Mittwoch, 5. Oktober 2016

“Zwei Werke, die unterschiedlicher nicht sein könnten …”

Buchbesprechung in den BGNews-intern, Ausgabe 23, Oktober 2016
Sandra Pfisterer über “Brunhilde, Barbara und ich” und “Glückprinz

(Zwei in Stil und Genre so unterschiedliche Bücher in einem einzigen Artikel zu vereinen und dabei auch noch so etwas wie einen roten Faden erkennen zu lassen, ist kein leichtes Unterfangen. Ich finde, Frau Pfisterer hat diese knifflige Herausforderung mit Bravour bewältigt. Ich bedanke mich sehr herzlich für die kollegiale Buchbesprechung!)

BGNews-intern_Buchbesprechung von Sandra Pfisterer_Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten"_"Glücksprinz - Mannheimer Krimistück in 8 Tagen“Erinnern Sie sich noch? Da gabs mal ein paar von der BGNews-intern vorgestellte Bücher mit dem Titel “Die Köchin” oder auch die “Ameisentage”, “Bienenstich” und Limericks. Sagt Ihnen nichts mehr? Naja, kein Problem, dann will ich Ihnen auf die Sprünge helfen. Eine Kollegin der Hauptverwaltung, Brigitte Stolle, hat schon seit längerem eine kreative Feder und bringt immer wieder ihre Ideen zu Buche. Mit gleich zwei Werken, die unterschiedlicher nicht sein könnten, überrascht sie dieses Mal ihre Leserschaft.

Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten” ist ein sehr persönliches Buch mit 12 Anekdoten aus dem Leben der Schriftstellerin, ein liebevoller Bericht von Kindheitserinnerungen an eine Zeit, in der die Kirche eine maßgebliche Rolle in ihrem Leben spielte und die 60er und 70er Jahre in Edingen-Neckarhausen noch so ganz anders waren. Mit ganz viel Humor, Charme und sehr persönlichen Erzählungen gelingt es Frau Stolle, eine Zeit zu beschreiben, die so manchen eigene Erfahrungen wiederentdecken lassen und der jüngeren Generation zeigen, dass die Uhren damals einfach anders getickt haben als heute.

So anders dagegen ihr Werk “Glücksprinz“, ein lokales Fast-Theaterstück aus der heutigen Zeit. Ein Krimi? Ein Psychodrama? Auf jeden Fall ein Werk, das so gar nichts Nostalgisches oder viel zum Schwelgen hat. Die bitterböse Geschichte, eingepackt in ein rosa, harmlos wirkendes Cover, erzählt die Geschichte von zwei ungleichen Schwestern, die versuchen, ihr Lebensglück auf verschiedenste Weise zu finden: Die eine in ihrer Rolle als erfolgreiche Businessfrau und Ehegattin, die andere in ihrer verschrobenen Gedankenwelt und ihrem Weg ins “kleinkriminelle Milieu” der Quadratestadt. Trotz des traurigen Schicksals der Jüngeren gelingt es Frau Stolle, mit einer gehörigen Prise Komik in einem fast nachvollziehbaren Psychodrama dem Leser nicht nur für die Katze Mitgefühl abzugewinnen.

Unterschiedlicher könnten ihre Werke nicht sein, daher sind wir gespannt, was als nächstes aus dem kreativen Repertoire unserer Kollegin hervorgeht.

Frau Stolle ist derzeit aufgrund einer Erkrankung nicht in der BG. Wir wünschen ihr auf diesem Wege weiterhin kreative Schreibideen, viel Kraft und alles Gute, vor allem natürlich Gesundheit.” (Sandra Pfisterer, Redaktion)

(Unter dem Menüpunkt “Meine Bücher” können sämtliche Besprechungen und Kritiken (Lob und Tadel) nachgelesen werden.)

