo man mir nach weiteren Untersuchungen mitteilte, dass man an dieser Stelle im Kleinhirn nicht operieren, sondern nur mit Bestrahlung und Chemotherapie therapieren könne. Man wolle mich jedoch an das Mannheimer Universitätsklinikum weiterreichen.

Bereits am kommenden Montag, dem 27. Februar, wurde von den dortigen Neurochirurgen (in meinem Fall von einer Neurochirurgin) die Resektion des etwa rosenkohlgroßen Tumors vorgenommen. Es folgten 3 Wochen stationärer Aufenthalt in der Neurochirurgie und 2 Wochen stationäre Bestrahlung in der Klinik für Radioonkologie (1 Gamma-Knife-Bestrahlung, 10 Ganzkopf-Bestrahlungen). Eine Chemo- und Antikörpertherapie werden sich anschließen.

Ich bin immer noch stark beeinträchtigt und nur mit Rollator ein wenig mobil. Mein rechtes Bein knickt von Zeit zu Zeit einfach weg und der rechte Arm ist nur sehr grobmotorisch zu gebrauchen. Kopfschmerzen, Haarausfall, Artikulationsschwierigkeiten, extreme Schluckbeschwerden, Übelkeit, kognitive Einschränkungen und bleierne Müdigkeit sind der OP und den Kopf-Bestrahlungen geschuldet. Was wird die Chemotherapie bringen? Ich müsse in Monaten, nicht in Wochen denken, gaben mir die Neurochirurgen des Mannheimer Klinikums mit auf den Weg.

Seit meiner Brustkrebs-Diagnose 2014 habe ich nun die 17. Operation hinter mich gebracht, viele ärztliche Fehlentscheidungen und Unzulänglichkeiten, Sturheit, Arroganz und Unflexibilität erlebt und insgesamt meine zuvor noch einigermaßen positive Einstellung Ärzten gegenüber stark revidieren müssen.

Das Allerschlimmste habe ich allerdings am 14. Februar in der Notaufnahme des Diakonissenkrankenhauses Mannheim erlebt.

Würden meine jetzigen Beschwerden durch rascheres Eingreifen deutlich geringer ausfallen? Ich glaube nicht. Hätte sich die schlechte Prognose und Überlebenschance bei Gehirn-Metastase durch schnellere Hilfe verbessern lassen? Wohl kaum. Dennoch bleiben eine ganze Reihe schlimmer Gefühle zurück: das Gefühl von Enttäuschung und Resignation, das Gefühl von Nicht-ernst-genommen-Werden, von Nicht-geholfen-Kriegen in der Not, das Gefühl von Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein. Und das alles bei einem Krankenhaus, das christliche Werte und einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen in sein Leitbild aufgenommen hat. Ich bin nicht religiös, hätte aber gerade vom Diakonissenkrankenhaus eine menschenwürdigere Behandlung, mehr Sensibilität und weniger arroganten Stumpfsinn erwartet.

Sehr interessieren würde mich, durch welche Maßnahmen das Diakonissenkrankenhaus die Wiederholung solcher Missstände und Fehler zukünftig verhindern könnte, wie die Organisation der Notaufnahme zu verbessern sei und ob Ärzte und Ärztinnen nicht nur durch fachliche Weiterbildung, sondern auch im menschlicheren Umgang mit Patienten geschult werden sollten.

Für eine Antwort wäre ich dankbar.

Mit freundlichen Grüßen …

Wie gesagt, liegt mir nun eine Antwort des Krankenhauses vor. Anders als befürchtet, wurden die von mir gemachten Erfahrungen nicht auf die leichte Schulter genommen. Eine Mitpatientin hatte geargwöhnt, man würde wahrscheinlich nach dem Motto “Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus” vorgehen. Wenn der Inhalt des Schreibens jedoch halbwegs ernst gemeint ist und tatsächlich Diskussionen stattgefunden haben, habe ich mit meiner “Rückmeldung” nichts falsch gemacht. Abschnitt 3 des Schreibens (von mir in Rot markiert) verspricht zumindest für ähnlich gelagerte Fälle ein wenig Hoffnung!

Offener Brief an die Notaufnahme des Diakonissenkrankenhauses Mannheim ... Neurologie ... Kritik, Erfahrungsbericht, Stellungnahme ... Gehirntumor, Gehirnmetastase ... Fotos: Brigitte Stolle, Mannheim
Antwortschreiben des Chefarztes für Neurologie am

Diakonissenkrankenhaus Mannheim vom 25. April 2017:

… Ihre E-Mail vom 21.04.2017 berührt mich zutiefst, und ich kann Ihren Groll und Ärger sehr gut nachvollziehen.

Gut kann ich mich noch an den 24.02.2017 erinnern, als Sie nach ambulanter Kernspintomographie des Kopfes in unsere Neurologische Klinik kamen. Nachdem mir bekannt wurde, dass Sie bereits 10 Tage zuvor aufgrund Ihrer geschilderten Beschwerden in unserer Notaufnahme waren, haben wir dies zum Anlass für eine interne Diskussion der Notaufnahmeabläufe genommen. Aufgrund Ihrer Vorerkrankung wäre am 14.02.2017 eine Bildgebung des Kopfes sinnvoll gewesen, am besten in Form einer Kernspintomographie. Aufgrund fehlender neurologischer Ausfallsymptome wurde dies den niedergelassenen Kollegen empfohlen. Eine Kernspintomographie war am damaligen Tag leider nicht möglich, allerdings hätte durchaus auch eine Computertomographie des Kopfes in der Notaufnahmesituation Sinn ergeben. Möglicherweise hätte man bereits in dieser Bildgebung trotz der deutlich geringeren Auflösung eine Schwellung im rechten Kleinhirn erkannt.

In unserer Falldiskussion haben wir festgelegt, dass bei zukünftigen Patienten in der Notaufnahme mit Beschwerden Ihrer Art und der Vorgeschichte einer Tumorerkrankung unbedingt eine Bildgebung des Kopfes stattfinden muss.

Ihre Erfahrung mit sehr unfreundlichem Personal in der Notaufnahme bedauere ich sehr. Wie Sie sicherlich gemerkt haben, schafft die extreme räumliche Enge unserer Notaufnahme zusätzliche Probleme, die leider auch am Personal nicht spurlos vorübergehen. Dass ein guter Ton und ein empathisches Verhalten unumgänglich für eine optimale medizinische Betreuung von Patienten sind, lege ich den Mitarbeitern meiner Klinik immer wieder nahe. Dieses empathische Verhalten hatten Sie zumindest am 14.02.2017 nicht erlebt, was mir sehr leid tut. Diese Wertvorstellungen sollten nicht nur in einem christlichen Krankenhaus, sondern generell in jeder Klinik als oberstes Prinzip gelebt werden. Ich wünschte mir, dass Sie zumindest am 24.02.2017 mit mehr Empathie behandelt wurden.

Intern hatten wir das Verhalten einzelner Mitarbeiter und unsere Wertvorstellungen insgesamt sowohl in Stationsbesprechungen als auch in der Chefarztsitzung mit der Geschäftsführung unseres Hauses diskutiert.

Natürlich haben christliche Wertvorstellungen in unserem Haus oberste Priorität. Patienten stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Ihre Erfahrungen zeigen uns, dass wir an diesem Ziel und an diesem Selbstverständnis auch zukünftig unerlässlich weiter und hart arbeiten müssen.

Ich bedanke mich nochmals ganz herzlich für Ihre Rückmeldung und wünsche Ihnen trotz Ihrer schweren Erkrankung viel Mut und Zuversicht.

Mit freundlichen Grüßen …

Sonntag, 23. April 2017

Warum Pfarrer K mir das Kommunionskränzchen vom Kopf riss

“Die Erste Heilige Kommunion ist eine aufregende Sache. Zuerst die lange Vorbereitungszeit in Form des Kommunionunterrichts, das Auswendiglernen von Gebeten und Sprüchen, das Probe-Beichten, die Instruktionen und Anleitungen. Dann die Großeinkäufe … alles soll wunderschön und perfekt sein für den Weißen Sonntag.

Was da alles angeschafft werden musste für diesen 21. April 1968: Das weiße Kommunionkleid, weiße Unterwäsche und unbedingt noch ein weißes Leibchen, sollte das Wetter am Weißen Sonntag allzu kühl ausfallen. Das weiße Haarreifchen, weiße Strumpfhosen, weiße Kniestrümpfe, weiße Lederschuhe. Ein zierliches weißes Beutelchen, worin ein Spitzentaschentuch und ein Rosenkranz in einem weißen Rosenkranztäschchen aufbewahrt werden. Eine Kommunionkerze inklusive weißem Kerzenröckchen und Tropfenfänger, ein Gebetbuch in weißer Gebetbuchhülle …

Ich war 9 Jahre alt und hatte, wie meine Mutter es ausdrückte: Babyspeck. Wir fuhren zum Ein­kaufen in die Stadt und klapperten sämtliche Kaufhäuser ab. Mama war unzufrieden mit den Kommunionkleidern und vor allem mit meinem Aus­sehen in ihnen. Sie machte alle Verkäuferinnen auf meinen Babyspeck aufmerksam, was mich peinlich berührte. Im ersten Kaufhaus probierten wir mehrere weiße Kleider. Ich stand in der Umkleide­kabine, meine Mutter rannte hin und her, um mit der Verkäuferin neue Kleider heranzuschaffen, der Vorhang der Kabine war offen, die Verkäuferin guckte beim An- und Ausziehen zu, gab Kommentare ab und meine Mutter zeigte der Verkäuferin mit ihrem Zeigefinger meinen Bauch und sagte: „Nein, das Kleid passt nicht wegen dem Babyspeck.“ Ein Kleid fiel sogar so eng aus, dass Mama meinte, nein, das ginge gar nicht, ich sähe ja darin aus wie ein eingeschnürter Schweinerollbraten. Im nächsten Kaufhaus ging es gerade so weiter: Die Verkäuferin wurde gleich über den Babyspeck informiert und wir probierten an. Dieses Mal fand meine Mutter, ich sähe aus wie eine unförmige Wurst. Dass wir überhaupt noch ein Kommunionkleid fanden, war ein unfassbares Wunder.

Pfarrer K hatte sich für den Festtagsgottesdienst in der Edinger Bruder-Klaus-Kirche eine komplizierte Choreographie ausgedacht, die wir Kommunionkinder wochenlang einüben mussten. Links vorne saßen in zwei Bankreihen die Mädchen, rechts vorne die Buben. Nun musste das erste Mädchen und der erste Junge in der Reihe aufstehen, in den Mittelgang treten, beide gesellten sich als Paar zusammen, es kamen das zweite Mädchen und der zweite Junge dazu usw. und alle zusammen bewegten sich in feierlichem Gänsemarsch zum Altar hinauf, wo sich Mädchen und Junge kurz vor dem Altar wieder trennten und jeweils nach links und rechts weitergingen, bis sich ein Halbkreis vor dem Altar gebildet hatte. Das Ganze noch nach Körpergröße gereiht und fein geordnet. Pfarrer K selbst wollte dann feierlich von hinten heranschreiten, den Halbkreis genau in der Mitte durchbrechen und sich zum Altar begeben, um dort seine heiligen Handlungen zu vollführen.

Bei den Proben klappte es sehr gut. Wir gingen nach oben, der Pfarrer kam, ich stand genau in der Mitte, wo er den Kreis durchstoßen wollte, trat einen Schritt nach hinten eine Stufe hinunter, damit er Platz zum Durchkommen hatte. Ganz wunderbar klappte das sogar.

Erste Heilige Kommunion Edingen 1968:

Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten - Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche. Brigitte Stolle 2016 ... Warum Pfarrer K mir das Kommunionskränzchen vom Kopf riss_Erste Heilige Kommunion Edingen 1968Am Weißen Sonntag kam aber alles ganz anders. Da hatte Pfarrer K wohl nicht so genau überlegt: Wir hatten ja Kommunionkleider an, in der rechten Hand eine Kerze, ein Handtäschchen, ein Haarkränzchen … die Kommunionkinder waren aufgeregt und der Pfarrer genauso.

Die Prozession nach oben gelang perfekt. Wir standen um den Altar herum und hörten den Pfarrer raschelnd von hinten heranschreiten. Ich machte meinen eingeübten Schritt nach rückwärts eine Stufe hinunter, damit er durch den Halbkreis hindurchkäme …

Da rempelte mich Pfarrer K mit der vollen Wucht seines Körpers derb an. Ich geriet aus dem Gleichgewicht, klammerte mich an meine Kerze und versuchte, auszuweichen. Aber ach, er riss mir beim Zusammenstoß mein Kommunionkränzchen vom Kopf und es hing nun, nachdem die Haarklammern, mit denen meine Mutter es befestigt hatte, in alle Richtungen davongesprungen waren, wie eine dunkle Brille genau vor meinen Augen und wurde nur noch von den Ohren festgehalten.

Ich konnte nichts mehr sehen.

Zwar versuchte ich, meiner Nachbarin Brunhilde die Kerze in die Hand zu drücken, damit ich das Kränzchen wieder richten konnte, aber sie wollte die Kerze nicht nehmen, das gehörte für sie irgend­wie nicht zu der einstudierten Choreographie dazu. Also hielt ich die Kerze in der rechten Hand und schob mit der linken den Haarschmuck immer wieder von den Augen zum Kopf hin, wo er aber nicht bleiben wollte. Während der gesamten feierlichen Handlungen am Altar kämpfte ich einen verzweifelten und aussichtslosen Kampf.

Den Weg hinunter vom Altar zu den Kirchenbänken musste ich blind zurücklegen. Meine Mutter stand auf, kam uns entgegen, hielt die Prozession an, kämmte mich in der Kirche vor allen Leuten und setzte das Kränzchen wieder auf seinen Platz.

Das war kein schöner Weißer Sonntag, das Ganze war mir sehr peinlich, ich weinte und hatte eine Riesenwut auf Pfarrer K. Schön war dann aber der Nachmittag, die Gäste, die Geschenke und die vielen Torten. Mama hatte 10 Kuchen gebacken und noch 5 dazugekauft. Dauernd klingelten Bekannte und es kamen Nachbarn aus der Albert-Schweitzer-Straße, brachten als Kommunionsgeschenk ein Buch oder eine Haartrockenhaube, Umschläge mit kleinen Geldbeträgen, Sammeltassen … und bekamen dafür eines der vorbereiteten großen Kuchenpakete. Und ich bekam beim Austragen von Kommunionsgeschenken in der Nachbarschaft zusätzlich zu unserem eigenen Kuchen noch viele fremde Kuchenpakete mit. So viele verschiedene Kuchen auf einem Haufen hatte ich noch nie gesehen, unsere Küche sah aus wie eine Konditorei. Mama sagte: „Hör auf, so viel Kuchen zu essen, sonst passt dir das Kommunionkleid bald nicht mehr. Du siehst damit ja jetzt schon aus wie ein Schwartenmagen.”

Weitere Geschichten:
Als ich politisch unkorrekt “Neger” zu einem farbigen Menschen sagte
Opa und ich kochen Neckarkrebs und wühlen im Müll
Als ich bei der Predigt an Gabis Blinddarm dachte und wie ein Sack umfiel

Aus: Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten
Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche. 
Brigitte Stolle 2016.

Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten - Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche. Brigitte Stolle 2016 ... Warum Pfarrer K mir das Kommunionskränzchen vom Kopf riss_Erste Heilige Kommunion Edingen 1968

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Samstag, 15. April 2017

Das kleinere Übel … Stiefmütterchen … Sarah Kirsch

Gedicht Sarah Kirsch "Bei den weißen Stiefmütterchen" ... Foto Stiefmütterchen: Brigitte Stolle, MannheimSarah Kirsch (1935 - 2013):
Bei den weißen Stiefmütterchen
(aus: Landaufenthalt, 1967)

 Bei den weißen Stiefmütterchen
im Park wie ers mir auftrug
stehe ich unter der Weide ungekämmte alte blattlos
siehst du sagt sie er kommt nicht

 Ach sage ich er hat sich den Fuß gebrochen
eine Gräte verschluckt, eine Straße
wurde plötzlich verlegt oder
er kann seiner Frau nicht entkommen
viele Dinge hindern uns Menschen

 Die Weide wiegt sich und knarrt
kann auch sein er ist schon tot
sah blass aus als er dich untern Mantel küsste
kann sein Weide kann sein
so wollen wir hoffen er liebt mich nicht mehr

Gedicht Sarah Kirsch "Bei den weißen Stiefmütterchen" ... Foto Stiefmütterchen: Brigitte Stolle, Mannheim
Foto (s): Brigitte Stolle

Mittwoch, 12. April 2017

90. Geburtstag Martin Walser

Dr. Martin Walser, 90. Geburtstag, geb. am 24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee ... Nachträglich "Herzlichen Glückwunsch" ... Originalschreibmaschine Museum im Malhaus ... Fotos: Brigitte StolleMartin Walser (”Ein springender Brunnen”), neben Thomas Mann einer meiner absoluten Lieblinge, wurde am 24. März 90 Jahre alt. Gerne hätte ich diesen Eintrag genau an seinem Geburtstag veröffentlicht. Leider befand ich mich im Krankenhaus. Wenigstens konnte ich dort in vielen Zeitschriften und Tageszeitungen die zahlreichen Ehrungen, Berichte und Glückwünsche lesen und mitverfolgen. Auch der Mannheimer Morgen hatte seine LeserInnen aufgefordert, Herrn Dr. Walser zu seinem Ehrentag Fragen zu stellen. Auch diese Frist habe ich leider versäumt. Hier also meine nachträglichen Glückwünsche und zwei Fotos, die ich 2006 im Museum im Malhaus in Wasserburg am Bodensee (Walsers Geburtsort 1927) gemacht habe. Damals war meine Kameraqualität noch etwas schlechter. Deshalb kann ich leider nicht erkennen, um was für ein Manuskript es sich hier handelt, das so mühsam in die Tasten gehackt werden musste. Das hätte ich ihn gerne gefragt.

Dr. Martin Walser, 90. Geburtstag, geb. am 24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee ... Nachträglich "Herzlichen Glückwunsch" ... Originalschreibmaschine Museum im Malhaus ... Fotos: Brigitte Stolle„Alle Menschen sind am 24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee geboren. Das ist länger her, als die Jahreszahlenrechnung vermuten lässt. Damals, das ist inzwischen ein Wort, so gewaltig wie ein Pfahl …“ (Dr. Martin Walser)

Dr. Martin Walser, 90. Geburtstag, geb. am 24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee ... Nachträglich "Herzlichen Glückwunsch" ... Originalschreibmaschine Museum im Malhaus ... Fotos: Brigitte Stolle
Foto (s): Brigitte Stolle

Montag, 10. April 2017

Als ich bei der Predigt an Gabis Blinddarm dachte und wie ein Sack umfiel

“Frau Dr. L, die Hausärztin, beruhigte meine Mutter: „Kinder, die so schnell in die Höhe schießen, haben oft einen labilen Kreislauf.“ Das sei nicht weiter schlimm und es würde sich mit der Zeit wieder geben. Grund für die Besorgnis war ein Ohnmachtsanfall, der mich im Alter von 7 Jahren ganz überraschend ereilt hatte. Und das kam so: Ich saß in der Küche auf der Eckbank und malte gerade ein schönes, buntes Bild zum 1. Geburtstag meines Bruders. Meine Mutter bügelte Herrenoberhemden und erzählte mir dabei vom Elternabend in der Pestalozzi-Schule, der am Abend zuvor stattgefunden hatte. Herr S, der Klassenlehrer, hatte mit den Eltern den geplanten Schulausflug im Frühjahr besprochen und die Mitnahme von Spazier- und Wanderstöcken strengstens untersagt. Warum das? Meine Mutter rückte mit der schrecklichen Geschichte nur ungern heraus, da sie ihr selbst heftig auf der Seele brannte: Bei einem Schulausflug vor einem Jahr war etwas ganz Schlimmes passiert. Ein Kind hatte einem anderen beim Toben mit dem Spazierstock ein Auge aus­gestochen.

Das war starker Tobak für meine Kinderseele und meine Mutter hatte ebenfalls schwer an der grauseligen Vorstellung zu knabbern. Sie bügelte schweigend weiter, ich malte schweigend weiter; beide waren wir in unsere Gedanken versunken. Während sie die glückliche Gabe besaß, schlimme Fantasien nach einer gewissen Zeit wieder fortzuwischen, indem sie sich einfach zwang, an etwas anderes zu denken, besaß ich diese Gabe noch nicht. Ich dachte und dachte und dachte … an das Auge. Ich malte es mir aus. Fantasie ist etwas Schönes, wenn man sie nicht gegen sich selbst verwendet. Aber genau das tat ich: Ich stellte mir Blut vor, ein ausgelaufenes Auge, die leere Augen­höhle, gellende Schmerzensschreie … Ich konnte nicht mehr aufhören, daran zu denken. Beim Denken und Malen merkte ich gleich, dass mir die deutlichen Bilder, die mein Gehirn produzierten, nicht gut taten. Ich malte hartnäckig weiter, aber die Farben verschwammen mir vor den Augen, wurden erst bräunlich, dann grau und nebelig.

Unter dem Küchentisch kam ich wieder zu mir.

Meine Mutter hatte sich furchtbar erschreckt. Beim Fallen hatte ich mir das Kinn blau angestoßen und den kleinen Finger verstaucht. Blass wie weißer Käse lag ich auf dem Sofa, als die Hausärztin eintraf. Sonst war alles in Ordnung und ich erholte mich schnell, vermied es nun aber sorgfältig, an das blutverschmierte, ausgelaufene Auge zu denken. Ich hatte gelernt, dass dieses Auge mir sehr schlecht bekam.

Als ich ein Bild für den 1. Geburtstag meines Bruders malte, wurde ich zum ersten Mal in meinem Leben ohnmächtig:

Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten - Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche. Brigitte Stolle 2016 ... Als ich bei der Predigt an Gabis Blindarm dachte und wie ein Sack umfiel

Die nächste Ohnmacht passierte ein Jahr später. In der Schule machte eine dramatische Kunde den Umlauf: Meine Schulfreundin Gabi war mit einer gefährlichen Blinddarmentzündung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Es war die erste Operation, die mir überhaupt in meinem Leben zu Ohren kam und ich war entsprechend erschreckt und schockiert. Zwei Wochen später war Gabi der Star in der Klasse, nur beim Turnen durfte sie nicht mitmachen. „Weil dabei“, sagte sie, „die Operationsnarbe wieder aufplatzen kann.“ Dieser Satz fuhr mir sofort in den Magen, mir wurde schwach und ich musste mich hinsetzen und dachte geschwind an etwas anderes.

Am kommenden Sonntag saß ich wie jeden Sonntag in der Bruder-Klaus-Kirche ganz vorne in der Reihe der Mädchen. Während Pfarrer K oben predigte und predigte und gar nicht mehr damit aufhören wollte, war mir sooo langweilig zumute, dass ich begann, mir eigene Gedanken zu machen. Ob ich es wollte oder nicht: Meine Gedanken eilten sofort zu Gabis Blinddarm und klammerten sich daran fest. Gabi hatte allen, die es sehen wollten, ihre Blinddarmnarbe gezeigt und – igitt – ich hatte sie auch gesehen! Schreckliches hatte sie von der Operation berichtet: Als der Arzt sie betäubt hatte, hätte sie ihn kurz vor dem Einschlafen noch mit einem riesengroßen Messer auf sich zu­kommen sehen. Mir wurde ganz flau.

Als ich wieder zu mir kam, saß die Kinder­gartenschwester Maria Lena neben mir und hielt meine Hand. Sie war lieb zu mir und streichelte mich. Das war ein schönes Gefühl. Aber mir tat alles weh. Hinterher erzählte man mir, wie ich plötzlich nach vorne gesunken und mit dem Kopf auf die Kirchenbank aufgeschlagen war, wie die Mädchen neben mir schrill aufgeschrien hatten, wie ich mich wieder halb aufgerichtet und dann mit lautem Krachen erneut mit der Stirn auf das Holz gedonnert war. Dann war ich plötzlich verschwunden und bewusstlos zwischen Sitz und Kniebänkchen abgetaucht, von wo mich zwei herbeigeeilte Männer wieder hochgezerrt und auf die Bank gesetzt hatten. Zwei Mädchen neben mir schluchzten noch eine ganze Weile weiter. Ich war die Sensation des sonntäglichen Gottesdienstes.

Blass und zitternd ging ich nach dem Kirch­besuch nach Hause und ahnte, dass nun auch die Gedanken an Gabis Blinddarm ein für allemal für mich tabu sein mussten. Als meine Mutter mich sah, sagte sie unwirsch: „Wie siehst du denn schon wieder aus? Du bist ja ganz weiß und verstrubbelt. Bestimmt willst du jetzt meinen Sauerbraten nicht essen.“

Weitere Geschichten:
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Opa und ich kochen Neckarkrebs und wühlen im Müll

Aus: Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten
Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche. 
Brigitte Stolle 2016.

Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten - Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche. Brigitte Stolle 2016 ... Krippespiel - Kindergarten - Maria und Josef - Herbergssuche - Weihnachtsgeschichte

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Mittwoch, 22. März 2017

Honigbananen mit Mandelblättchen auf Himbeersauce

Pro Portion wurden drei kleine halbierte Kochbananen mit Honig und Mandelblättchen paniert, in Butter goldgelb gebraten und auf einer Fruchtsauce (hier: Himbeer) angerichtet.

Bienenstich ... Honigrezepte von der Imkerin ... Kochbananen mit Honig und Mandelblättchen paniert, in Butter goldgelb gebraten und auf einer Himbeerfruchtsaue serviert ... Foto: Brigitte Stolle

Bienenstich ... Honigrezepte von der Imkerin ... Kochbananen mit Honig und Mandelblättchen paniert, in Butter goldgelb gebraten und auf einer Himbeerfruchtsaue serviert ... Foto: Brigitte Stolle
Weitere köstliche Rezepte mit Bienenhonig finden Sie im Anhang meines Buches:
Bienenstich - Imkerkrimi aus Mannheim

Dienstag, 21. Februar 2017

Eulen nach Mannheim tragen

Vitrinen-Fund: 4 Eulen ... Eulensammlung ... Eulen nach Athen tragen ... Foto: Brigitte Stolle, MannheimBeim Herumkramen in Schränken und Vitrinen habe ich u. a. 4 Eulen entdeckt. Nanu, ich wusste ja gar nicht, dass ich Eulen sammle. Aber irgendwann muss ich sie ja mal nach Mannheim getragen haben. Woher kommt eigentlich der Ausdruck “Eulen nach Athen tragen“? Wikipedia weiß wie immer Bescheid: “Die Redensart „Eulen nach Athen tragen“ (γλαῦκας εἰς Ἀθήνας κομίζειν oder γλαῦκ᾿ Ἀθήναζε ἄγειν) steht für eine überflüssige Tätigkeit. Sie geht auf den antiken griechischen Dichter Aristophanes zurück, der den Ausspruch in seiner satirischen Komödie “Die Vögel” um 400 v. Chr. prägte. Dort wird in Vers 301 eine herbeifliegende Eule mit den folgenden Worten kommentiert: „Wer hat die Eule nach Athen gebracht?“

Vitrinen-Funde: Eulen, Muscheln und Schnecken, Rosenzucker, Clown, Espressotasse ... Fotos: Brigitte Stolle, Mannheim
Foto (s): Brigitte Stolle

Samstag, 21. Januar 2017

Hirse … im Land der faulen Affen

Hirse, ein wichtiges Grundnahrungsmittel der Menschheitsgeschichte und eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Archäologischen Funden zufolge wurde sie bereits in der Jungsteinzeit angebaut. In Hans Sachsens fiktivem „Land der faulen Affen“ oder „Schlauraffenlandt“ (von mittelhochdeutsch sluraff = Faulenzer) muss man sich durch einen dicken Berg von „Hirßbrei“ essen. Unten ein Ausschnitt aus der mittelhochdeutschen Originalfassung.

Bei uns gab es dieser Tage mit einer bunten Hirsemasse (Kräuter, Knoblauch, Erbsen, Tomatenwürfelchen) gefüllte rote Paprikaschoten, die mit Schafskäse überbacken wurden.

 Rote Paprikaschoten mit Hirse gefüllt und mit Schafskäse überbacken ... Hans Sachs "Schlarafffenland" ... Foto: Brigitte Stolle, Mannheim 2017
Das Schlauraffen Landt

 Ain gegent haist Schlauraffen land,
Den faulen leuten wol bekannt,
Das ligt drey meyl hinder Weyhnachten.
Und welcher darein wölle trachten,
Der muß sich grosser ding vermessn
Und durch ein Berg mit Hirßbrey essn,
Der ist wol dreyer Meylen dick …

Rote Paprikaschoten mit Hirse gefüllt und mit Schafskäse überbacken ... Hans Sachs "Schlarafffenland" ... Foto: Brigitte Stolle, Mannheim 2017
Foto (s): Brigitte Stolle

Dienstag, 3. Januar 2017

Als ich politisch unkorrekt “Neger” zu einem farbigen Menschen sagte

“Meine Eltern arbeiteten beide in der Stadt und hatten nur am Wochenende und im Urlaub Zeit für mich. Meine ersten fünf Jahre verbrachte ich deshalb bei Oma und Opa in Neckarhausen. Wir wohnten in einem schönen Fachwerkhaus in der Hauptstraße. Über die Wohnung sagte meine Oma, sie sei ein „armseliges Loch“, denn es war nur eine kleine Küche und ein Schlafzimmer mit schrägen Wänden im zweiten Stock. Wir hatten kein Bad und die Toilette war ein Plumpsklo hinter dem Haus. Mir gefiel es gut: Im Schlafzimmer stand mein Gitterbettchen, an der Wand darüber hingen schwarze scherenschnittartige Märchen­figuren aus Plastik, die ich den Wundertüten entnahm, die Oma mir von ihren Einkäufen mit­brachte. Auf dem großen Bett von Oma und Opa lag tagsüber eine Decke, auf der ich saß und mit meinen Sachen spielte.

Eines Tages saß ich auf dem großen Bett und spielte mit meinen Legosteinen. Die Einer und Zweier gefielen mir am besten, weil sie so klein und niedlich waren. Und am liebsten mochte ich die roten. Oma schälte am Küchentisch Kartoffeln. Vom Bett aus konnte ich sie nicht sehen, aber hören. Sie sagte: „Du darfst dir keinen Legostein in die Nase stecken“. „Warum?“, fragte ich. Sie erzählte mir die Geschichte von einem Kind, das sich einen Legostein in die Nase gesteckt hatte und ins Krankenhaus musste, weil der Stein nicht mehr aus der Nase herauskam. Die Geschichte beeindruckte mich sehr. „Und dann?“, wollte ich wissen. „Und dann musste die Nase abgeschnitten werden“, sagte Oma.

Nie in meinem ganzen Leben wäre ich auch nur im Traum auf die Idee gekommen, mir einen Legostein in die Nase zu stecken. Aber nun hatte Oma meine Neugierde geweckt und ich wollte es ausprobieren. Ich suchte mir einen roten Einer und – schwups – steckte er in meinem rechten Nasenloch. Dann versuchte ich ihn mit dem Finger wieder herauszuholen, aber es ging nicht. Ich geriet in Panik und schrie verzweifelt nach Oma. Die kam auch gleich angerast und schimpfte fürchterlich: „Hab ich dir nicht gerade eben gesagt …?“ Ich prustete so fest mit meiner Nase, als würde ich mich in ein Taschentuch schnäuzen und der Einer flog in hohem Bogen wieder aus der Nase heraus. Puuuh, das war noch einmal gutgegangen und die Nase musste gottlob nicht abgeschnitten werden.

Oma brachte mich noch auf viele andere Ideen. Ganz in der Nähe wohnte ein Bub, der zwei Jahre älter war als ich und Uwe hieß. Uwe durfte ab und zu zum Spielen zu mir kommen, er setzte sich neben mich aufs große Ehebett und wir wühlten gemeinsam in meiner Spielschachtel. Eines Tages sagte Oma: „Der Uwe kommt heute zum Spielen. Aber du musst sehr aufpassen, denn er ist gestern hingefallen und hat ein Pflaster auf dem Knie.“ Dieses Knie, schärfte Oma mir ein, dürfe ich auf keinen Fall berühren. Ich dürfe es nicht anfassen, denn das täte Uwe weh.

Uwe kam, wir setzten uns aufs große Bett und sortierten farbige Bauklötze. Ich sah das Pflaster sofort, denn Uwe hatte kurze Hosen an. Wir sortierten und bauten, aber ich war nicht ganz bei der Sache, weil ich immer auf das Knie äugen musste. Es war ein großes Pflaster und ich überlegte, ob es Uwe wirklich weh täte, wenn ich das Knie be­rührte. Er machte eigentlich einen ganz munteren Eindruck und sah gar nicht krank aus. Also pro­bierte ich es einfach aus und tippte mit meinem Zeigefinger energisch auf Uwes Knie. Uwe heulte laut auf und begann zu weinen. Meine Oma riss ihn von mir weg, tröstete ihn und schickte ihn dann nach Hause. Nie mehr, schimpfte Oma, dürfe der Uwe mit mir spielen, weil ich so böse zu ihm gewesen war.

Aber auf die tollste Idee brachte mich mein Opa. Opa sah ich seltener als Oma. Wenn er morgens ganz früh aufstand, um viele Kilometer zu Fuß nach Mannheim zum Arbeiten zu laufen, schlief ich noch. Wenn er spätabends müde zurückkehrte, schlief ich schon. Manchmal hörte ich ihn nachts laut schnarchen. Opa musste auch am Samstag arbeiten. Am Samstag kam er aber schon am Nachmittag nach Hause, wusch sich in der Küche am Spülstein, zog ein frisches Hemd an und legte sich mit einem Wildwestheftchen aufs große Bett. Sein Samstagsvergnügen waren zwei Flaschen Bier, ein Lutscher mit Coca-Cola-Geschmack und ein Wildwestheftchen. Er las, trank ab und zu einen Schluck Bier und der Stiel des Lutschers schaute lang aus seinem Mund heraus. Ich saß neben ihm, spielte und schaute ihm zu. Am Samstagnach­mittag hatte ich meinen Opa ganz für mich alleine.

Aber am Sonntag und wenn er Urlaub hatte, trieb es ihn hinaus. Er war ein unruhiger Mensch, der immer etwas schaffen musste und nicht faulenzen konnte. Er nahm mich überall hin mit. Ich saß in seiner Schubkarre. Eines unserer Ziele war der Neckar, wo er Treibholz sammelte, das er hinterm Haus spaltete und ordentlich aufschichtete. Ein anderes Ziel war die Mülldeponie, eine große Grube, wo Abfall und Sperrmüll hineingeworfen wurde, „Kiesloch“ genannt. Neben dem Kiesloch renovierte ein Mann sein Haus und Opa half ihm dabei, wann immer er Zeit hatte. Eines Tages zog dort eine Familie ein. Ein Vater, eine Mutter und zwei Mädchen und alle vier waren ganz schwarz. Opa nahm mich zur Seite und sprach eindringlich mit mir. Das seien Neger, erklärte er mir, aber ich dürfe zu dem großen, schwarzen Mann niemals Neger sagen, sonst werde der Mann sehr böse. Das Wort Neger hatte ich noch nie in meinem Leben gehört, aber ich merkte es mir gut.