Freitag, 9. September 2016

“Ein Seitensprung, Alkoholprobleme und kleinere Delikte …”

Gerade habe ich mich vor 28 Grad und praller Mittagssonne in den Schatten geflüchtet und blättere bei Mineralwasser und Mandelhörchen in einem Prospekt über das Wikinger-Museum Haithabu, als mich die SMS der netten Nachbarin erreicht: “Hallo, Frau Stolle, Sie stehen heute in der Zeitung, ich hebe Ihnen den Artikel auf …” Toll, dass man den Mannheimer Morgen auch in Deutschlands Norden via Internet und “Morgen-Web” lesen kann. Ich bin neugierig und muss gleich mal nachschauen, was über den “Glücksprinz” geschrieben wird, bevor ich mich wieder den Skudden, den Wikingern und ihren Gebräuchen, Haustieren, Küchen- und Heilpflanzen zuwende …

Glücksprinz, ein Mannheimer Krimistück in 8 Tagen“- So lautet der Titel des nunmehr sechsten Buches der Seckenheimer Autorin Brigitte Stolle (Bild). Wer bei diesem Titel an einen netten sympathischen Mann denkt, der liegt falsch. Der Glücksprinz ist nämlich ein Spielsalon in den Quadraten der Stadt.

In ihrer “Textwerkstatt Seckenheim am Wasserturm”, schrieb die 1959 in Mannheim geborene Autorin ihren neuesten Kriminal-Roman, der, wie im Titel angedeutet, in einem Zeitraum von acht Tagen spielt. “Lassen Sie sich von dem prinzessinnenrosafarbenen Buchcover nicht täuschen”, mahnt die Autorin: “Es ist eine bitterböse Geschichte.”

Schauplatz des Geschehens ist die Mannheimer Innenstadt. Natürlich fließen in den authentischen Text auch Unterhaltungen im Mannheimer Dialekt ein. Das dürfte besonders die Leserschaft aus der Region zum Schmunzeln bringen. Mit Humor und vielen Sprichwörtern schafft es Stolle, die Sympathie des Lesers für die einfältige Protagonistin Kathie zu gewinnen. Der Kriminal-Roman ist in einfacher Sprache geschrieben. Damit passt die studierte Germanistin ihr Werk der Lebenswelt der handelnden Personen an.

Kathie, die übergewichtige Buchhalterin und ungeliebte Schwester, gerät im Verlauf der Handlung immer tiefer in die Mannheimer Kleinkriminalität, ohne etwas davon zu merken. Daneben finden immer wieder Streitigkeiten in der zerrissenen Familie statt. Ein Seitensprung, Alkoholprobleme und kleinere Delikte finden Platz im Buch. So ist der Leser nicht sicher, was genau er in den Händen hält, Millieubeschreibung, Krimi-Groteske oder Psychodrama, Stolle hat in ihrem neuesten Werk von allem ein bisschen untergebracht. ks (BILD: hje)

© Mannheimer Morgen, Freitag, 09.09.2016

Der Glücksprinz bei Amazon

Mannheimer Morgen Ausgabe Rhein-Neckar, 9. September 2016_Buchbesprechung "Glücksprinz - Mannheimer Krimistück in 8 Tagen" von Brigitte Stolle

Freitag, 29. Juli 2016

Pech im Spiel UND Pech in der Liebe

www.presseverteiler.online

“… Brigitte Stolle erzählt in „Glücksprinz“ eine bitterböse Geschichte, in der eine Katze den einzigen liebenswürdigen Charakter übernimmt. “Lassen Sie sich von dem prinzessinnenrosafarbenen Buchcover nicht täuschen … es ist eine bitterböse Geschichte”, gibt uns die Autorin mit auf den Weg. Es geht sowohl um den Konflikt zwischen zwei Schwestern, um kriminelle Handlungen, um Glück im Spiel und Pech in der Liebe. Das Buch eignet sich für Leser, die gerne groteske Geschichte lesen, Humor mögen und nach kurzweiliger Unterhaltung suchen …

Brigitte Stolle - Glücksprinz ... Mannheimer Krimistück in acht TagenSchlecht gelesen, finde ich. Ich lasse ja alles Mögliche an Urteil gelten, aber es ist Pech im Spiel UND Pech in der Liebe … und ob es was mit Humor und “kurzweiliger Unterhaltung” zu tun hat … naja … Aber das mit der Katze stimmt immerhin.