Mein Opa und der große Neger verstanden sich ausgezeichnet und sie unterhielten sich oft miteinander. Opa kannte nämlich aus dem Krieg viele amerikanische Wörter, zum Beispiel konnte er „Ok“ sagen und „Hello“. Ich staunte darüber und bewunderte ihn sehr. Der Neger hatte weiße, blitzende Augen und eines Tages stellte ich mich direkt vor ihm auf, blickte zu seinem Gesicht hinauf und sagte laut und vernehmlich: „Neger“. Ich wusste, dass Opa ganz in der Nähe war und mich beschützen würde, sollte der Neger böse werden und wütend auf mich losgehen. Aber es war alles ganz anders. Nicht der Neger wurde böse, sondern Opa. Er kam auch gleich zornig angerannt und schlug mir mit der flachen Hand auf den Hinterkopf. Der Neger stand dabei und seine vielen blitzenden, weißen Zähne lachten fröhlich aus seinem schwarzen Negergesicht heraus.”

Opa (links) hilft beim Renovieren eines Hauses beim Kiesloch in Neckarhausen:

Buch: "Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten - Ein Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche" ... Brigitte Stolle, 2016 - Foto: Opa hilft beim Renovieren eines Hauses beim Kiesloch in Neckarhausen ... Geschichten, Erzählungen, Anekdoten Mannheim und Umgebung, Rhein-Neckar-Kreis, Kurpfalz ... 1960er-JahreAus: Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten - Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche. Brigitte Stolle 2016.

Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten - Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche. Brigitte Stolle 2016 ... Krippespiel - Kindergarten - Maria und Josef - Herbergssuche - Weihnachtsgeschichte
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Stundenbuch des Herzogs von Berry … Kalenderblatt JANUAR

Das Stundenbuch des Herzogs von Berry aus dem 15. Jahrhundert ist eine der berühmtesten illustrierten Handschriften und ein Höhepunkt der spätmittelalterlichen Buchmalerei. Die Miniaturen stammen von den Brüdern Paul, Hermann und Jean von Limburg. Der Originaltitel des “Stundenbuches”: Les Très Riches Heures du Duc de Berry. Besonders die Kalenderblätter sagen viel über mittelalterliche Traditionen und Moden aus. Jedes einzelne Kalenderbild lädt zum Betrachten und Beobachten ein; wunderbar sind die Details ausgearbeitet … der Betrachter nimmt teil am Leben und Treiben der herzoglichen Umgebung. Kleine Kunstwerke!

Stundenbuch des Herzogs von Berry ... Kalenderblatt JANUAR ... Neujahrsgeschenke

Neujahrsgeschenke! Das Januar-Kalenderblatt zeigt eine Szene aus dem Hofleben Jean de Berrys. Der Herzog von Berry, auf der Abbildung rechts in blauem Gewand vor dem großen Kamin sitzend, beschenkt Freunde und nimmt selbst Geschenke entgegen. Im Hintergrund ein großer Wandteppich mit Ritterszenen. Auf der weiß gedeckten Tafel wuseln zwei kleine Hunde zwischen den Tellern herum. Mittig links ein Mann mit einer roten Mütze, die weit über die Ohren ragt: Hierbei soll es sich um ein Selbstbildnis Paul von Limburgs handeln.

Dienstag, 13. Dezember 2016

Vierzig Grad Lampenfieber in Bethlehems Stall

Vierzig Grad Lampenfieber in Bethlehems Stall

“Als ich 6 Jahre alt war, siedelte ich von Neckarhausen nach Edingen über. Meine Mutter musste nicht mehr arbeiten gehen; ich hatte einen kleinen Bruder bekommen und sie blieb daheim und passte auf ihn auf. Ich ging immer noch nicht gerne in den Kindergarten, aber im Gegensatz zu Oma musste ich bei Mama trotzdem hin. Unsere Edinger Kindergärtnerin war eine Nonne vom Orden der Niederbronner Schwestern und hieß Schwester Maria Lena. Ich mochte sie gerne, sie war eine kleine, lustige und herzliche Frau. Meist ließ sie mich in Frieden. Ich hatte viel Freiheit und durfte mich beschäftigen, wie ich es mochte. Ich mochte es zum Beispiel nicht, mit den anderen Kindern im Kreis zu sitzen und zu singen. Im Kindergarten-Hof neben der Bruder-Klaus-Kirche grobe Völkerball-Spiele zu spielen, war auch nicht nach meinem Geschmack. Ich war ein schüch­ternes Kind und mochte es am liebsten, alleine an einem Tisch zu sitzen und mit Kunststoff-Steckblumen phantastische Gebilde zusammen­zustecken. Es gab gemeinsame Frühstückszeiten, gemeinsame Ruhezeiten, gemeinsame Spiel- und Singzeiten, aber ansonsten hatte ich meine Ruhe und konnte meinen Gedanken nachhängen. Wer gerne mitten im tobenden Leben und im wilden Tumult war, war hier ebenfalls am richtigen Ort und fand Gleichgesinnte. Eigentlich war es eine nicht allzu unangenehme Zeit – bis in meinem letzten Kindergartenjahr etwas völlig Überraschendes geschah …

Ich hatte gerade aus der Steckblumen-Kiste sämtliche roten Blumen hervorgekramt und sie ordentlich auf dem Spieltisch ausgelegt. Heute wollte ich ein ganz und gar rotes Gebilde in rie­sigen Ausmaßen schaffen, als Schwester Maria Lena sich einen Stuhl an den Tisch heranzog und sich setzte.

„Und du wirst der Erzengel Gabriel sein“, sagte sie zu mir.

Ich erschrak furchtbar und dachte zuerst an ein Versehen, an einen kleinen Scherz … Aber es war ihr heiliger Ernst. Eine Weihnachtsfeier sollte stattfinden, Eltern und Gemeindemitglieder würden eingeladen werden, die Weihnachtsgeschichte würde zur Aufführung kommen. Maria und Josef seien schon ausgewählt, die Hirten- und Engel­rollen verteilt und nun fehle noch der wichtigste Engel, der Erzengel Gabriel, der in zwei rauschenden Auftritten frohe Botschaften zu verkündigen habe. Ich sei, sagte Schwester Maria Lena, die Richtige für diese Rolle, weil ich das am längsten aufgeschossene Mädchen im ganzen katholischen Kindergarten sei und der Erzengel Gabriel ein großer und bedeutender Engel. Zwei oder drei Sätze nur hätte ich auswendig zu lernen und ab sofort würden wir die Sätze jeden Tag üben. Sie würde mir vorsprechen, ich würde nachsprechen und bis zur Kindergartenaufführung im Advent würde der Text gut sitzen. Ich war nicht überzeugt und wollte diese Ehrenrolle nicht haben. Es wurde mir ein langes, weißes Gewand versprochen, aus der Kleiderkammer der Ministranten entliehen, goldene Engelsflügel aus Pappe sollte ich erhalten und weil ich einen kurzen Bubikopf trug, würde eine blondlockige Perücke mich engelsgleicher machen. Aber so sehr Schwester Maria Lena sich auch bemühte, mir die Sache schmackhaft zu machen, mein Herz wurde schwer …

Die freundliche Kindergärtnerin
Schwester Maria Lena (links):

… Wir fingen auch gleich mit dem Üben an, vorerst noch ohne rauschendes weißes Gewand. Ich musste mit meinem grauen Strickkleidchen und den blauen Strumpfhosen vor Rita hintreten, die eine begeisterte Jungfrau Maria spielte, und sagen:

„Sei gegrüßt, oh, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Einen Sohn wirst du gebären und den sollst du Jesus nennen.“

Es war mir sehr peinlich, zu Rita „Oh, du Be­gnadete“ zu sagen und ich wusste gar nicht, was „gebären“ bedeuten sollte, aber Rita war zufrieden und strahlte, nachdem sie sich zuerst über den großen Erzengel tüchtig zu erschrecken hatte, übers ganze Gesicht.

„Mach den Mund richtig auf“, sagte Schwester Maria Lena zu mir. „Sprich laut und deutlich. Bei der Aufführung müssen dich alle gut hören können.“

Nach ein paar qualvollen Kindergartentagen saß dieser Auftritt einigermaßen und wir gingen zur zweiten Erzengel-Szene über: Drei kleine Buben lagerten als Hirten auf dem Feld, aber in Wirklichkeit auf dem Fußboden des Spielzimmers. Ich musste, immer noch ohne langes, weißes Gewand, vor sie hinrauschen, sie mussten sich furchtbar erschrecken und die Hände vor den Mund schlagen, um in ihrem Entsetzen nicht laut aufzu­schreien. Das machten sie ganz wunderbar, meinte Schwester Maria Lena. Ich fand, sie machten es übertrieben hysterisch und war neidisch, weil sie keine Sätze sagen, sondern nur vor Schreck nach hinten auf den Rücken fallen mussten. Zu ihnen musste ich laut sagen:

„Fürchtet euch nicht, denn ich verkündige euch eine große Freude: Der Heiland ist geboren. Ihr werdet ein Kindlein finden, das in Windeln ein­gewickelt in einer Krippe liegt.“

Insgesamt waren das schon mehr als die an­gekündigten drei Sätze. Ich hatte genau mitgezählt. Außerdem veränderte sich Anzahl, Länge und Inhalt der Sätze mit jedem Tag. Schwester Maria Lena war mit Herzblut bei der Sache und feilte in ihrer Freizeit an den Sätzen herum, ver­änderte sie, strich und ergänzte … und als ich endlich „Der Heiland ist geboren“ sagen konnte, musste ich am nächsten Tag in „Heute ist euch der Heiland geboren“ umlernen.

Endlich war Schwester Maria Lena mit ihrem Text zufrieden. Plötzlich aber nicht mehr mit der Besetzung. Übers Wochenende, erzählte sie mir an einem Montag, hätte sie sich überlegt, dass ich besser die Jungfrau Maria spielen sollte, neben dem Jesukindlein die eigentliche Hauptrolle in der Weihnachtsgeschichte. Ich sei ja das größte Mädchen im ganzen katholischen Kindergarten und mache deshalb für diese Rolle am meisten her. Die heulende Rita wurde zum Erzengel Gabriel de­gradiert, weil sie diesen Text ja schon mit mir mitgelernt hatte und auswendig hersagen konnte.

Ein neues Problem tauchte auf: Ich war ja nicht nur das größte Mädchen im ganzen Kindergarten, sondern das größte Kind überhaupt. Es gab also keinen Josef, der an meine Seite gepasst hätte. Schwester Maria Lena fand auch hierfür eine Lösung: Sie suchte unter den Ministranten einen großen Buben heraus, einen Zweitklässler, der nun jeden zweiten Nachmittag, peinlich berührt, in den Kindergarten kommen und mit mir üben musste. Wir mussten uns an den Händen halten und singen. Das war noch tausendmal peinlicher, als zu Rita „Oh, du Begnadete“ zu sagen. Dem Zweit­klässler-Josef war es genauso unangenehm wie mir, er ärgerte und genierte sich und ließ seine Wut an mir aus. Wenn wir uns an den Händen hielten und im Wechselgesang mit den Herbergs­leuten laut und deutlich von uns zu geben hatten:

„Wer klopfet an?“
„Oh, zwei gar arme-he Leut.“
„Was wollt ihr denn?“
Wir wollen Herbe-herg heut.“

… stach er mir dabei vor Nervosität mit seinem Fingernagel so heftig in die Kuppe meines rechten Zeigefingers, dass der nach ein paar Tagen ganz wund war und sich eine Aufsehen erregende, entzündete Blase bildete. Die Hausärztin, Frau Dr. L, hielt eine Nadel über eine Kerzenflamme und stach die Blase damit auf. Das tat weh und es floss Blut und Eiter heraus. Mir wurde ganz schwach und flau und ich musste mich auf ihre Sprech­zimmercouch legen, um nicht umzufallen. „Was ist denn das für ein Flegel?“, fragte sie und meine Mutter besuchte Josefs Mutter und beschwerte sich. Von da an hörte der große Zweitklässler mit der Fingernagel-Bohrerei auf und schaute mich nur noch böse an.

Der große Tag kam heran und ich sah ihm mit noch größeren Ängsten entgegen. Der Text saß, fleißige Mütterhände hatten Kostümchen genäht. Ich bekam ein altrosafarbenes Kleid mit weißem Krägelchen samt Schürze und Kopfhaube. Es war mir gar nicht besonders wohl. Die Szene, in welcher der Erzengel Gabriel „Sei gegrüßt, oh, du Begnadete“ zu mir sagte, als ich gerade in der Kammer kniend meine Gebete verrichtete, ging noch ganz gut über die Bühne. Ich hatte mich nur tüchtig vor dem Rita-Engel zu fürchten, tat dies aber dezenter als die blöden Buben-Hirten und ohne nach hinten auf den Rücken zu fallen.

Dann kam es zur Herbergssuche und zum Wechselgesang. Josef klopfte an eine Tür und von drinnen wurde mit piepsiger Aufregungsstimme herausgesungen: „Wer klopfet an?“ Und als wir darauf im Duo „Oh, zwei gar arme-he Leut“ zu antworten hatten, stockte ich und hatte den Satz ganz und gar vergessen. Josef sang alleine und war verunsichert. Ich hörte Schwester Maria Lena, die als Souffleuse irgendwo verborgen im Dunkeln saß, murmeln. Aus dem Zuschauerraum rief plötzlich eine Frau: „Des Kind hot jo hohes Fiewer!“ Menschen stürzten sich auf mich und Hände legten sich auf meine Stirn und auf mein hochrotes Gesicht. In heller Aufregung wurde die Theater­aufführung unterbrochen. Ich wurde auf einen Stuhl gesetzt, während eine stolze Rita schnell wieder zur Jungfrau Maria umfunktioniert wurde und die Sache mit der Krippe und dem Jesukindlein bravourös zu Ende brachte.

Ich saß vor Schüttelfrost klappernd im Zu­schauerraum und schaute dem Ausgang der Weihnachtsgeschichte zufrieden und erleichtert zu. Zum Schluss konnte ich „Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh, Maria und Josef betrachten es froh“ schon wieder ganz guter Dinge mitsingen.

Das Lampenfieber war besiegt.”

Aus: Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten - Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche. Brigitte Stolle 2016.

Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten - Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche. Brigitte Stolle 2016 ... Krippespiel - Kindergarten - Maria und Josef - Herbergssuche - Weihnachtsgeschichte
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Donnerstag, 10. November 2016

Weihnachtsbäckerei … meine Springerle 2016

Meine Springerle 2016, die ich hier “Weiß auf Schwarz” präsentiere, zeigen folgende Motive: Vögel, Blumen und Pflanzen, Kirschen, Weihnachtsbaum, Weihnachtsmann … und mein Lieblingsmotiv: die Imkerin mit den Bienen und einem traditionellen Bienenkorb (Stülper).

Meine Springerle 2016, die ich hier "Weiß auf Schwarz" präsentiere, zeigen folgende Motive: Vögel, Blumen und Pflanzen, Kirschen, Weihnachtsbaum, Weihnachtsmann ... und mein Lieblingsmotiv: die Imkerin mit den Bienen und einem traditionellen Bienenkorb (Stülper) ... Fotos: Brigitte Stolle

Meine Springerle 2016, die ich hier "Weiß auf Schwarz" präsentiere, zeigen folgende Motive: Vögel, Blumen und Pflanzen, Kirschen, Weihnachtsbaum, Weihnachtsmann ... und mein Lieblingsmotiv: die Imkerin mit den Bienen und einem traditionellen Bienenkorb (Stülper) ... Fotos: Brigitte Stolle

Meine Springerle 2016, die ich hier "Weiß auf Schwarz" präsentiere, zeigen folgende Motive: Vögel, Blumen und Pflanzen, Kirschen, Weihnachtsbaum, Weihnachtsmann ... und mein Lieblingsmotiv: die Imkerin mit den Bienen und einem traditionellen Bienenkorb (Stülper) ... Fotos: Brigitte StolleMeine Bienen-Springerle mit der Imkerin und dem Strohstülper passen gut zum Buch “Bienenstich - Imkerkrimi aus Mannheim“. Zusammen mit einem Glas Honig eine originelle Geschenkidee für Imker, Honig- und Bienenfreunde.

Meine Bienen-Springerle mit der Imkerin und dem Strohstülper passen gut zum Buch "Bienenstich - Imkerkrimi aus Mannheim". Zusammen mit einem Glas Honig eine originelle Geschenkidee für Imker, Honig- und Bienenfreunde ... Fotos: Brigitte Stolle

Meine Springerle 2016, die ich hier "Weiß auf Schwarz" präsentiere, zeigen folgende Motive: Vögel, Blumen und Pflanzen, Kirschen, Weihnachtsbaum, Weihnachtsmann ... und mein Lieblingsmotiv: die Imkerin mit den Bienen und einem traditionellen Bienenkorb (Stülper) ... Fotos: Brigitte Stolle
Foto (s): Brigitte Stolle

Meine Springerle 2016, die ich hier "Weiß auf Schwarz" präsentiere, zeigen folgende Motive: Vögel, Blumen und Pflanzen, Kirschen, Weihnachtsbaum, Weihnachtsmann ... und mein Lieblingsmotiv: die Imkerin mit den Bienen und einem traditionellen Bienenkorb (Stülper) ... Fotos: Brigitte Stolle

Siehe auch (Klick!):
 Springerle - weiße Köpfchen, goldgelbe Füßchen (Rezept)
Holzmodeln
Geschafft! Die erste Fuhre Springerle
Springerle müssen frühzeitig gebacken werden
Meine Model-Sammlung für Springerle und Spekulatius
“Zu jedem Geschenk gehörte ein Suppenteller voller Plätzchen”
Springerle - Alte Modeln, alte Rezepte
Der Springerle-Klassiker: helle Köpfchen, goldgelbe Füßchen
Experimentierlust … Heidelbeer-Springerle
Springerle … klein, rund, mit Vögelchen (und Rosenbesteck)
Springerle-Bäckerei (Anis … Sternanis)
Weihnachtsklassiker Springerle … Rezept mit Fotos

Mittwoch, 9. November 2016

Konradsblatt und Kindheitserinnerungen

Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten“, Konradsblatt-Ausgabe 45/2016 vom 06.11.2016 mit Kindheitserinnerungen von Konradsblatt-Leserinnen.

Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten - Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche" von Brigitte Stolle - 1960er-Jahre ... Konradsblatt November 2016, Leserbriefe ... Kindheitserinnerungen
Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten

Freitag, 4. November 2016

Autorinnen in Baden-Württemberg

Seit heute aktualisiert:
Autoren und Autorinnen in Baden-Württemberg.

Autorinnen in Baden-Württemberg - Schreibende Frau

Mittwoch, 2. November 2016

Stundenbuch des Herzogs von Berry … Kalenderblatt NOVEMBER

Das Stundenbuch des Herzogs von Berry aus dem 15. Jahrhundert ist eine der berühmtesten illustrierten Handschriften und ein Höhepunkt der spätmittelalterlichen Buchmalerei. Die Miniaturen stammen von den Brüdern Paul, Hermann und Jean von Limburg. Der Originaltitel des “Stundenbuches”: Les Très Riches Heures du Duc de Berry. Besonders die Kalenderblätter sagen viel über mittelalterliche Traditionen und Moden aus. Jedes einzelne Kalenderbild lädt zum Betrachten und Beobachten ein; wunderbar sind die Details ausgearbeitet … der Betrachter nimmt teil am Leben und Treiben der herzoglichen Umgebung. Kleine Kunstwerke!

Stundenbuch des Herzogs von Berry ... Kalenderblatt November ... Schweinemast mit EichelnHier das Kalenderblatt für den Monat November. Dieses Blatt ist unter den 12 Kalenderblättern eine Ausnahme, da lediglich das Bogenfeld mit den astronomischen Zeichen von den Brüdern von Limburg gemalt wurde. Der gesamte untere Bildteil stammt von dem französischen Buchmaler Jean Colombe. Er zeigt etwas Novembertypisches: die Eichelmast. Ein Bauer in einer rosafarbenen Tunika schleudert seinen Stock in die Eichen, so dass die Früchte auf den Boden prasseln, wo sie von den Schweinen begeistert aufgefressen werden. Die Szene wird von einem Hund beobachtet.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Runologie … der arme Erik

Schleswig Haithabu Wikinger-Museum Runenstein Erik-Stein Runenkunde Runologie Ärchäologie Foto: Brigitte Stolle 2016Runologen sind in Schleswig genau an der richtigen Stelle. Mehrere Runensteine aus dem früheren Haithabu wurden hier gefunden. Ein Erlebnis für Liebhaber alter Sprachen und Schriften. Mein Bild zeigt eine Kopie des Erik-Steins, der ungefähr an dieser Stelle gefunden wurde. Die jeweiligen Originale sind im Wikinger-Museum Haithabu zu bestaunen.

Die Runen-Inschrift auf dem Erik-Stein ist wie folgt übersetzt worden: „Thorulv, der Gefolgsmann Svens, errichtete diesen Stein für Erik, seinem filaga (= Kameraden), der den Tod fand, als die Krieger bei Haithabu saßen. Er war Schiffsführer, ein sehr tüchtiger Krieger.“ (Quelle: Runenkunde von Klaus Düwel, Sammlung Metzler, Stuttgart 2008)

[Mit „Sven“ ist wahrscheinlich König Sven Gabelbart gemeint … dank seines Beinamens lässt sich wunderbar auf sein Aussehen und die damalige Bartmode schließen]

Nach dem Lautwert der ersten 6 Zeichen wird die Runenreihe FUTHARK genannt. Man unterscheidet das „Ältere Futhark“ (Schriftperiode ca. 200 bis 700 nach unserer Zeitrechnung) und das „Jüngere Futhark“, das eine verkürzte Runenzeichenreihe aufweist. Der Erik-Stein ist dem jüngeren Futhark zuzurechnen. Runen bestehen aus nur 3 graphischen Elementen: Stab, Zweig und Haken. Daraus sind sämtliche Runenformen zusammengesetzt.

Schleswig Haithabu Wikinger-Museum Runenstein Erik-Stein Runenkunde Runologie Ärchäologie Foto: Brigitte Stolle 2016
Foto (s): Brigitte Stolle

Des Sommers letztes Kind

Karl Friedrich von Gerok, deutscher Lyriker (1815 – 1890):

 Blühst du wieder, Herbstzeitlose,
Blassgefärbte, düftelose,
Groß gewiegt vom rauen Wind
Du des Sommers letztes Kind? …

Herbst Herbstzeitlose Giftpflanze Heilpflanze Fotos und Collage: Brigitte Stolle 2016Foto (s): Brigitte Stolle

Im Jahr 2010 war die Herbstzeitlose „Giftpflanze des Jahres“. Sie gehört zur Familie der Zeitlosengewächse und hat im Volksmund so nette Namen wie Butterwecken, Wilde Zwiebel, Winterhauch oder Wiesenlilie … Andere Trivialnamen wie Leichenblume, Teufelsbrot, Giftblume weisen auf ihre Gefährlichkeit hin. Die Herbstzeitlose gehört zu den giftigsten heimischen Grünlandpflanzen. Das Gift steckt vor allem in Wurzel und Samen, aber auch sonst überall in der Pflanze. Schon seit alters her wird die Herbstzeitlose jedoch auch medizinisch genutzt. In meinem alten illustrierten Kräuterbuch von 1884 wird ihre Wurzel mit „riecht widerlich, schmeckt bitterscharf“ beschrieben. Es werden zahlreiche Anwendungen und Rezepturen beschrieben, die bei Rheuma, Blähsucht, Gelenkwasser, Harnleiden oder „Brustübel“ helfen sollen. Auch auf den Heilwert von „Zeitlosensauerhonig“ und „Zeitlosenessig“ wird hingewiesen. Andere Zeiten, andere Sitten. Kaum jemand würde sich heutzutage im Selbstversuch mit Zubereitungen aus giftigen Pflanzen zu heilen versuchen. Unter ärztlicher Aufsicht wird die Herbstzeitlose jedoch nach wie vor therapeutisch eingesetzt.

Mittwoch, 5. Oktober 2016

“Zwei Werke, die unterschiedlicher nicht sein könnten …”

Buchbesprechung in den BGNews-intern, Ausgabe 23, Oktober 2016
Sandra Pfisterer über “Brunhilde, Barbara und ich” und “Glückprinz

(Zwei in Stil und Genre so unterschiedliche Bücher in einem einzigen Artikel zu vereinen und dabei auch noch so etwas wie einen roten Faden erkennen zu lassen, ist kein leichtes Unterfangen. Ich finde, Frau Pfisterer hat diese knifflige Herausforderung mit Bravour bewältigt. Ich bedanke mich sehr herzlich für die kollegiale Buchbesprechung!)

BGNews-intern_Buchbesprechung von Sandra Pfisterer_Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten"_"Glücksprinz - Mannheimer Krimistück in 8 Tagen“Erinnern Sie sich noch? Da gabs mal ein paar von der BGNews-intern vorgestellte Bücher mit dem Titel “Die Köchin” oder auch die “Ameisentage”, “Bienenstich” und Limericks. Sagt Ihnen nichts mehr? Naja, kein Problem, dann will ich Ihnen auf die Sprünge helfen. Eine Kollegin der Hauptverwaltung, Brigitte Stolle, hat schon seit längerem eine kreative Feder und bringt immer wieder ihre Ideen zu Buche. Mit gleich zwei Werken, die unterschiedlicher nicht sein könnten, überrascht sie dieses Mal ihre Leserschaft.

Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten” ist ein sehr persönliches Buch mit 12 Anekdoten aus dem Leben der Schriftstellerin, ein liebevoller Bericht von Kindheitserinnerungen an eine Zeit, in der die Kirche eine maßgebliche Rolle in ihrem Leben spielte und die 60er und 70er Jahre in Edingen-Neckarhausen noch so ganz anders waren. Mit ganz viel Humor, Charme und sehr persönlichen Erzählungen gelingt es Frau Stolle, eine Zeit zu beschreiben, die so manchen eigene Erfahrungen wiederentdecken lassen und der jüngeren Generation zeigen, dass die Uhren damals einfach anders getickt haben als heute.

So anders dagegen ihr Werk “Glücksprinz“, ein lokales Fast-Theaterstück aus der heutigen Zeit. Ein Krimi? Ein Psychodrama? Auf jeden Fall ein Werk, das so gar nichts Nostalgisches oder viel zum Schwelgen hat. Die bitterböse Geschichte, eingepackt in ein rosa, harmlos wirkendes Cover, erzählt die Geschichte von zwei ungleichen Schwestern, die versuchen, ihr Lebensglück auf verschiedenste Weise zu finden: Die eine in ihrer Rolle als erfolgreiche Businessfrau und Ehegattin, die andere in ihrer verschrobenen Gedankenwelt und ihrem Weg ins “kleinkriminelle Milieu” der Quadratestadt. Trotz des traurigen Schicksals der Jüngeren gelingt es Frau Stolle, mit einer gehörigen Prise Komik in einem fast nachvollziehbaren Psychodrama dem Leser nicht nur für die Katze Mitgefühl abzugewinnen.

Unterschiedlicher könnten ihre Werke nicht sein, daher sind wir gespannt, was als nächstes aus dem kreativen Repertoire unserer Kollegin hervorgeht.

Frau Stolle ist derzeit aufgrund einer Erkrankung nicht in der BG. Wir wünschen ihr auf diesem Wege weiterhin kreative Schreibideen, viel Kraft und alles Gute, vor allem natürlich Gesundheit.” (Sandra Pfisterer, Redaktion)

(Unter dem Menüpunkt “Meine Bücher” können sämtliche Besprechungen und Kritiken (Lob und Tadel) nachgelesen werden.)

Freitag, 9. September 2016

“Ein Seitensprung, Alkoholprobleme und kleinere Delikte …”

Gerade habe ich mich vor 28 Grad und praller Mittagssonne in den Schatten geflüchtet und blättere bei Mineralwasser und Mandelhörchen in einem Prospekt über das Wikinger-Museum Haithabu, als mich die SMS der netten Nachbarin erreicht: “Hallo, Frau Stolle, Sie stehen heute in der Zeitung, ich hebe Ihnen den Artikel auf …” Toll, dass man den Mannheimer Morgen auch in Deutschlands Norden via Internet und “Morgen-Web” lesen kann. Ich bin neugierig und muss gleich mal nachschauen, was über den “Glücksprinz” geschrieben wird, bevor ich mich wieder den Skudden, den Wikingern und ihren Gebräuchen, Haustieren, Küchen- und Heilpflanzen zuwende …

Glücksprinz, ein Mannheimer Krimistück in 8 Tagen“- So lautet der Titel des nunmehr sechsten Buches der Seckenheimer Autorin Brigitte Stolle (Bild). Wer bei diesem Titel an einen netten sympathischen Mann denkt, der liegt falsch. Der Glücksprinz ist nämlich ein Spielsalon in den Quadraten der Stadt.

In ihrer “Textwerkstatt Seckenheim am Wasserturm”, schrieb die 1959 in Mannheim geborene Autorin ihren neuesten Kriminal-Roman, der, wie im Titel angedeutet, in einem Zeitraum von acht Tagen spielt. “Lassen Sie sich von dem prinzessinnenrosafarbenen Buchcover nicht täuschen”, mahnt die Autorin: “Es ist eine bitterböse Geschichte.”

Schauplatz des Geschehens ist die Mannheimer Innenstadt. Natürlich fließen in den authentischen Text auch Unterhaltungen im Mannheimer Dialekt ein. Das dürfte besonders die Leserschaft aus der Region zum Schmunzeln bringen. Mit Humor und vielen Sprichwörtern schafft es Stolle, die Sympathie des Lesers für die einfältige Protagonistin Kathie zu gewinnen. Der Kriminal-Roman ist in einfacher Sprache geschrieben. Damit passt die studierte Germanistin ihr Werk der Lebenswelt der handelnden Personen an.

Kathie, die übergewichtige Buchhalterin und ungeliebte Schwester, gerät im Verlauf der Handlung immer tiefer in die Mannheimer Kleinkriminalität, ohne etwas davon zu merken. Daneben finden immer wieder Streitigkeiten in der zerrissenen Familie statt. Ein Seitensprung, Alkoholprobleme und kleinere Delikte finden Platz im Buch. So ist der Leser nicht sicher, was genau er in den Händen hält, Millieubeschreibung, Krimi-Groteske oder Psychodrama, Stolle hat in ihrem neuesten Werk von allem ein bisschen untergebracht. ks (BILD: hje)

© Mannheimer Morgen, Freitag, 09.09.2016

Der Glücksprinz bei Amazon

Mannheimer Morgen Ausgabe Rhein-Neckar, 9. September 2016_Buchbesprechung "Glücksprinz - Mannheimer Krimistück in 8 Tagen" von Brigitte Stolle

Mittwoch, 31. August 2016

Hör auf zu mangern tun !!!

Mein aktuelles Heft SPRACHREPORT des Mannheimer Institutes für deutsche Sprache (3/2016) ist schon nach wenigen Tagen ziemlich abgegriffen und zerlesen. Erst heute Morgen musste es wieder als Kaffee-Untersetzer und Frühstückslektüre herhalten.

Es ist ja auch immer so interessant und spannend, was da an neuen „Informationen und Meinungen zur deutschen Sprache“ publiziert wird. Besonders gefallen hat mir in dieser Ausgabe der Artikel von Elke Donalies: „Röntgen - Verben aus Personalnamen“. Das Fachwort dazu heißt Deonomastika. Gemeint sind damit Wörter, die auf der Basis von Eigennamen entstanden sind; die Autorin hat jede Menge Beispiele aus der Kategorie “Verben” zusammengetragen:

Röntgen (nach Wilhem Conrad Röntgen), boykottieren (nach Charles Cunningham Boycott), mendeln (nach Gregor Mendel), dottern (nach Charles D. Dotter), galvanisieren (nach Luigi Galvani), lumbecken (nach Emil Lumbeck), lynchen (nach einem Richter namens Lynch), morsen (nach Samuel Morse), pasteurisieren (nach Louis Pasteur), aphrodisieren (nach der griechischen Liebesgöttin Aphrodite), bezirzen (nach der mythologischen Zauberin Cirze), kneippen (nach Pfarrer Kneipp), verballhornen (nach dem Drucker Johann Ballhorn) … und ganz viele andere.

Dazu kämen, so die Autorin, Spontanbildungen, z. B. von Journalisten und Zeitungsredakteuren, die (noch) nicht fachsprachlich etabliert seien und den Weg in den Duden noch nicht gefunden hätten: „Deutschland merkelt“, schrieb etwa eine Zeitung. Vertreten sind auch „wulffen“, „gaucken“, „straußeln“ usw. Sprache ist ja äußerst kreativ und das ist es, was daran so viel Spaß macht.

Solche Artikel regen die Fantasie an. Sofort habe ich angefangen, alle möglichen Verben auf einen Zusammenhang mit einem Personennamen zu untersuchen - und umgekehrt. Die Autorin gibt ihren LeserInnen auch noch den Tipp mit auf den Weg: Probieren Sie es doch mal mit Ihrem eigenen Namen!

Nee, bei mir klappt das leider nicht. Eingefallen ist mir aber noch „mangern“, womit das Sprechen in Ruhrgebietsdialekt gemeint ist. Gebildet ist das Verb nach dem 1994 verstorbenen Schauspieler Jürgen von Manger, der zwar in Ehrenbreitstein (bei Koblenz) geboren ist, mit seiner Kunst- und Bühnenfigur Adolf Tegtmeier aber sehr gekonnt einen Ruhrgebiets”ureinwohner” wiedergegeben hat. Im Netz fand ich den netten Satz: „Hör auf zu mangern tun“, wie es vielleicht ein Lehrer zu seinem “mangernden” Schüler sagen könnte.

Und wie wäre es mit „schillern“ nach Friedrich von Schiller? Nein, das ist natürlich ein kleiner Scherz! Aber ich suche weiter. Und der Mannheimer “Sprachreport bleibt mir weiterhin eine spannende Frühstückslektüre mit lustigen Anregungen.

Dienstag, 30. August 2016

Augen aus Achat und Erz …

Komm, schöne Katze an mein Herz,
doch ziehe ein die scharfen Klauen,
lass mich in deine Augen schauen,
in Augen aus Achat und Erz.

(Charles Baudelaire)

Katze Katzenfotos Katzenzitate Katzengedichte ... Foto: Brigitte Stolle
Diese Katze lässt sich von der aufdringlichen Fotografin
nicht stören, denn Körperpflege muss sein:

Katze Katzenfotos Katzenzitate Katzengedichte ... Foto: Brigitte Stolle

Katze Katzenfotos Katzenzitate Katzengedichte ... Foto: Brigitte Stolle
Jetzt sitzt die Frisur wieder:

Katze Katzenfotos Katzenzitate Katzengedichte ... Foto: Brigitte Stolle
Flohmarktkatze:

Katze Katzenfotos Katzenzitate Katzengedichte ... Foto: Brigitte Stolle
Dein wundervolles weiches Fell,

schwarz und hell,
so seidig, üppig, voller Pracht,
wie Wolkenhimmel in der Nacht,
belohnt die Hand, die dich liebkost,
mit freundlicherem Glück und Trost.

(Algernon Charles Swinburne)

Katze Katzenfotos Katzenzitate Katzengedichte ... Foto: Brigitte Stolle
Foto leider etwas verpixelt und verrauscht.

Diese Katze drang zuerst recht forsch ins Zimmer ein,
um sich dann schüchtern unterm Stuhl zu verstecken.
Keine Angst, hier wird niemand gebissen!

Katze Katzenfotos Katzenzitate Katzengedichte ... Foto: Brigitte Stolle

Siesta:

Katze Katzenfotos Katzenzitate Katzengedichte ... Foto: Brigitte Stolle

Schon die kleinste Katze ist ein Meisterwerk.
(Leonardo da Vinci)

Katze Katzenfotos Katzenzitate Katzengedichte ... Foto: Brigitte Stolle
Foto (s): Brigitte Stolle

Montag, 29. August 2016

Stolz und selbstbewusst: Salvador Dalí

„Jeden Morgen beim Erwachen genieße ich das erhabene Vergnügen, Salvador Dalí zu sein. Voller Erstaunen frage ich mich dann, was dieser Dalí heute wieder Wunderbares verrichten wird.“

Salvador Felipe Jacinto Dalí i Domènech, kurz: Salvador Dalí genannt
(durch eine Schaufensterscheibe fotografiert):

Stolz und selbstbewusst: Salvador Felipe Jacinto Dalí i Domènech, kurz: Salvador Dalí genannt - Reihe: Schaufensterfotos / Brigitte Stolle
Foto (s): Brigitte Stolle

Freitag, 26. August 2016

Joseph und die Terebinthen

Ich lese gerade mal wieder (genauer: zum zweiten Mal) die Roman-Tetralogie „Joseph und seine Brüder“ des genialen Thomas Mann. Wenn man sich erst einmal durch das Vorspiel namens „Tief ist der Brunnen der Vergangenheit“ durchgekämpft hat, erwartet einen ein sprachliches Feuerwerk, wie es für Thomas Mann üblich ist: Scharfsinn, Wortwitz, Ästhetik, Poesie … ein unvergleichliches Werk. Durchhaltevermögen muss man mitbringen … dafür wird man allerdings mit Lesevergnügen mehr als belohnt.

Gleich auf den ersten Seiten lese ich den Satz:

„Joseph also, wohnhaft im Distrikte Kenana des Landes, das ägyptisch das Obere Retenu hieß, in seines Vaters von Terebinthen und immergrünen Steineichen beschattenem Familienlager bei Hebron, ein berühmt angenehmer Jüngling, angenehm namentlich in erblicher Nachfolge seiner Mutter, die hübsch und schön gewesen war wie der Mond, wenn er voll ist, und wie Ischtars Stern, wenn er milde im Reinen schwimmt, außerdem aber, vom Vater her, ausgestattet mit Geistesgaben, durch welche er diesen wohl gar in gewissem Sinne noch übertraf …“

Terebinthen? Was ist denn das?

Ich erinnere mich dunkel, dass ich im Süden mal so etwas fotografiert habe – und werde in meinem Archiv auch bald fündig: Die Terebinthe oder Terpentin-Pistazie (Pistacia terebinthus) … es handelt sich nicht um die uns bekanntere Pistazie, die man gerne gesalzen knabbert, sondern um eine Verwandte, aus der man, wie der Name sagt, Terpentin gewinnen kann. Das kleine Rote sind die eiförmigen Früchte. Die rosafarbenen Dinger, die ein bisschen wie Garnelen aussehen, sind dagegen wuchernde Wachstumsanomalien der Blätter, eine Pflanzengalle, die durch Blattläuse verursacht wird, ein Pflanzenkrebs sozusagen.

Jetzt aber weiter mit dem Roman …

Mittelmeer-Pflanze Bibel-Pflanze ... Terebinthe Terpentin-Pistazie (Pistacia terebinthus) ... mit Gallen - Fotos und Collagen: Brigitte Stolle

Mittelmeer-Pflanze Bibel-Pflanze ... Terebinthe Terpentin-Pistazie (Pistacia terebinthus) ... mit Gallen - Fotos und Collagen: Brigitte Stolle

Mittelmeer-Pflanze Bibel-Pflanze ... Terebinthe Terpentin-Pistazie (Pistacia terebinthus) ... mit Gallen - Fotos und Collagen: Brigitte Stolle
Foto (s): Brigitte Stolle

Donnerstag, 25. August 2016

Hab-acht-Stellung

Ob der Vogel die Biene nur neugierig betrachtet oder sie gleich verschlingt?

Honig, Bienen, Imker ... Bienenstich - Imkerkrimi aus Mannheim von Brigitte Stole ... Zitat für "Bienenberufe" ... alte Postkarte mit Vögeln und Biene“In ihrem kurzen Leben, das im Sommer keine sechs Wochen währt, übt die Biene verschiedene Berufe aus, wobei die Reihenfolge nur in Notfällen variiert. Im Bienenstock arbeitet sie als Amme und Babysitterin, als Königinnen-Pflegerin und Futtergeberin, als Putzfrau und Baumeisterin, als Wachsproduzentin und Temperaturreglerin. Bevor sie in den Außendienst tritt und als Sammlerin, Erkunderin, Lastenfliegerin und Nachrichtenübermittlerin den Luftraum erobert, nimmt sie als Wächterbiene am Flugloch eine bedeutende Position wahr: Sie dient als lebende Barriere zwischen der feindlichen Umwelt und dem zu schützenden Kosmos des Bienenstockes. In permanenter Hab-Acht-Stellung harrt sie geduldig am Flugloch aus, unterscheidet Freund und Feind am Geruch; lässt diesen passieren und jagt jenen davon. Ist Gefahr in Verzug, fliegt gleich ein ganzes Geschwader dem Eindringling entgegen. Furchtlos und kühn schneiden die Verteidigerinnen einer beutegierigen Wespe, einer naschsüchtigen Spitzmaus, einem hungrigen Honigbärchen – oder einem räuberischen Menschen – den Weg ab; der Gegner wird dank einer höchst effizienten Abwehrwaffe in die Flucht geschlagen.”

Zitat aus: BIENENSTICH - Imkerkrimi aus Mannheim
auch als E-Book

Montag, 22. August 2016

Du Bienchen klein …

Bienen in Kunst und Literatur. Künstlerkarte mit Blumen, Engel und Biene. Die Zeichnerin Tilly von Baumgarten-Haindl ist die Tochter des (berühmteren) bayerischen Malers und Grafikers Eugen von Baumgarten (1865 - 1919). Sie wurde vor allem durch ihre Illustrationen von Postkarten bekannt, die meist signiert sind und “liebliche Heile-Welt-Szenen” mit Blumen, Kindern, Engeln und Tieren zeigen. Geschmackssache … dennoch bis heute beliebte Sammelobjekte. - Hier neben “Bienenstich - Imkerkrimi aus Mannheim“.

Bienen in Kunst und Literatur. Künstlerkarte mit Blumen, Engel und Biene. Die Zeichnerin Tilly von Baumgarten-Haindl ist die Tochter des (berühmteren) bayerischen Malers und Grafikers Eugen von Baumgarten (1865 - 1919). Sie wurde vor allem durch ihre Illustrationen von Postkarten bekannt, die meist signiert sind und "liebliche Heile-Welt-Szenen" mit Blumen, Kindern, Engeln und Tieren zeigen. Geschmackssache ... dennoch bis heute beliebte Sammelobjekte. - Hier neben "Bienenstich - Imkerkrimi aus Mannheim".
Bienenstich - Imkerkrimi aus Mannheim

Samstag, 20. August 2016

Wein in Kunst und Literatur

Der Wein in Kunst und Literatur. Das Gemälde: “Herr und Dame beim Wein” von Jan Vermeer van Delft (1632 - 1675). Sitzendes junges Mädchen in rotem Kleid beim Weintrinken. Ein daneben stehender Mann mit Weinkrug, der selbst kein Glas hat. Gleich wird er wieder nachschenken. Ist es eine Weinprobe - oder hat der Herr zweifelhafte Absichten? Zu sehen ist das Ölgemälde in der Gemäldegalerie Berlin.

Der Wein in Kunst und Literatur. Das Gemälde: "Herr und Dame beim Wein" von Jan Vermeer van Delft (1632 - 1675). Sitzendes junges Mädchen in rotem Kleid beim Weintrinken. Ein daneben stehender Mann mit Weinkrug, der selbst kein Glas hat. Gleich wird er wieder nachschenken. Ist es eine Weinprobe - oder hat der Herr zweifelhafte Absichten? Zu sehen ist das Ölgemälde in der Gemäldegalerie Berlin.
Romanzitat aus “Glücksprinz - Mannheimer Krimistück in 8 Tagen” … bei Amazon.

Glücksprinz - Mannheimer Krimistück in 8 Tagen ... Der Weinladen in den Mannheimer Quadraten ist schick und exquisit und heißt: Vinothek. Die Kathie schleicht zehn Minuten auf der Straße hin und her, bevor sie sich hineintraut zu dem jungen Mann. Eine Flasche Rotwein soll es sein? Französisch, italienisch ...? Französisch kommt der Kathie irgendwie edler vor. Sie hat sich vorgenommen, eine ausführliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Es kommt ihr entgegen, dass der Laden ganz leer ist. Sie lässt sich die Namen vorsprechen: Bordeaux, Châteauneuf-du-Pape, Côte du Rhône. Hier ein A.O.C. de Bourgogne. Dort ein Grand Cru Classé A. Sie hängt dem jungen Mann an den Lippen, lässt sich mitreißen vom eleganten Klang der Worte, die ihr weich wie Honig in die Ohren fließen und sie taub machen gegen die Stimme der Vernunft.

Donnerstag, 18. August 2016

Stundenbuch des Herzogs von Berry … Kalenderblatt AUGUST

Das Stundenbuch des Herzogs von Berry aus dem 15. Jahrhundert ist eine der berühmtesten illustrierten Handschriften und ein Höhepunkt der spätmittelalterlichen Buchmalerei. Die Miniaturen stammen von den Brüdern Paul, Hermann und Jean von Limburg. Der Originaltitel des “Stundenbuches”: Les Très Riches Heures du Duc de Berry. Besonders die Kalenderblätter sagen viel über mittelalterliche Traditionen und Moden aus. Jedes einzelne Kalenderbild lädt zum Betrachten und Beobachten ein; wunderbar sind die Details ausgearbeitet … der Betrachter nimmt teil am Leben und Treiben der herzoglichen Umgebung. Kleine Kunstwerke!

Hier das Kalenderblatt für den Monat August. Man erkennt Personen, die zu einer Vogeljagd aufbrechen. Der “Reiseführer” trägt auf seiner Faust den Falken. Hunde begleiten die Jagdgesellschaft. Im Hintergrund das Schloss von Étampes mit seinen Türmen, Türmchen, Zinnen und Ziegeldächern. An den Hängen unter dem Schloss ist die Getreideernte in vollem Gange. Es ist ein heißer Augusttag: im Fluss Juine wird nackt gebadet.

Kalenderblatt Monat August - Stundenbuch des Herzogs von Berry - Les Très Riches Heures du Duc de Berry - Spätmittelalterliche Buchmalerei

Samstag, 13. August 2016

Komm Schwester, gib mir deine Hand …

Regionalkrimi Mannheim psychologischer Roman Schwesternkonflikt Glücksprinz Mannheimer Krimistück in acht Tagen Brigitte StolleDer Glücksprinz bei Amazon

Samstag, 6. August 2016

Wann war sie zum letzten Mal so richtig glücklich?

Regionalkrimi Mannheim ... Glücksprinz Mannheimer Krimistück in acht Tagen von Brigitte Stolle ... Zitag ... Glück - glücklich - Glücksprinz - GlücksmomenteGlücksprinz bei Amazon

Freitag, 29. Juli 2016

Pech im Spiel UND Pech in der Liebe

www.presseverteiler.online

“… Brigitte Stolle erzählt in „Glücksprinz“ eine bitterböse Geschichte, in der eine Katze den einzigen liebenswürdigen Charakter übernimmt. “Lassen Sie sich von dem prinzessinnenrosafarbenen Buchcover nicht täuschen … es ist eine bitterböse Geschichte”, gibt uns die Autorin mit auf den Weg. Es geht sowohl um den Konflikt zwischen zwei Schwestern, um kriminelle Handlungen, um Glück im Spiel und Pech in der Liebe. Das Buch eignet sich für Leser, die gerne groteske Geschichte lesen, Humor mögen und nach kurzweiliger Unterhaltung suchen …

Brigitte Stolle - Glücksprinz ... Mannheimer Krimistück in acht TagenSchlecht gelesen, finde ich. Ich lasse ja alles Mögliche an Urteil gelten, aber es ist Pech im Spiel UND Pech in der Liebe … und ob es was mit Humor und “kurzweiliger Unterhaltung” zu tun hat … naja … Aber das mit der Katze stimmt immerhin.

Donnerstag, 28. Juli 2016

Himbeerblechkuchen mit Schwester Waltraud und Schwester Anna Elisabeth

"Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten" zieht weite (und unerwartete) Kreise. "Zwei Niederbronner Schwestern möchten Sie ganz herzlich grüßen" stand in der freundlichen E-Mail. Schwester Anna Elisabeth und Schwester Waltraud hatten das Buch gelesen, ich wurde zu Kaffee und Kuchen (und zum Signieren) eingeladen und es war ein anregender Nachmittag mit Gesprächen über Literatur und "Gott und die Welt", der mir Einblicke in ganz andere Lebenswelten ermöglichte. Gegen ein Foto hatten die beiden netten Schwestern nichts einzuwenden ... und das Rezept des köstlichen Himbeerblechkuchens (den ich leider zu fotografieren vergessen habe), bekam ich zum Nachbacken auch noch ausgehändigt. Statt "Flippy" kann man hier auch gerne Himbeersirup nehmen (so macht es die Schwester Anna Elisabeth). - Foto: Brigitte Stolle 2016Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten” zieht weite (und unerwartete) Kreise. “Zwei Niederbronner Schwestern möchten Sie ganz herzlich grüßen” stand in der freundlichen E-Mail. Schwester Anna Elisabeth und Schwester Waltraud hatten das Buch gelesen, ich wurde zu Kaffee und Kuchen (und zum Signieren) eingeladen und es war ein anregender Nachmittag mit Gesprächen über Literatur und “Gott und die Welt”, der mir Einblicke in ganz andere Lebenswelten ermöglichte. Gegen ein Foto hatten die beiden netten Schwestern nichts einzuwenden … und das Rezept des köstlichen Himbeerblechkuchens (den ich leider zu fotografieren vergessen habe), bekam ich zum Nachbacken auch noch ausgehändigt. Statt “Flippy” kann man hier auch gerne Himbeersirup nehmen (so macht es die Schwester Anna Elisabeth).

"Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten" zieht weite (und unerwartete) Kreise. "Zwei Niederbronner Schwestern möchten Sie ganz herzlich grüßen" stand in der freundlichen E-Mail. Schwester Anna Elisabeth und Schwester Waltraud hatten das Buch gelesen, ich wurde zu Kaffee und Kuchen (und zum Signieren) eingeladen und es war ein netter Nachmittag mit Gesprächen über Literatur und "Gott und die Welt", der mir Einblicke in ganz andere Lebenswelten ermöglichte. Gegen ein Foto hatten die beiden Schwestern nichts einzuwenden ... und das Rezept des köstlichen Himbeerblechkuchens (den ich leider zu fotografieren vergessen haben), bekam ich zum Nachbacken auch noch ausgehändigt. Statt "Flippy" kann man hier auch gerne Himbeersirup nehmen (so macht es die Schwester Anna Elisabeth).
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Freitag, 15. Juli 2016

Karla Kunstwadl und der Glücksprinz

Bretagne-Urlaub 2016: Nicht nur faulenzen, auch fleißiges Lesen ist angesagt. Karla Kunstwadl und ich beim Korrekturlesen des “Glücksprinzen” (Mannheimer Krimistück in 8 Tagen) im Garten unseres Ferienhäuschens. Erst danach bekommt der Verlag grünes Licht.

Karla Kunstwadl Glücksprinz Mannheimer Krimistück in 8 Tagen Brigitte Stolle
Vorsicht: Lassen Sie sich von dem prinzessinnenrosafarbenen Buchcover
nicht täuschen … es ist eine bitterböse Geschichte!”

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Bretagne-Lektüre: Schweig stille, mein Herze

Bretagne 2016. Auch im Urlaub wird gelesen … und rezensiert.
Der Bücherkoffer ist wie immer mit allerlei Schmankerln wohlgefüllt.

Im Bretagne-Urlaub 2016 gelesen: Schweig stille, mein Herze - Novelle von Ekkehard Pluta - Rezension: Brigitte Stolle

Literarisches Pralinchen

“Das kleine Büchlein „Schweig stille, mein Herze“ von Ekkehard Pluta habe ich im Urlaub gelesen, an einem Spätnachmittag im schattigen Garten eines französischen Ferienhäuschens. Eine ausgezeichnete Wahl. Die Zusammenfassung der Novelle ist schnell gemacht: Ein Literaturstudent will über den „Liebesbegriff bei Heine und Mörike“ promovieren, der zum Thema passende Doktorvater lebt mit seiner jungen Frau Miranda in beschaulicher Zweisamkeit in einem abgelegenen Schlösschen. Bei des Studenten ausgedehnten Besuchen in der ländlichen Idylle kommt es zu dem, was Goethe einst als wesentliches Kennzeichen einer Novelle herausgestellt hat: zu einer „unerhörten Begebenheit“ … Die Geschichte ist geschickt aufgebaut, die Erzählweise sympathisch anachronistisch. Neben stilistischer Gewandtheit, behutsamer Wortwahl und starken Bildern besticht der ruhige Verlauf der Handlung, die wie ein klares Bächlein dahinfließt. „Unaufgeregt“ würde man das auf Neudeutsch nennen. Wie „Prospero“ in der Novelle habe ich bei der Lektüre ein Glas Rotwein „geschlotzt“, die literarischen Diskussionen gespannt verfolgt und mich dabei auch noch wunderbar entspannt. „Ihr tausend Blätter im Walde wisst, ich hab’ Schön-Rohtrauts Mund geküsst – schweig stille, mein Herze“. - Fazit: Ein Pralinchen für Literaturbegeisterte.(Rezension: Brigitte Stolle)

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Das Grab des kleinen Schiffsjungen

Bretagne, Port Navalo: La tombe du petit mousse. Das Grab des kleinen Schiffsjungen. Naja, direkt KLEIN kann man diesen Schiffs”jungen” nicht nennen, der hier bei Port Navalo seine letzte Ruhestätte in Form eines beachtlichen Grabmals (Tombeau) gefunden hat. Das Hinweisschild am Ufer spricht immerhin von einem „homme d’une trentaine“, einem etwa dreißigjährigen Mann, dessen Leiche (cadavre) am 2. Oktober 1859 das Meer nach zwei Monaten Aufenthalt im Wasser bei Port Navalo endlich an Land gespült hat. Auf seiner Jacke (le gilet) und seiner Hose (le pantalon) seien Kupferknöpfe (boutons de cuivre) mit Anker- und Kanonenmotiven gewesen, weshalb man in ihm einen jungen Seemann oder Matrosen vermutete. Der unbekannte Tote wurde „Le Petit Mousse“ – „Der kleine Schiffsjunge“ genannt. Auf Anraten der Ärzte wurde der schwer zu transportierende Leichnam in weiße Laken gewickelt und gleich an Ort und Stelle beigesetzt.