Freitag, 15. Juli 2016

Bretagne-Lektüre: Schweig stille, mein Herze

Bretagne 2016. Auch im Urlaub wird gelesen … und rezensiert.
Der Bücherkoffer ist wie immer mit allerlei Schmankerln wohlgefüllt.

Im Bretagne-Urlaub 2016 gelesen: Schweig stille, mein Herze - Novelle von Ekkehard Pluta - Rezension: Brigitte Stolle

Literarisches Pralinchen

“Das kleine Büchlein „Schweig stille, mein Herze“ von Ekkehard Pluta habe ich im Urlaub gelesen, an einem Spätnachmittag im schattigen Garten eines französischen Ferienhäuschens. Eine ausgezeichnete Wahl. Die Zusammenfassung der Novelle ist schnell gemacht: Ein Literaturstudent will über den „Liebesbegriff bei Heine und Mörike“ promovieren, der zum Thema passende Doktorvater lebt mit seiner jungen Frau Miranda in beschaulicher Zweisamkeit in einem abgelegenen Schlösschen. Bei des Studenten ausgedehnten Besuchen in der ländlichen Idylle kommt es zu dem, was Goethe einst als wesentliches Kennzeichen einer Novelle herausgestellt hat: zu einer „unerhörten Begebenheit“ … Die Geschichte ist geschickt aufgebaut, die Erzählweise sympathisch anachronistisch. Neben stilistischer Gewandtheit, behutsamer Wortwahl und starken Bildern besticht der ruhige Verlauf der Handlung, die wie ein klares Bächlein dahinfließt. „Unaufgeregt“ würde man das auf Neudeutsch nennen. Wie „Prospero“ in der Novelle habe ich bei der Lektüre ein Glas Rotwein „geschlotzt“, die literarischen Diskussionen gespannt verfolgt und mich dabei auch noch wunderbar entspannt. „Ihr tausend Blätter im Walde wisst, ich hab’ Schön-Rohtrauts Mund geküsst – schweig stille, mein Herze“. - Fazit: Ein Pralinchen für Literaturbegeisterte.(Rezension: Brigitte Stolle)

Schweig stille, mein Herze bei AMAZON

Donnerstag, 30. Juni 2016

Interview: “Stoischer Humor eine gute Lösung”

Das Konradsblatt, die Wochenzeitung für das Erzbistum Freiburg, war so nett, mein Büchlein “Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten” ab der Ausgabe 20 vom 15. Mai 2016 als eine Art “Fortsetzungsroman” in insgesamt 7 Ausgaben vorzustellen. An Pfingsten begann die Reihe mit der Geschichte “Als ich bei der Predigt an Gabis Blinddarm dachte und wie ein Sack umfiel“. Redakteur Thomas Arzner hat die einzelnen Kapitel gekonnt und pointiert in ein bis zwei Sätzen zusammengefasst und dem Ganzen damit einen schönen Rahmen gegeben. Die Ausgabe 27 enthielt dann zusätzlich noch das Interview “Autorin Brigitte Stolle über ihre Kindheit, die sie in ihrem Buch beschrieb” mit der Überschrift “Stoischer Humor eine gute Lösung“. Gleichzeitig wurden die Leser und Leserinnen des Konradsblattes aufgefordert, eigene Kindheitserlebnisse und Erinnerungen aufzuschreiben und einzusenden. Einige davon würden zu gegebener Zeit in der Zeitschrift veröffentlicht werden. Da darf man gespannt sein.

Für das Interesse an meiner Arbeit und die wohlwollende Unterstützung bedanke ich mich ganz herzlich bei der Konradsblatt-Redaktion, besonders natürlich bei Herrn Arzner. Mein Dank geht auch an die Leser und Leserinnen, die zahlreichen Anrufer, Brief- und Mailschreiber, die mir positive Feedbacks, zum Teil berührende eigene Erinnerungen, viel Lob und Zuspruch zuteil werden ließen.   

Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten - Edingen-Neckarhausen - Kinheits- und Jugenderinnerungen - Konradsblatt - Stoischer Humor
Das Interview mit Redakteur Thomas Arzner
kann man HIER etwas augenschonender lesen.

Sonntag, 1. Mai 2016

2 Kundenrezensionen zu “Brunhilde, Barbara und ich …”

Bei Amazon gibt es mittlerweile 2 Kundenrezensionen zu meinem aktuellen Buch „Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten“.

 „Was zum Schmunzeln. Witzig, diese kleinen Erzählungen aus Edingen-Neckarhausen. 12 Anekdoten hat die Autorin hier zusammengetragen, Kindheitserinnerungen ohne Pathos und Sentimentalität – einfach zum Schmunzeln und ausgesprochen nett geschrieben. Der Stil ist trotz einfacher, kurzer Sätze ansprechend, er wurde ganz passend und geschickt dem Genre „Kinder- und Jugenderinnerungen“ angepasst. Die Texte sind flüssig zu lesen und machen viel Spaß. Gut gemacht, liebevoll ausgewählt. Alte Schwarz-Weiß-Fotos aus dem Privatbesitz der Autorin runden das kleine Büchlein ab. Die Titelgeschichte „Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten“ war auch gleichzeitig meine Lieblingsgeschichte. Dicht gefolgt von „Als ich politisch unkorrekt NEGER zu einem farbigen Menschen sagte“. Urkomisch! Längst vergangene Zeiten. Die Erinnerungen stammen aus den 60er- und 70-Jahren. Vielleicht muss man schon ein gewisses Alter haben, um sich in diese Zeit hineinfinden zu können. Es war doch vieles erstaunlich anders als heute. Auch ist der Leserkreis durch den regionalen Bezug „Edingen-Neckarhausen“ vielleicht etwas eingeschränkt. Aber wenn ich einmal ein kleines Präsent für ein Kommunionkind oder einen Ministranten brauche, werde ich mich an diese Geschichten erinnern. Auch als Weihnachtsgeschenk ist es passend. Ich freue mich, dieses ungewöhnliche kleine grüne Büchlein zufällig entdeckt zu haben.“ „Pointierte Miniaturen. Das Einfache ist in der Kunst das Schwerste. Die Mannheimer Schriftstellerin Brigitte Stolle, zuletzt mit einem Imker-Krimi erfolgreich, erweist sich in diesen Kindheitserinnerungen als eine Meisterin der Miniatur. Da gibt es keinen falschen Ton, keine gespielte Kindlichkeit – in pointierter Sprache und mit einem gewinnenden stoischen Humor hält die Autorin einige Stationen ihrer Kindheit in den 60er Jahren fest und macht am Beispiel dieser persönlichen, gar nicht weltbewegenden Ereignisse zugleich die Atmosphäre und den Geist dieser Zeit gegenwärtig. Ein hübsches Büchlein zum Verschenken.“
„Leseratte“ schrieb am 9. März 2016:

Was zum Schmunzeln. Witzig, diese kleinen Erzählungen aus Edingen-Neckarhausen. 12 Anekdoten hat die Autorin hier zusammengetragen, Kindheitserinnerungen ohne Pathos und Sentimentalität – einfach zum Schmunzeln und ausgesprochen nett geschrieben. Der Stil ist trotz einfacher, kurzer Sätze ansprechend, er wurde ganz passend und geschickt dem Genre „Kinder- und Jugenderinnerungen“ angepasst. Die Texte sind flüssig zu lesen und machen viel Spaß. Gut gemacht, liebevoll ausgewählt. Alte Schwarz-Weiß-Fotos aus dem Privatbesitz der Autorin runden das kleine Büchlein ab. Die Titelgeschichte „Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten“ war auch gleichzeitig meine Lieblingsgeschichte. Dicht gefolgt von „Als ich politisch unkorrekt NEGER zu einem farbigen Menschen sagte“. Urkomisch! Längst vergangene Zeiten. Die Erinnerungen stammen aus den 60er- und 70-Jahren. Vielleicht muss man schon ein gewisses Alter haben, um sich in diese Zeit hineinfinden zu können. Es war doch vieles erstaunlich anders als heute. Auch ist der Leserkreis durch den regionalen Bezug „Edingen-Neckarhausen“ vielleicht etwas eingeschränkt. Aber wenn ich einmal ein kleines Präsent für ein Kommunionkind oder einen Ministranten brauche, werde ich mich an diese Geschichten erinnern. Auch als Weihnachtsgeschenk ist es passend. Ich freue mich, dieses ungewöhnliche kleine grüne Büchlein zufällig entdeckt zu haben.“