Bretagne, Port Navalo: La tombe du petit mousse. Das Grab des kleinen Schiffsjungen. - Fotos: Brigitte Stolle 2016
Die Informationstafel enthält ferner einen
Auszug aus einem Gedicht von Vicor Hugo:

 Cette nuit, il pleuvait, la marée était haute,
Un brouillard lourd et gris couvrait toute la côte,
Les brisants aboyaient comme des chiens, le flot
Aux pleurs du ciel profond joignait son noir sanglot
Des marins en détresse appelaient à leur aide.

 „Es regnete in dieser Nacht, die Flut war hoch …“

Hier also das berühmte Grab (tombe) bzw. Grabmal (tombeau) des „kleinen Schiffsjungen“ in Port Navalo, zu dem auch noch alte Ansichtskarten im Umlauf sind (siehe Collage).

Bretagne, Port Navalo: La tombe du petit mousse. Das Grab des kleinen Schiffsjungen. - Fotos: Brigitte Stolle 2016
Bretagne-Urlaub 2016
Foto (s): Brigitte Stolle

Sonntag, 3. Juli 2016

Abteikirche Saint-Gildas-en-Rhuys

Abteikirche Klosterkirche Saint-Gildas-de-Rhuys Saint-Gildas-en-Rhuys romanisch Abt Abaelard Luise Rinser Foto Brigitte Stolle Bretagne 2016Die Abteikirche in Saint-Gildas-de-Rhuys hat mich überrascht. So eine tolle romanische Kirche in einem doch relativ kleinen Ort. Wirklich sehenswert - und geschichtsträchtig noch dazu. Im Inneren findet man die Gruft des Heiligen Gildas (494-570), des schottischen Klostergründers. Nebenan der kleine Friedhof des Ortes, dessen Eingangstor und Mauereinfassung aus den gleichen Steinen wie die Kirche gebaut sind. Peter Abaelard war einst Abt von Saint-Gildas-en-Rhuys. Die tragische Liebesgeschichte zwischen ihm und seiner Schülerin Héloise, die von ihm schwanger (Sohn Astralabius) und in ein Kloster geschickt wurde, liest man sehr berührend bei unserer großen Luise Rinser nach: “Abelards Liebe“. 1138 haben übrigens die Mönche von Saint-Gildas-en-Rhuys begonnen, gegen ihren Abt Abaelard zu stänkern, in der Folge versuchten sie gar, ihn zu vergiften. Er entkam … Um die Abteikirche herum: eine Fotoausstellung, die mich begeistert hat und zu der es eigene Bilder gibt.

Abteikirche Klosterkirche Saint-Gildas-de-Rhuys Saint-Gildas-en-Rhuys romanisch Abt Abaelard Luise Rinser Foto Brigitte Stolle Bretagne 2016

Abteikirche Klosterkirche Saint-Gildas-de-Rhuys Saint-Gildas-en-Rhuys romanisch Abt Abaelard Luise Rinser Foto Brigitte Stolle Bretagne 2016

Abteikirche Klosterkirche Saint-Gildas-de-Rhuys Saint-Gildas-en-Rhuys romanisch Abt Abaelard Luise Rinser Foto Brigitte Stolle Bretagne 2016

Abteikirche Klosterkirche Saint-Gildas-de-Rhuys Saint-Gildas-en-Rhuys romanisch Abt Abaelard Luise Rinser Foto Brigitte Stolle Bretagne 2016

Abteikirche Klosterkirche Saint-Gildas-de-Rhuys Saint-Gildas-en-Rhuys romanisch Abt Abaelard Luise Rinser Foto Brigitte Stolle Bretagne 2016

Abteikirche Klosterkirche Saint-Gildas-de-Rhuys Saint-Gildas-en-Rhuys romanisch Abt Abaelard Luise Rinser Foto Brigitte Stolle Bretagne 2016
Bretagne-Urlaub 2016

Foto (s): Brigitte Stolle

Donnerstag, 30. Juni 2016

Interview: “Stoischer Humor eine gute Lösung”

Das Konradsblatt, die Wochenzeitung für das Erzbistum Freiburg, war so nett, mein Büchlein “Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten” ab der Ausgabe 20 vom 15. Mai 2016 als eine Art “Fortsetzungsroman” in insgesamt 7 Ausgaben vorzustellen. An Pfingsten begann die Reihe mit der Geschichte “Als ich bei der Predigt an Gabis Blinddarm dachte und wie ein Sack umfiel“. Redakteur Thomas Arzner hat die einzelnen Kapitel gekonnt und pointiert in ein bis zwei Sätzen zusammengefasst und dem Ganzen damit einen schönen Rahmen gegeben. Die Ausgabe 27 enthielt dann zusätzlich noch das Interview “Autorin Brigitte Stolle über ihre Kindheit, die sie in ihrem Buch beschrieb” mit der Überschrift “Stoischer Humor eine gute Lösung“. Gleichzeitig wurden die Leser und Leserinnen des Konradsblattes aufgefordert, eigene Kindheitserlebnisse und Erinnerungen aufzuschreiben und einzusenden. Einige davon würden zu gegebener Zeit in der Zeitschrift veröffentlicht werden. Da darf man gespannt sein.

Für das Interesse an meiner Arbeit und die wohlwollende Unterstützung bedanke ich mich ganz herzlich bei der Konradsblatt-Redaktion, besonders natürlich bei Herrn Arzner. Mein Dank geht auch an die Leser und Leserinnen, die zahlreichen Anrufer, Brief- und Mailschreiber, die mir positive Feedbacks, zum Teil berührende eigene Erinnerungen, viel Lob und Zuspruch zuteil werden ließen.   

Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten - Edingen-Neckarhausen - Kinheits- und Jugenderinnerungen - Konradsblatt - Stoischer Humor
Das Interview mit Redakteur Thomas Arzner
kann man HIER etwas augenschonender lesen.

Dienstag, 21. Juni 2016

Dornröschen - La Belle au Bois Dormant - Sleeping beauty

À Rigny-Ussé, je lis, tu lis, ils lisent. Ich lese, du liest, sie lesen ... Ja, was lesen sie denn in Rigny-Ussé? Na, wahrscheinlich Märchen. Und ganz besonders das Märchen "Dornröschen", das im französischen Original "La belle au bois dormant" heißt. - Der 1628 in Paris geborene französische Schriftsteller Charles Perrault, der durch seine Märchensammlung "Histoires ou Contes du temps passé" (Geschichten oder Erzählungen aus alter Zeit) bekannt ist, hat sich bei einem Aufenthalt im Schloss von Ussé von der Romantik des Ortes und der turmreichen Schlossanlage zu dem Märchen inspirieren lassen, das später die deutschen Brüder Grimm von ihm übernommen und in "Dornröschen" umgetauft haben. - Im Gegensatz zu dem deutschen "Dornröschen" der Gebrüder Grimm hat die Prinzessin in der Geschichte von Charles Perrault einen Namen: sie heißt Aurore. Und der junge Prinz, der sie nach 100 Jahren aus dem Schlaf erweckt ist "Prince Charmant". - Rosen spielen im Märchenschloss von Ussé natürlich eine große Rolle, auch wenn der Name "Dornröschen" botanisch gesehen nicht korrekt ist. Rosen besitzen Stacheln und deine Dornen. Genau genommen müsste das Märchen "Stachelröschen" heißen ... dies aber nur mal so am Rande erwähnt ... Neben der "Schlafenden Schönen im Walde" stammen noch viele andere bekannte Märchen unserer Gebrüder Grimm aus der Feder des Franzosen Charles Perrault: Aschenputtel (Cendrillon) zum Beispiel. Und: Blaubart (La Barbe bleu), Rotkäppchen (Le Petit Chaperon rouge), der gestiefelte Kater (Le Chat botté), der kleine Däumlich (Le Petit Poucet) ... Foto: Brigitte Stolle 2016

À Rigny-Ussé, je lis, tu lis, ils lisent. Ich lese, du liest, sie lesen ... Ja, was lesen sie denn in Rigny-Ussé? Na, wahrscheinlich Märchen. Und ganz besonders das Märchen "Dornröschen", das im französischen Original "La belle au bois dormant" heißt. - Der 1628 in Paris geborene französische Schriftsteller Charles Perrault, der durch seine Märchensammlung "Histoires ou Contes du temps passé" (Geschichten oder Erzählungen aus alter Zeit) bekannt ist, hat sich bei einem Aufenthalt im Schloss von Ussé von der Romantik des Ortes und der turmreichen Schlossanlage zu dem Märchen inspirieren lassen, das später die deutschen Brüder Grimm von ihm übernommen und in "Dornröschen" umgetauft haben. - Im Gegensatz zu dem deutschen "Dornröschen" der Gebrüder Grimm hat die Prinzessin in der Geschichte von Charles Perrault einen Namen: sie heißt Aurore. Und der junge Prinz, der sie nach 100 Jahren aus dem Schlaf erweckt ist "Prince Charmant". - Rosen spielen im Märchenschloss von Ussé natürlich eine große Rolle, auch wenn der Name "Dornröschen" botanisch gesehen nicht korrekt ist. Rosen besitzen Stacheln und deine Dornen. Genau genommen müsste das Märchen "Stachelröschen" heißen ... dies aber nur mal so am Rande erwähnt ... Neben der "Schlafenden Schönen im Walde" stammen noch viele andere bekannte Märchen unserer Gebrüder Grimm aus der Feder des Franzosen Charles Perrault: Aschenputtel (Cendrillon) zum Beispiel. Und: Blaubart (La Barbe bleu), Rotkäppchen (Le Petit Chaperon rouge), der gestiefelte Kater (Le Chat botté), der kleine Däumlich (Le Petit Poucet) ... Foto: Brigitte Stolle 2016
À Rigny-Ussé, je lis, tu lis, ils lisent. Ich lese, du liest, sie lesen … Ja, was lesen sie denn in Rigny-Ussé? Na, wahrscheinlich Märchen. Und ganz besonders das Märchen “Dornröschen“, das im französischen Original “La belle au bois dormant” heißt.

À Rigny-Ussé, je lis, tu lis, ils lisent. Ich lese, du liest, sie lesen ... Ja, was lesen sie denn in Rigny-Ussé? Na, wahrscheinlich Märchen. Und ganz besonders das Märchen "Dornröschen", das im französischen Original "La belle au bois dormant" heißt. - Der 1628 in Paris geborene französische Schriftsteller Charles Perrault, der durch seine Märchensammlung "Histoires ou Contes du temps passé" (Geschichten oder Erzählungen aus alter Zeit) bekannt ist, hat sich bei einem Aufenthalt im Schloss von Ussé von der Romantik des Ortes und der turmreichen Schlossanlage zu dem Märchen inspirieren lassen, das später die deutschen Brüder Grimm von ihm übernommen und in "Dornröschen" umgetauft haben. - Im Gegensatz zu dem deutschen "Dornröschen" der Gebrüder Grimm hat die Prinzessin in der Geschichte von Charles Perrault einen Namen: sie heißt Aurore. Und der junge Prinz, der sie nach 100 Jahren aus dem Schlaf erweckt ist "Prince Charmant". - Rosen spielen im Märchenschloss von Ussé natürlich eine große Rolle, auch wenn der Name "Dornröschen" botanisch gesehen nicht korrekt ist. Rosen besitzen Stacheln und deine Dornen. Genau genommen müsste das Märchen "Stachelröschen" heißen ... dies aber nur mal so am Rande erwähnt ... Neben der "Schlafenden Schönen im Walde" stammen noch viele andere bekannte Märchen unserer Gebrüder Grimm aus der Feder des Franzosen Charles Perrault: Aschenputtel (Cendrillon) zum Beispiel. Und: Blaubart (La Barbe bleu), Rotkäppchen (Le Petit Chaperon rouge), der gestiefelte Kater (Le Chat botté), der kleine Däumlich (Le Petit Poucet) ... Foto: Brigitte Stolle 2016

À Rigny-Ussé, je lis, tu lis, ils lisent. Ich lese, du liest, sie lesen ... Ja, was lesen sie denn in Rigny-Ussé? Na, wahrscheinlich Märchen. Und ganz besonders das Märchen "Dornröschen", das im französischen Original "La belle au bois dormant" heißt. - Der 1628 in Paris geborene französische Schriftsteller Charles Perrault, der durch seine Märchensammlung "Histoires ou Contes du temps passé" (Geschichten oder Erzählungen aus alter Zeit) bekannt ist, hat sich bei einem Aufenthalt im Schloss von Ussé von der Romantik des Ortes und der turmreichen Schlossanlage zu dem Märchen inspirieren lassen, das später die deutschen Brüder Grimm von ihm übernommen und in "Dornröschen" umgetauft haben. - Im Gegensatz zu dem deutschen "Dornröschen" der Gebrüder Grimm hat die Prinzessin in der Geschichte von Charles Perrault einen Namen: sie heißt Aurore. Und der junge Prinz, der sie nach 100 Jahren aus dem Schlaf erweckt ist "Prince Charmant". - Rosen spielen im Märchenschloss von Ussé natürlich eine große Rolle, auch wenn der Name "Dornröschen" botanisch gesehen nicht korrekt ist. Rosen besitzen Stacheln und deine Dornen. Genau genommen müsste das Märchen "Stachelröschen" heißen ... dies aber nur mal so am Rande erwähnt ... Neben der "Schlafenden Schönen im Walde" stammen noch viele andere bekannte Märchen unserer Gebrüder Grimm aus der Feder des Franzosen Charles Perrault: Aschenputtel (Cendrillon) zum Beispiel. Und: Blaubart (La Barbe bleu), Rotkäppchen (Le Petit Chaperon rouge), der gestiefelte Kater (Le Chat botté), der kleine Däumlich (Le Petit Poucet) ... Foto: Brigitte Stolle 2016
Der 1628 in Paris geborene französische Schriftsteller Charles Perrault, der durch seine Märchensammlung “Histoires ou Contes du temps passé” (Geschichten oder Erzählungen aus alter Zeit) bekannt ist, hat sich bei einem Aufenthalt im Schloss von Ussé von der Romantik des Ortes und der turmreichen Schlossanlage zu dem Märchen inspirieren lassen, das später die deutschen Brüder Grimm von ihm übernommen und in “Dornröschen” umgetauft haben.