Ekkehard Pluta schrieb am 29. April 2016:

Pointierte Miniaturen. Das Einfache ist in der Kunst das Schwerste. Die Mannheimer Schriftstellerin Brigitte Stolle, zuletzt mit einem Imker-Krimi erfolgreich, erweist sich in diesen Kindheitserinnerungen als eine Meisterin der Miniatur. Da gibt es keinen falschen Ton, keine gespielte Kindlichkeit – in pointierter Sprache und mit einem gewinnenden stoischen Humor hält die Autorin einige Stationen ihrer Kindheit in den 60er Jahren fest und macht am Beispiel dieser persönlichen, gar nicht weltbewegenden Ereignisse zugleich die Atmosphäre und den Geist dieser Zeit gegenwärtig. Ein hübsches Büchlein zum Verschenken.“

Ich bedanke mich herzlich für das freundliche Interesse und die positiven Einschätzungen. Sämtliche Rezensionen demnächst auf meiner Homepage.

Donnerstag, 31. März 2016

Mannheimer Morgen, 31. März 2016: Als Brunhilde, Barbara und ich …

Vor einigen Tagen war Herr Hans-Jürgen Emmerich vom Mannheimer Morgen hier bei mir zu Hause, um ein Foto zu machen und ein bisschen über mein aktuelles Büchlein “Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten” zu sprechen. Heute, am 31. März 2016, ist sein Artikel im Mannheimer Morgen erschienen. Ich habe den Text ausschnittsweise abgetippselt.

Den vollständigen Artikel kann man HIER nachlesen.

Mannheimer Morgen 31. März 2016 Hans-Jürgen Emmerich Als Brunhilde Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten Kiesloch und Kirche Brigitte Stolle 2016 Messdiener Ministrant Kommunion Weihnachtsgeschichte Pfarrer Mannheimer Morgen, Donnerstag 31. März 2016 / Rhein-Neckar: Brigitte Stolle aus Seckenheim erinnert sich in zwölf Anekdoten an ihre Kindheit in Edingen-Neckarhausen.

 Mit dem Opa auf Schatzsuche am Neckar

Ihre Textwerkstatt liegt am Wasserturm in Seckenheim. Hier, in der Badenweilerstraße, entstehen ihre Bücher. Zum Schreiben findet Brigitte Stolle (57) meist nachts die Zeit. Vor wenigen Tagen hat sie ihr neuestes Werk veröffentlicht. Der Titel: „Als Brunhilde, Barbara und ich das ewige Licht auspusteten“. Jene Geschichte spielt in der Bruder-Klaus-Kirche in Edingen, wo sie weite Teile ihrer Kindheit verbracht hat … Passiert ist das Malheur, als sie mit beiden Freundinnen auf den Herrn Pfarrer wartete. Weil es Samstag war und sie beichten mussten. Der Pfarrer kam nicht, den Mädchen wurde es langweilig, und schließlich nahm das Unheil seinen Lauf … Barbara, die im Titel genannt wird, hat inzwischen ein Exemplar bekommen und es gelesen. „Sie hat sich sehr darüber gefreut“, sagt die Autorin. Auch Brunhilde hat sie wiedergefunden und ihr ein Buch geschickt. Es ist übrigens das erste, da sie ganz in Eigenregie herausbringt. „Ich habe es von vorne bis hinten selbst gemacht“, erzählt sie nicht ohne Stolz. Auch den Einband. Wie das markante Bild mit den zwei Messdienern entstanden ist? Brigitte Stolle muss lachen. „Das sind zwei Figuren aus der Modelleisenbahn meines Mannes“, verrät sie. Mit der Kamera als Makro aufgenommen … Ihre Kindheit hat sie meist bei den Großeltern in Neckarhausen verbracht. In bescheidenen Verhältnissen, wie sie in den fünfziger und sechziger Jahren weit verbreitet waren. Ihr Spielzimmer war das Bett der Großeltern unterm Dach in einem Fachwerkhaus. Ohne Bad. Ein Plumpsklo über dem Hof als Toilette … Und doch spürt man in jeder Zeile, dass die gemeinsame Zeit mit den Großeltern für Brigitte Stolle eine glückliche war. Vor allem, wenn sie mit Opa, dem leidenschaftlichen Sammler, in dessen Schubkarre unterwegs sein durfte. In der Nachbarschaft, im Kiesloch, wo der Müll abgeladen wurde oder am Neckar. Viele Altersgenossen werden sich auch an Schwester Maria Lena erinnern, die die Kleinen im Kindergarten in der Bruder-Klaus-Kirche betreute. Und wer weiß, vielleicht erkennt sich der eine oder andere ja sogar in einer der Anekdoten wieder. (Hans-Jürgen Emmerich)

Ich bedanke mich beim Mannheimer Morgen und bei Herrn Emmerich für das freundliche Interesse und den schönen Artikel !

Klick zu Amazon: Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten - Eine Jugend in Edingen-Neckarhausen zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche. Brigitte Stolle 2016

Samstag, 12. März 2016

Rhein-Neckar-Zeitung: 12 Geschichten in 12 Nächten

Vor einiger Zeit war eine sehr nette Journalistin der Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg mit dem hübschen, mir bis dato unbekannten Vornamen NICOLINE bei mir zu Hause, um mit mir über mein aktuelles Buch “Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten” zu plaudern. Ich durfte sogar ein Foto von ihr machen:

Vor einiger Zeit war eine sehr nette Journalistin der Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg mit dem hübschen, mir bis dato unbekannten Vornamen NICOLINE bei mir zu Hause, um mit mir über mein aktuelles Buch "Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten" zu plaudern. Ich durfte sogar ein Foto von ihr machen. Foto Brigitte Stolle 2016Und das ist der Artikel von Frau Nicoline Pilz, der heute, am 12. März 2016 in der Rhein-Neckar-Zeitung zu “Brunhilde, Barbara und ich” erschienen ist:

Artikel zu Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten von Brigitte Stolle in der Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg_Nicoline Pilz
Zwölf Geschichten in zwölf Nächten

„Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten“: Brigitte Stolles Kindheitserinnerungen an Edingen-Neckarhausen

 von Nicoline Pilz

Edingen-Neckarhausen. Hölle und Verdammnis: Brunhilde, Barbara und Brigitte hatten in der St. Bruder Klaus Kirche das „Ewige Licht“ ausgepustet. Unabsichtlich zwar, aber es war eben aus. Ungeheuerlich, denn im Religionsunterricht hatten die Mädchen gelernt, dass dieses ewige Licht niemals erlischt. Und dann passierte es eben doch, als das Trio im sehr langen Warten auf den Beichtvater zunächst in frommer Andacht das warme Licht bestaunte, und Brigitte angesichts der vom roten Glas erleuchteten Köpfe doch einen Lachanfall bekam. „Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten“ ist eine von zwölf Geschichten, mit denen Autorin Brigitte Stolle ihre Kinder- und Jugendzeit in Edingen-Neckarhausen „zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche“ aufleben lässt.