À Rigny-Ussé, je lis, tu lis, ils lisent. Ich lese, du liest, sie lesen ... Ja, was lesen sie denn in Rigny-Ussé? Na, wahrscheinlich Märchen. Und ganz besonders das Märchen "Dornröschen", das im französischen Original "La belle au bois dormant" heißt. - Der 1628 in Paris geborene französische Schriftsteller Charles Perrault, der durch seine Märchensammlung "Histoires ou Contes du temps passé" (Geschichten oder Erzählungen aus alter Zeit) bekannt ist, hat sich bei einem Aufenthalt im Schloss von Ussé von der Romantik des Ortes und der turmreichen Schlossanlage zu dem Märchen inspirieren lassen, das später die deutschen Brüder Grimm von ihm übernommen und in "Dornröschen" umgetauft haben. - Im Gegensatz zu dem deutschen "Dornröschen" der Gebrüder Grimm hat die Prinzessin in der Geschichte von Charles Perrault einen Namen: sie heißt Aurore. Und der junge Prinz, der sie nach 100 Jahren aus dem Schlaf erweckt ist "Prince Charmant". - Rosen spielen im Märchenschloss von Ussé natürlich eine große Rolle, auch wenn der Name "Dornröschen" botanisch gesehen nicht korrekt ist. Rosen besitzen Stacheln und deine Dornen. Genau genommen müsste das Märchen "Stachelröschen" heißen ... dies aber nur mal so am Rande erwähnt ... Neben der "Schlafenden Schönen im Walde" stammen noch viele andere bekannte Märchen unserer Gebrüder Grimm aus der Feder des Franzosen Charles Perrault: Aschenputtel (Cendrillon) zum Beispiel. Und: Blaubart (La Barbe bleu), Rotkäppchen (Le Petit Chaperon rouge), der gestiefelte Kater (Le Chat botté), der kleine Däumlich (Le Petit Poucet) ... Foto: Brigitte Stolle 2016Im Gegensatz zu dem deutschen “Dornröschen” der Gebrüder Grimm hat die Prinzessin in der Geschichte von Charles Perrault einen Namen: sie heißt Aurore. Und der junge Prinz, der sie nach 100 Jahren aus dem Schlaf erweckt, ist “Prince Charmant” :-)))

À Rigny-Ussé, je lis, tu lis, ils lisent. Ich lese, du liest, sie lesen ... Ja, was lesen sie denn in Rigny-Ussé? Na, wahrscheinlich Märchen. Und ganz besonders das Märchen "Dornröschen", das im französischen Original "La belle au bois dormant" heißt. - Der 1628 in Paris geborene französische Schriftsteller Charles Perrault, der durch seine Märchensammlung "Histoires ou Contes du temps passé" (Geschichten oder Erzählungen aus alter Zeit) bekannt ist, hat sich bei einem Aufenthalt im Schloss von Ussé von der Romantik des Ortes und der turmreichen Schlossanlage zu dem Märchen inspirieren lassen, das später die deutschen Brüder Grimm von ihm übernommen und in "Dornröschen" umgetauft haben. - Im Gegensatz zu dem deutschen "Dornröschen" der Gebrüder Grimm hat die Prinzessin in der Geschichte von Charles Perrault einen Namen: sie heißt Aurore. Und der junge Prinz, der sie nach 100 Jahren aus dem Schlaf erweckt ist "Prince Charmant". - Rosen spielen im Märchenschloss von Ussé natürlich eine große Rolle, auch wenn der Name "Dornröschen" botanisch gesehen nicht korrekt ist. Rosen besitzen Stacheln und deine Dornen. Genau genommen müsste das Märchen "Stachelröschen" heißen ... dies aber nur mal so am Rande erwähnt ... Neben der "Schlafenden Schönen im Walde" stammen noch viele andere bekannte Märchen unserer Gebrüder Grimm aus der Feder des Franzosen Charles Perrault: Aschenputtel (Cendrillon) zum Beispiel. Und: Blaubart (La Barbe bleu), Rotkäppchen (Le Petit Chaperon rouge), der gestiefelte Kater (Le Chat botté), der kleine Däumlich (Le Petit Poucet) ... Foto: Brigitte Stolle 2016Rosen spielen im Märchenschloss von Ussé natürlich eine große Rolle, auch wenn der Name “Dornröschen” botanisch gesehen nicht korrekt ist. Rosen besitzen Stacheln und keine Dornen. Genau genommen müsste das Märchen “Stachelröschen” heißen … dies aber nur mal so am Rande erwähnt …

À Rigny-Ussé, je lis, tu lis, ils lisent. Ich lese, du liest, sie lesen ... Ja, was lesen sie denn in Rigny-Ussé? Na, wahrscheinlich Märchen. Und ganz besonders das Märchen "Dornröschen", das im französischen Original "La belle au bois dormant" heißt. - Der 1628 in Paris geborene französische Schriftsteller Charles Perrault, der durch seine Märchensammlung "Histoires ou Contes du temps passé" (Geschichten oder Erzählungen aus alter Zeit) bekannt ist, hat sich bei einem Aufenthalt im Schloss von Ussé von der Romantik des Ortes und der turmreichen Schlossanlage zu dem Märchen inspirieren lassen, das später die deutschen Brüder Grimm von ihm übernommen und in "Dornröschen" umgetauft haben. - Im Gegensatz zu dem deutschen "Dornröschen" der Gebrüder Grimm hat die Prinzessin in der Geschichte von Charles Perrault einen Namen: sie heißt Aurore. Und der junge Prinz, der sie nach 100 Jahren aus dem Schlaf erweckt ist "Prince Charmant". - Rosen spielen im Märchenschloss von Ussé natürlich eine große Rolle, auch wenn der Name "Dornröschen" botanisch gesehen nicht korrekt ist. Rosen besitzen Stacheln und deine Dornen. Genau genommen müsste das Märchen "Stachelröschen" heißen ... dies aber nur mal so am Rande erwähnt ... Neben der "Schlafenden Schönen im Walde" stammen noch viele andere bekannte Märchen unserer Gebrüder Grimm aus der Feder des Franzosen Charles Perrault: Aschenputtel (Cendrillon) zum Beispiel. Und: Blaubart (La Barbe bleu), Rotkäppchen (Le Petit Chaperon rouge), der gestiefelte Kater (Le Chat botté), der kleine Däumlich (Le Petit Poucet) ... Foto: Brigitte Stolle 2016

À Rigny-Ussé, je lis, tu lis, ils lisent. Ich lese, du liest, sie lesen ... Ja, was lesen sie denn in Rigny-Ussé? Na, wahrscheinlich Märchen. Und ganz besonders das Märchen "Dornröschen", das im französischen Original "La belle au bois dormant" heißt. - Der 1628 in Paris geborene französische Schriftsteller Charles Perrault, der durch seine Märchensammlung "Histoires ou Contes du temps passé" (Geschichten oder Erzählungen aus alter Zeit) bekannt ist, hat sich bei einem Aufenthalt im Schloss von Ussé von der Romantik des Ortes und der turmreichen Schlossanlage zu dem Märchen inspirieren lassen, das später die deutschen Brüder Grimm von ihm übernommen und in "Dornröschen" umgetauft haben. - Im Gegensatz zu dem deutschen "Dornröschen" der Gebrüder Grimm hat die Prinzessin in der Geschichte von Charles Perrault einen Namen: sie heißt Aurore. Und der junge Prinz, der sie nach 100 Jahren aus dem Schlaf erweckt ist "Prince Charmant". - Rosen spielen im Märchenschloss von Ussé natürlich eine große Rolle, auch wenn der Name "Dornröschen" botanisch gesehen nicht korrekt ist. Rosen besitzen Stacheln und deine Dornen. Genau genommen müsste das Märchen "Stachelröschen" heißen ... dies aber nur mal so am Rande erwähnt ... Neben der "Schlafenden Schönen im Walde" stammen noch viele andere bekannte Märchen unserer Gebrüder Grimm aus der Feder des Franzosen Charles Perrault: Aschenputtel (Cendrillon) zum Beispiel. Und: Blaubart (La Barbe bleu), Rotkäppchen (Le Petit Chaperon rouge), der gestiefelte Kater (Le Chat botté), der kleine Däumlich (Le Petit Poucet) ... Foto: Brigitte Stolle 2016

À Rigny-Ussé, je lis, tu lis, ils lisent. Ich lese, du liest, sie lesen ... Ja, was lesen sie denn in Rigny-Ussé? Na, wahrscheinlich Märchen. Und ganz besonders das Märchen "Dornröschen", das im französischen Original "La belle au bois dormant" heißt. - Der 1628 in Paris geborene französische Schriftsteller Charles Perrault, der durch seine Märchensammlung "Histoires ou Contes du temps passé" (Geschichten oder Erzählungen aus alter Zeit) bekannt ist, hat sich bei einem Aufenthalt im Schloss von Ussé von der Romantik des Ortes und der turmreichen Schlossanlage zu dem Märchen inspirieren lassen, das später die deutschen Brüder Grimm von ihm übernommen und in "Dornröschen" umgetauft haben. - Im Gegensatz zu dem deutschen "Dornröschen" der Gebrüder Grimm hat die Prinzessin in der Geschichte von Charles Perrault einen Namen: sie heißt Aurore. Und der junge Prinz, der sie nach 100 Jahren aus dem Schlaf erweckt ist "Prince Charmant". - Rosen spielen im Märchenschloss von Ussé natürlich eine große Rolle, auch wenn der Name "Dornröschen" botanisch gesehen nicht korrekt ist. Rosen besitzen Stacheln und deine Dornen. Genau genommen müsste das Märchen "Stachelröschen" heißen ... dies aber nur mal so am Rande erwähnt ... Neben der "Schlafenden Schönen im Walde" stammen noch viele andere bekannte Märchen unserer Gebrüder Grimm aus der Feder des Franzosen Charles Perrault: Aschenputtel (Cendrillon) zum Beispiel. Und: Blaubart (La Barbe bleu), Rotkäppchen (Le Petit Chaperon rouge), der gestiefelte Kater (Le Chat botté), der kleine Däumlich (Le Petit Poucet) ... Foto: Brigitte Stolle 2016Neben der “Schlafenden Schönen im Walde” stammen noch viele andere bekannte Märchen unserer Gebrüder Grimm aus der Feder des Franzosen Charles Perrault: Aschenputtel (Cendrillon) zum Beispiel. Und: Blaubart (La Barbe bleu), Rotkäppchen (Le Petit Chaperon rouge), der gestiefelte Kater (Le Chat botté), der kleine Däumling (Le Petit Poucet) …

Der gestiefelte Kater (Le Chat botté):

À Rigny-Ussé, je lis, tu lis, ils lisent. Ich lese, du liest, sie lesen ... Ja, was lesen sie denn in Rigny-Ussé? Na, wahrscheinlich Märchen. Und ganz besonders das Märchen "Dornröschen", das im französischen Original "La belle au bois dormant" heißt. - Der 1628 in Paris geborene französische Schriftsteller Charles Perrault, der durch seine Märchensammlung "Histoires ou Contes du temps passé" (Geschichten oder Erzählungen aus alter Zeit) bekannt ist, hat sich bei einem Aufenthalt im Schloss von Ussé von der Romantik des Ortes und der turmreichen Schlossanlage zu dem Märchen inspirieren lassen, das später die deutschen Brüder Grimm von ihm übernommen und in "Dornröschen" umgetauft haben. - Im Gegensatz zu dem deutschen "Dornröschen" der Gebrüder Grimm hat die Prinzessin in der Geschichte von Charles Perrault einen Namen: sie heißt Aurore. Und der junge Prinz, der sie nach 100 Jahren aus dem Schlaf erweckt ist "Prince Charmant". - Rosen spielen im Märchenschloss von Ussé natürlich eine große Rolle, auch wenn der Name "Dornröschen" botanisch gesehen nicht korrekt ist. Rosen besitzen Stacheln und deine Dornen. Genau genommen müsste das Märchen "Stachelröschen" heißen ... dies aber nur mal so am Rande erwähnt ... Neben der "Schlafenden Schönen im Walde" stammen noch viele andere bekannte Märchen unserer Gebrüder Grimm aus der Feder des Franzosen Charles Perrault: Aschenputtel (Cendrillon) zum Beispiel. Und: Blaubart (La Barbe bleu), Rotkäppchen (Le Petit Chaperon rouge), der gestiefelte Kater (Le Chat botté), der kleine Däumlich (Le Petit Poucet) ... Foto: Brigitte Stolle 2016
Frankreich-Urlaub Mai/Juni 2016
Schlösser und Orte an der Loire und ihren Nebenflüssen
hier: Château d’Ussé in Rigny-Ussé an der Indre

Foto (s): Brigitte Stolle

Freitag, 17. Juni 2016

Rabelais - extreme Sinnesfreuden

Hier sitzt er, der berühmteste Sohn der Stadt Chinon: François Rabelais, geboren 1499 allhier, gestorben 1552 in Paris. Arzt, Heiler, Bettelmönch, Satiriker … einer der bedeutendsten französischen Renaissance-Schriftsteller und noch dazu einer, an dem sich die Geister scheiden. Sein Romanzyklus „Gargantua und Pantagruel – ein Werk übermütiger Sinnesfreude“ ist Literatur-Interessierten ein Begriff. Ganz besonders natürlich in seinem Heimatland Frankreich, wo sich bis heute viele Redewendungen der Alltagssprache auf Rabelais und seine Bände beziehen und sich mittlerweile verselbstständigt haben: un appétit pantagruélique – ein pantagruelischer Appetit / un repas gargantuesque - ein gargantuesker Schmaus usw. Auch seine Zitate, Aussprüche, Aphorismen sind nach wie vor bekannt: „Der Appetit kommt beim Essen. – Besser ist’s, zum Lachen schreiben denn zum Weinen; eigenstes der Menschen ist das Lachen. – Eine gesunde Seele kann nicht in einem trockenen Körper wohnen. – Zieh den Vorhang, die Komödie ist aus.“ Ironie, Witz, Sarkasmus und derber Realismus prägen sein Werk. Bedenkt man zum Beispiel die in „Gargantua und Pantagruel“ in obszöner Sprache und peinlichster Ausführlichkeit dargelegte Abhandlung zum Thema, wie und womit man sich nach dem Toilettenbesuch den Popo abwischen sollte und dass dafür weiche, flaumige Entenküken am besten geeignet seien (ja pfui, die armen Tierchen!), kann man das Werk kaum als realistisch und derb, sondern muss es als sehr-sehr-sehr derb bezeichnen. Ähnliches gilt für Szenen zu Geschlechtsverkehr und üppigem Fressen. Ein extrem „sinnenfreudiges“ Werk für starke Nerven. (Brigitte Stolle, 2016) Text und Foto: Brigitte Stolle 2016Hier sitzt er, der berühmteste Sohn der Stadt Chinon: François Rabelais, geboren 1499 allhier, gestorben 1552 in Paris. In Chinon taucht sein Name vielerorten auf: Restaurants sind nach ihm benannt, Straßen, Plätze. Rabelais war Arzt, Heiler, Bettelmönch, Satiriker … einer der bedeutendsten französischen Renaissance-Schriftsteller und noch dazu einer, an dem sich die Geister scheiden. Sein Romanzyklus „Gargantua und Pantagruel – ein Werk übermütiger Sinnesfreude“ ist Literatur-Interessierten ein Begriff. Ganz besonders natürlich in seinem Heimatland Frankreich, wo sich bis heute viele Redewendungen der Alltagssprache auf Rabelais und seine Bände beziehen und sich mittlerweile verselbstständigt haben: un appétit pantagruélique – ein pantagruelischer Appetit / un repas gargantuesque - ein gargantuesker Schmaus usw. Auch seine Zitate, Aussprüche, Aphorismen sind nach wie vor bekannt: „Der Appetit kommt beim Essen. – Besser ist’s, zum Lachen schreiben denn zum Weinen; eigenstes der Menschen ist das Lachen. – Eine gesunde Seele kann nicht in einem trockenen Körper wohnen. – Zieh den Vorhang, die Komödie ist aus.“ Ironie, Witz, Sarkasmus und derber Realismus prägen sein Werk. Bedenkt man zum Beispiel die in „Gargantua und Pantagruel“ in obszöner Sprache und peinlichster Ausführlichkeit dargelegte Abhandlung zum Thema, wie und womit man sich nach dem Toilettenbesuch den Popo abwischen sollte und dass dafür weiche, flaumige Entenküken am besten geeignet seien (ja pfui, die armen Tierchen!), kann man das Werk kaum als realistisch und derb, sondern muss es als sehr-sehr-sehr derb bezeichnen :-) Ähnliches gilt für Szenen zu Geschlechtsverkehr und üppigem Fressen. Ein extrem „sinnenfreudiges“ Werk für starke Nerven. (Brigitte Stolle, 2016)

Hier sitzt er, der berühmteste Sohn der Stadt Chinon: François Rabelais, geboren 1499 allhier, gestorben 1552 in Paris. Arzt, Heiler, Bettelmönch, Satiriker … einer der bedeutendsten französischen Renaissance-Schriftsteller und noch dazu einer, an dem sich die Geister scheiden. Sein Romanzyklus „Gargantua und Pantagruel – ein Werk übermütiger Sinnesfreude“ ist Literatur-Interessierten ein Begriff. Ganz besonders natürlich in seinem Heimatland Frankreich, wo sich bis heute viele Redewendungen der Alltagssprache auf Rabelais und seine Bände beziehen und sich mittlerweile verselbstständigt haben: un appétit pantagruélique – ein pantagruelischer Appetit / un repas gargantuesque - ein gargantuesker Schmaus usw. Auch seine Zitate, Aussprüche, Aphorismen sind nach wie vor bekannt: „Der Appetit kommt beim Essen. – Besser ist’s, zum Lachen schreiben denn zum Weinen; eigenstes der Menschen ist das Lachen. – Eine gesunde Seele kann nicht in einem trockenen Körper wohnen. – Zieh den Vorhang, die Komödie ist aus.“ Ironie, Witz, Sarkasmus und derber Realismus prägen sein Werk. Bedenkt man zum Beispiel die in „Gargantua und Pantagruel“ in obszöner Sprache und peinlichster Ausführlichkeit dargelegte Abhandlung zum Thema, wie und womit man sich nach dem Toilettenbesuch den Popo abwischen sollte und dass dafür weiche, flaumige Entenküken am besten geeignet seien (ja pfui, die armen Tierchen!), kann man das Werk kaum als realistisch und derb, sondern muss es als sehr-sehr-sehr derb bezeichnen. Ähnliches gilt für Szenen zu Geschlechtsverkehr und üppigem Fressen. Ein extrem „sinnenfreudiges“ Werk für starke Nerven. (Brigitte Stolle, 2016) Text und Foto: Brigitte Stolle 2016

Hier sitzt er, der berühmteste Sohn der Stadt Chinon: François Rabelais, geboren 1499 allhier, gestorben 1552 in Paris. Arzt, Heiler, Bettelmönch, Satiriker … einer der bedeutendsten französischen Renaissance-Schriftsteller und noch dazu einer, an dem sich die Geister scheiden. Sein Romanzyklus „Gargantua und Pantagruel – ein Werk übermütiger Sinnesfreude“ ist Literatur-Interessierten ein Begriff. Ganz besonders natürlich in seinem Heimatland Frankreich, wo sich bis heute viele Redewendungen der Alltagssprache auf Rabelais und seine Bände beziehen und sich mittlerweile verselbstständigt haben: un appétit pantagruélique – ein pantagruelischer Appetit / un repas gargantuesque - ein gargantuesker Schmaus usw. Auch seine Zitate, Aussprüche, Aphorismen sind nach wie vor bekannt: „Der Appetit kommt beim Essen. – Besser ist’s, zum Lachen schreiben denn zum Weinen; eigenstes der Menschen ist das Lachen. – Eine gesunde Seele kann nicht in einem trockenen Körper wohnen. – Zieh den Vorhang, die Komödie ist aus.“ Ironie, Witz, Sarkasmus und derber Realismus prägen sein Werk. Bedenkt man zum Beispiel die in „Gargantua und Pantagruel“ in obszöner Sprache und peinlichster Ausführlichkeit dargelegte Abhandlung zum Thema, wie und womit man sich nach dem Toilettenbesuch den Popo abwischen sollte und dass dafür weiche, flaumige Entenküken am besten geeignet seien (ja pfui, die armen Tierchen!), kann man das Werk kaum als realistisch und derb, sondern muss es als sehr-sehr-sehr derb bezeichnen. Ähnliches gilt für Szenen zu Geschlechtsverkehr und üppigem Fressen. Ein extrem „sinnenfreudiges“ Werk für starke Nerven. (Brigitte Stolle, 2016) Text und Foto: Brigitte Stolle 2016