Kurz vor ihrem Geburtstag am 4. März erschien das Büchlein der 1959 geborenen Autorin, die seit fünfzehn Jahren in Mannheim-Seckenheim lebt. Aufgewachsen ist Brigitte Stolle bei den Großeltern in Neckarhausen, weil die Eltern beruflich bedingt nur am Wochenende Zeit für ihre Tochter hatten. Als die Kleine sechs Jahre alt war, kam der Bruder auf die Welt: „Wir zogen dann mit den Eltern nach Edingen, zuerst in die Albert-Schweitzer-Straße, dann in die Wichernstraße.“

Die Jahre bei den Großeltern seien schön gewesen: Mit dem Großvater, einem leidenschaftlichen Sammler all dessen, was man noch irgendwie weiterverwerten oder reparieren konnte, suchte sie im zur Abfalldeponie verkommenen Kiesloch in Neckarhausen nach verborgenen Schätzen im Müll. Zum Leidwesen von Großmutter und Mutter, die diese Vorliebe nicht teilen mochten. Während der schüchternen Brigitte Theaterauftritte mit der Kindergartengruppe oder das Aufsagen von Gedichten zu hohen Festen ein Graus waren, lag ihr das Schreiben schon deutlich mehr. Brigitte Stolle studierte sechs Semester Germanistik und Linguistik in Mannheim, lernte Industriekauffrau und Köchin.

Diese spannende Gemengelage an Wissen und Berufserfahrung merkt man ihren Büchern, das sechste ist in Arbeit, durchaus an: Humorvoll packt sie ihre klugen Geschichten sorgfältig in eine Sprache, die Freude beim Lesen macht. Nach dem Werk „Die Köchin“, eine Groteske, die 2003 erschien, folgten zunächst die experimentell angelegten „Ameisentage“ in Form von „drei unordentlichen Erzählungen“. Nach dem Büchlein „66 kecke Köchinnen-Limericks“ war der „Bienenstich“ an der Reihe; eine Mischung aus Krimi und Psychodrama mit regionalem Bezug. Ihr bis dato erfolgreichstes Buch, das ihre Begeisterung für die Imkerei widerspiegelt. Bis vor ein paar Jahren hegte Brigitte Stolle ihre Bienenkörbe „Am Aserdamm“ in Neckarhausen mit großer Leidenschaft, nachdem ihr Imker-Kollege Dietz Wacker aus Edingen anfangs gerne Tipps gegeben hatte.

Während sie am fünften Werk tüftelte, wurde die Verwaltungsangestellte schwer krank und ihr Körper verlangte nach Ruhe. Das in Arbeit befindliche Buch musste warten, wird jetzt aber demnächst beendet. Ihre Kindheitserinnerungen, die sie stattdessen in schlaflosen Nächten zu Papier brachte, sieht sie nicht als Therapie an: „Es war aber gut für mein Selbstbewusstsein, denn es war ein tolles Gefühl zu merken, es geht mit kurzen Sätzen und insgesamt mit dem Schreiben wieder aufwärts“, erzählt Brigitte Stolle im Gespräch mit der RNZ.

Zwölf Geschichten schrieb sie in zwölf Nächten, kochte sich Tee und setzte sich ans Laptop. Morgens beim Frühstück bekam sie ihr Mann Harold Eisele zu lesen. Der Grafikdesigner und Mediengestalter ist auch derjenige, der ihre Werke teils bebildert.

In ihren chronologisch gehaltenen Kindheitserinnerungen beschreibt Brigitte Stolle Jahre, in denen es nicht viel andere Möglichkeiten gab, als in die Kirche und in Jugendgruppen zu gehen, als im Kindergarten noch Nonnen arbeiteten und das Kiesloch eben der spannendste Ort für Sachensucher war. Und sie mit ihren Freundinnen Barbara und Brunhilde, von denen sie immerhin Barbara wieder ausfindig machen konnte, in bewundernswerter Geduld auf den immer verspätet zur Beichtstunde erscheinenden Pfarrer wartete.

Eine kleine Anekdote schrieb das Leben erst kürzlich: Bei der Jubiläumsaustellung der IG Museum entdeckte sie auf einem der Fotos Schwester Maria-Lena, ihre Kindergärtnerin aus frühen Tagen. „Das war eine tolle Ausstellung. Gut gemacht und gut ausgedacht“, lobt Brigitte Stolle im Nachklapp zum jüngst beendeten „Ortsalphabet“.

Brigitte Stolles Kindheitserinnerungen unter dem Titel „Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten“, gibt’s als Taschenbuch (7,99 Euro), Hardcover und E-Book.