Hier sitzt er, der berühmteste Sohn der Stadt Chinon: François Rabelais, geboren 1499 allhier, gestorben 1552 in Paris. In Chinon taucht sein Name vielerorten auf: Restaurants sind nach ihm benannt, Straßen, Plätze. Rabelais war Arzt, Heiler, Bettelmönch, Satiriker … einer der bedeutendsten französischen Renaissance-Schriftsteller und noch dazu einer, an dem sich die Geister scheiden. Sein Romanzyklus „Gargantua und Pantagruel – ein Werk übermütiger Sinnesfreude“ ist Literatur-Interessierten ein Begriff. Ganz besonders natürlich in seinem Heimatland Frankreich, wo sich bis heute viele Redewendungen der Alltagssprache auf Rabelais und seine Bände beziehen und sich mittlerweile verselbstständigt haben: un appétit pantagruélique – ein pantagruelischer Appetit / un repas gargantuesque - ein gargantuesker Schmaus usw. Auch seine Zitate, Aussprüche, Aphorismen sind nach wie vor bekannt: „Der Appetit kommt beim Essen. – Besser ist’s, zum Lachen schreiben denn zum Weinen; eigenstes der Menschen ist das Lachen. – Eine gesunde Seele kann nicht in einem trockenen Körper wohnen. – Zieh den Vorhang, die Komödie ist aus.“ Ironie, Witz, Sarkasmus und derber Realismus prägen sein Werk. Bedenkt man zum Beispiel die in „Gargantua und Pantagruel“ in obszöner Sprache und peinlichster Ausführlichkeit dargelegte Abhandlung zum Thema, wie und womit man sich nach dem Toilettenbesuch den Popo abwischen sollte und dass dafür weiche, flaumige Entenküken am besten geeignet seien (ja pfui, die armen Tierchen!), kann man das Werk kaum als realistisch und derb, sondern muss es als sehr-sehr-sehr derb bezeichnen. Ähnliches gilt für Szenen zu Geschlechtsverkehr und üppigem Fressen. Ein extrem „sinnenfreudiges“ Werk für starke Nerven. Test und Foto: Brigitte Stolle, 2016

Hier sitzt er, der berühmteste Sohn der Stadt Chinon: François Rabelais, geboren 1499 allhier, gestorben 1552 in Paris. In Chinon taucht sein Name vielerorten auf: Restaurants sind nach ihm benannt, Straßen, Plätze. Rabelais war Arzt, Heiler, Bettelmönch, Satiriker … einer der bedeutendsten französischen Renaissance-Schriftsteller und noch dazu einer, an dem sich die Geister scheiden. Sein Romanzyklus „Gargantua und Pantagruel – ein Werk übermütiger Sinnesfreude“ ist Literatur-Interessierten ein Begriff. Ganz besonders natürlich in seinem Heimatland Frankreich, wo sich bis heute viele Redewendungen der Alltagssprache auf Rabelais und seine Bände beziehen und sich mittlerweile verselbstständigt haben: un appétit pantagruélique – ein pantagruelischer Appetit / un repas gargantuesque - ein gargantuesker Schmaus usw. Auch seine Zitate, Aussprüche, Aphorismen sind nach wie vor bekannt: „Der Appetit kommt beim Essen. – Besser ist’s, zum Lachen schreiben denn zum Weinen; eigenstes der Menschen ist das Lachen. – Eine gesunde Seele kann nicht in einem trockenen Körper wohnen. – Zieh den Vorhang, die Komödie ist aus.“ Ironie, Witz, Sarkasmus und derber Realismus prägen sein Werk. Bedenkt man zum Beispiel die in „Gargantua und Pantagruel“ in obszöner Sprache und peinlichster Ausführlichkeit dargelegte Abhandlung zum Thema, wie und womit man sich nach dem Toilettenbesuch den Popo abwischen sollte und dass dafür weiche, flaumige Entenküken am besten geeignet seien (ja pfui, die armen Tierchen!), kann man das Werk kaum als realistisch und derb, sondern muss es als sehr-sehr-sehr derb bezeichnen. Ähnliches gilt für Szenen zu Geschlechtsverkehr und üppigem Fressen. Ein extrem „sinnenfreudiges“ Werk für starke Nerven. Test und Foto: Brigitte Stolle, 2016

Hier sitzt er, der berühmteste Sohn der Stadt Chinon: François Rabelais, geboren 1499 allhier, gestorben 1552 in Paris. In Chinon taucht sein Name vielerorten auf: Restaurants sind nach ihm benannt, Straßen, Plätze. Rabelais war Arzt, Heiler, Bettelmönch, Satiriker … einer der bedeutendsten französischen Renaissance-Schriftsteller und noch dazu einer, an dem sich die Geister scheiden. Sein Romanzyklus „Gargantua und Pantagruel – ein Werk übermütiger Sinnesfreude“ ist Literatur-Interessierten ein Begriff. Ganz besonders natürlich in seinem Heimatland Frankreich, wo sich bis heute viele Redewendungen der Alltagssprache auf Rabelais und seine Bände beziehen und sich mittlerweile verselbstständigt haben: un appétit pantagruélique – ein pantagruelischer Appetit / un repas gargantuesque - ein gargantuesker Schmaus usw. Auch seine Zitate, Aussprüche, Aphorismen sind nach wie vor bekannt: „Der Appetit kommt beim Essen. – Besser ist’s, zum Lachen schreiben denn zum Weinen; eigenstes der Menschen ist das Lachen. – Eine gesunde Seele kann nicht in einem trockenen Körper wohnen. – Zieh den Vorhang, die Komödie ist aus.“ Ironie, Witz, Sarkasmus und derber Realismus prägen sein Werk. Bedenkt man zum Beispiel die in „Gargantua und Pantagruel“ in obszöner Sprache und peinlichster Ausführlichkeit dargelegte Abhandlung zum Thema, wie und womit man sich nach dem Toilettenbesuch den Popo abwischen sollte und dass dafür weiche, flaumige Entenküken am besten geeignet seien (ja pfui, die armen Tierchen!), kann man das Werk kaum als realistisch und derb, sondern muss es als sehr-sehr-sehr derb bezeichnen. Ähnliches gilt für Szenen zu Geschlechtsverkehr und üppigem Fressen. Ein extrem „sinnenfreudiges“ Werk für starke Nerven. Test und Foto: Brigitte Stolle, 2016
Das Restaurant “À la Pause Rabelaisienne” - eine gute Wahl:

François Rabelais - berühmter Sohn der Stadt Chinon / Foto: Brigitte Stolle 2016

Frankreich-Urlaub Mai/Juni 2016
Schlösser und Orte an der Loire und ihren Nebenflüssen
hier: Chinon an der Vienne

Foto (s): Brigitte Stolle

Dienstag, 24. Mai 2016

Hier irrte Mister Shakespeare

Richtig gut ausgekannt mit den Bienen, dem Bienenvolk und den verschiedenen “Berufen”, die eine Biene im Laufe ihres Lebens ausübt, hat sich William Shakespeare, wie man dem folgenden Zitat aus “Heinrich V.” entnehmen kann. Aber in einer entscheidenden Sache hat er sich doch geirrt:

Bienen Bienenvolk Honigbiene William Shakespeare Bienenstich Imkerkrimi aus Mannheim Brigitte Stolle 2016
Bienenstich - Imkerkrimi aus Mannheim

Hilfe — !

Bienenstich - Imkerkrimi aus Mannheim

Weniger als zwei Prozent der Menschen reagieren auf Hymenopterengifte mit einem allergischen Schock-zustand, anaphylaktischer Schock genannt, der bei Nicht-Behandlung zum Tode führen kann. Der in gerin-gen Mengen harmlose Giftstoff wird vom Körper als bedrohlich eingestuft, das verwirrte Immunsystem reagiert überschießend. Hervorgerufen wird die lebens¬bedrohliche Überreaktion durch hohe Histamin-ausschüttungen. Erste Anzeichen sind Juckreiz an Kopf und Zunge, Ausschläge, großflächige Hautrötungen, Schwellungen, Krämpfe, Schweißausbrüche, Atemnot. Es kommt zu einer Beschleunigung der Herzfrequenz, der Blutdruck sinkt bedrohlich ab, Kreislaufkollaps und Herzlähmung folgen. - Bienenstich - Imkerkrimi aus Mannnheim von Brigitte Stolle, 2. Auflage 2016
„Du greifst partout zu Ingrid Noll?
Lies doch mal Brigitte Stoll.
Hier fehlt, wie ich soeben seh‘
Am Ende noch das kleine e.
Den Lapsus man entschuld’gen wolle …
Man merke sich: Brigitte Stolle.“

 (Paul Baldauf, Schriftsteller aus Speyer)

Sonntag, 22. Mai 2016

“Heckers Traum” von Jürgen Goertz

Angelbachtal-Eikersheim. Gegenüber vom Schlosspark steht das “Heckerhaus“, das Geburtshaus von Friedrich Hecker. Der badische Revolutionsführer Friedrich Hecker (1811 - 1881) war eine der schillerndsten Figuren der badischen (und deutschen) Revolution von 1848/49. Noch heute sind Begriffe wie “Heckerhut” (mit der typischen Feder) und “Heckerlied” bekannt.

Rechts: das Heckerhaus.
Links: ehemalige Schlosskirche, heute Atelier des Künstlerehepaares Goertz

Angelbachtal-Eikersheim. Gegenüber von Schlosspark steht das "Heckerhaus", das Geburtshaus von Friedrich Hecker. Der badische Revolutionsführer Friedrich Hecker (1811 - 1881) war eine der schillerndsten Figuren der badischen (und deutschen) Revolution von 1848/49. Noch heute sind Begriffe wie "Heckerhut" (mit der typischen Feder) und "Heckerlied" bekannt. Fotos: Brigitte Stolle, Mai 2016

Angelbachtal-Eikersheim. Gegenüber von Schlosspark steht das "Heckerhaus", das Geburtshaus von Friedrich Hecker. Der badische Revolutionsführer Friedrich Hecker (1811 - 1881) war eine der schillerndsten Figuren der badischen (und deutschen) Revolution von 1848/49. Noch heute sind Begriffe wie "Heckerhut" (mit der typischen Feder) und "Heckerlied" bekannt. Fotos: Brigitte Stolle, Mai 2016
Das Heckerlied:

Wenn die Leute fragen,
Lebt der Hecker noch?
Könnt ihr ihnen sagen:
Ja, er lebet noch.

Er hängt an keinem Baume,
Er hängt an keinem Strick.
Er hängt nur an dem Traume
Der deutschen Republik.

Fürstenblut muss fließen
Knüppelhageldick,
Und daraus ersprießen
Die freie Republik.

Ja, dreiunddreißig Jahre
Währt die Knechtschaft schon
Nieder mit den Hunden
Von der Reaktion!

Schmiert die Guillotine
Mit Tyrannenfett!
Schmeißt die Konkubine
Aus des Fürsten Bett!

Ja, dreiunddreißig Jahre
Währt die Knechtschaft schon
Nieder mit den Hunden
Von der Reaktion!

Angelbachtal-Eikersheim. Gegenüber von Schlosspark steht das "Heckerhaus", das Geburtshaus von Friedrich Hecker. Der badische Revolutionsführer Friedrich Hecker (1811 - 1881) war eine der schillerndsten Figuren der badischen (und deutschen) Revolution von 1848/49. Noch heute sind Begriffe wie "Heckerhut" (mit der typischen Feder) und "Heckerlied" bekannt. Fotos: Brigitte Stolle, Mai 2016Angelbachtal-Eikersheim. Gegenüber von Schlosspark steht das "Heckerhaus", das Geburtshaus von Friedrich Hecker. Der badische Revolutionsführer Friedrich Hecker (1811 - 1881) war eine der schillerndsten Figuren der badischen (und deutschen) Revolution von 1848/49. Noch heute sind Begriffe wie "Heckerhut" (mit der typischen Feder) und "Heckerlied" bekannt. Fotos: Brigitte Stolle, Mai 2016
Die Plastik “Heckers Traum” von Prof. Jürgen Goertz steht direkt vor dem Heckerhaus:

Angelbachtal-Eikersheim. Gegenüber von Schlosspark steht das "Heckerhaus", das Geburtshaus von Friedrich Hecker. Der badische Revolutionsführer Friedrich Hecker (1811 - 1881) war eine der schillerndsten Figuren der badischen (und deutschen) Revolution von 1848/49. Noch heute sind Begriffe wie "Heckerhut" (mit der typischen Feder) und "Heckerlied" bekannt. Fotos: Brigitte Stolle, Mai 2016
Foto (s): Brigitte Stolle

Mai 2016

“Karla zeichnete Bienenwaben”

Ein Honigrähmchen, auf dem alle Waben mit Honig strotzend gefüllt und mit einer schützenden Wachsschicht verschlossen sind, ist ein stabiles und recht schweres Ding, das gut und gerne 2 Kilo auf die Waage bringt. Nachdem die Waben die Honigschleuder verlassen haben, leergeschleudert und in ihrer wächsernen Grundstruktur zerstört, beiben filigrane Gebilde zurück, die mich durch ihre Zartheit und Zerbrechlichkeit immer zu Fotoversuchen animiert haben; keines gleicht dem anderen. Ich finde diese nunmehr ausgedienten Waben wunderschön … Das Zitat stammt aus: “Bienenstich - Imkerkrimi aus Mannheim“, 2016.

Ein Honigrähmchen, auf dem alle Waben mit Honig strotzend gefüllt und mit einer schützenden Wachsschicht verschlossen sind, ist ein stabiles und recht schweres Ding, das gut und gerne 2 Kilo auf die Waage bringt. Nachdem die Waben die Honigschleuder verlassen haben, leergeschleudert und in ihrer wächsernen Grundstruktur zerstört, beiben filigrane Gebilde zurück, die mich durch ihre Zartheit und Zerbrechlichkeit immer zu Fotoversuchen animiert haben; keines gleicht dem anderen. Ich finde diese nunmehr ausgedienten Waben wunderschön ... Das Zitat stammt aus: "Bienenstich - Imkerkrimi aus Mannheim", 2016. Buch und Foto: Brigitte Stolle
Foto (s): Brigitte Stolle

Samstag, 21. Mai 2016

Endlich Erdbeeren ( … aber bitte OHNE Kellerasseln!)

Heute gab’s bei uns die ersten deutschen Erdbeeren der Saison. Am liebsten esse ich sie pur. Oder mit ungesüßter Schlagsahne. Ein kleines Minzblättchen ist auch nicht schlecht. Mmmhhh, süß und lecker.

Erdbeerzeit Erdbeersaison Erdbeeren mit Sahne Minzblättchen Mai 2016 Fotos Brigitte Stolle MannheimZum Glück habe ich erst NACH dem Erdbeergenuss mein “Großes illustriertes Kräuterbuch” (Ulm 1884) zum Thema Erdbeeren konsultiert. Denn was ist da auf Seite 194 lesen?

“Sicheres Mittel gegen Blasen- und Nierenstein und Geschwüre in der Blase und den Nieren, von Pisanellus. Man nehme 200 St. Kellerasseln, ertränke sie in etwas gutem französischem Weine, thue sie in einen beschlagenen Glaskolben, verschließe diesen gehörig und dörre sie in einem Ofen so lange, bis man sie zu Pulver zerreiben kann. Auf dieses Pulver gießt man nun so viel französischen Wein, als es aufzunehmen vermag, trocknet es dann in gelinder Wärme vorsichtig und wiederholt dieses Verfahren dreimal. Dann nimmt man Erdbeerwasser, soviel man zum Anfeuchten des Pulvers nöthig hat, gießt dazu 20 Tropfen Vitriolgeist, trocknet das Pulver vorsichtig und wiederholt dies ebenfalls dreimal. Man bewahrt das Pulver in einem gut verschlossenem Glase. Davon nimmt der Kranke täglich vor dem Mittagessen 4 Gr., höchstens 5 Gr., und trinkt hinterher 54 - 60 Gr. Brühe von gekochten, rothen Kichererbsen, zu denen 15 Gr. Franzbranntwein gethan wurde. Nach 9 - 12 Tagen geht der Stein als Gries im Urin weg und die Patienten genesen.”

Sehr abenteuerlich! Fragen tun sich auf: Wer ist Pisanellus? Wo bekommt man 200 St. Kellerasseln her? Geht auch guter italienischer Wein zum Ertränken? Wenn man besonders fette Kellerasseln nimmt, reichen dann auch 160 Stück? Worin beruht eigentlich die Heilwirkung von Kellerasseln?

"Großes illustriertes Kräuterbuch" Ulm 1884: Heilmittel Erdbeere mit Rezepten

"Großes illustriertes Kräuterbuch" Ulm 1884: Heilmittel Erdbeere mit Rezepten

"Großes illustriertes Kräuterbuch" Ulm 1884: Heilmittel Erdbeere mit Rezepten

Honignüsse - Bienenküsse

Die kleine Zeichnung mit dem Mädchen und der Biene von der Illustratorin und Postkartenentwerferin Anna-Maria Schwarz-Torinus stammt aus den 1930er- bis 1940er-Jahren. Die Zubereitung für die “Honignüsse - Bienenküsse” wurde dem Rezeptanhang meines Buches “Bienenstich - Imkerkrimi aus Mannheim” entnommen.

Imker Biene Imkerei Honig Zeichnerin Anna-Maria Schwarz-Torinus Künstlerpostkarte Honigrezept Honignüsse Bienenküsse Bienenstich Imkerkrimi aus Mannheim Collage Brigitte Stolle 2016