Zwölf Geschichten in zwölf Nächten   „Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten“: Brigitte Stolles Kindheitserinnerungen an Edingen-Neckarhausen   von Nicoline Pilz  Edingen-Neckarhausen. Hölle und Verdammnis: Brunhilde, Barbara und Brigitte hatten in der St. Bruder Klaus Kirche das „Ewige Licht“ ausgepustet. Unabsichtlich zwar, aber es war eben aus. Ungeheuerlich, denn im Religionsunterricht hatten die Mädchen gelernt, dass dieses ewige Licht niemals erlischt. Und dann passierte es eben doch, als das Trio im sehr langen Warten auf den Beichtvater zunächst in frommer Andacht das warme Licht bestaunte, und Brigitte angesichts der vom roten Glas erleuchteten Köpfe doch einen Lachanfall bekam. „Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten“ ist eine von zwölf Geschichten, mit denen Autorin Brigitte Stolle ihre Kinder- und Jugendzeit in Edingen-Neckarhausen „zwischen Kindergarten, Kiesloch und Kirche“ aufleben lässt.  Kurz vor ihrem Geburtstag am 4. März erschien das Büchlein der 1959 geborenen Autorin, die seit fünfzehn Jahren in Mannheim-Seckenheim lebt. Aufgewachsen ist Brigitte Stolle bei den Großeltern in Neckarhausen, weil die Eltern beruflich bedingt nur am Wochenende Zeit für ihre Tochter hatten. Als die Kleine sechs Jahre alt war, kam der Bruder auf die Welt: „Wir zogen dann mit den Eltern nach Edingen, zuerst in die Albert-Schweitzer-Straße, dann in die Wichernstraße.“  Die Jahre bei den Großeltern seien schön gewesen: Mit dem Großvater, einem leidenschaftlichen Sammler all dessen, was man noch irgendwie weiterverwerten oder reparieren konnte, suchte sie im zur Abfalldeponie verkommenen Kiesloch in Neckarhausen nach verborgenen Schätzen im Müll. Zum Leidwesen von Großmutter und Mutter, die diese Vorliebe nicht teilen mochten. Während der schüchternen Brigitte Theaterauftritte mit der Kindergartengruppe oder das Aufsagen von Gedichten zu hohen Festen ein Graus waren, lag ihr das Schreiben schon deutlich mehr. Brigitte Stolle studierte sechs Semester Germanistik und Linguistik in Mannheim, lernte Industriekauffrau und Köchin.  Diese spannende Gemengelage an Wissen und Berufserfahrung merkt man ihren Büchern, das sechste ist in Arbeit, durchaus an: Humorvoll packt sie ihre klugen Geschichten sorgfältig in eine Sprache, die Freude beim Lesen macht. Nach dem Werk „Die Köchin“, eine Groteske, die 2003 erschien, folgten zunächst die experimentell angelegten „Ameisentage“ in Form von „drei unordentlichen Erzählungen“. Nach dem Büchlein „66 kecke Köchinnen-Limericks“ war der „Bienenstich“ an der Reihe; eine Mischung aus Krimi und Psychodrama mit regionalem Bezug. Ihr bis dato erfolgreichstes Buch, das ihre Begeisterung für die Imkerei widerspiegelt. Bis vor ein paar Jahren hegte Brigitte Stolle ihre Bienenkörbe „Am Aserdamm“ in Neckarhausen mit großer Leidenschaft, nachdem ihr Imker-Kollege Dietz Wacker aus Edingen anfangs gerne Tipps gegeben hatte.  Während sie am fünften Werk tüftelte, wurde die Verwaltungsangestellte schwer krank und ihr Körper verlangte nach Ruhe. Das in Arbeit befindliche Buch musste warten, wird jetzt aber demnächst beendet. Ihre Kindheitserinnerungen, die sie stattdessen in schlaflosen Nächten zu Papier brachte, sieht sie nicht als Therapie an: „Es war aber gut für mein Selbstbewusstsein, denn es war ein tolles Gefühl zu merken, es geht mit kurzen Sätzen insgesamt mit dem Schreiben wieder aufwärts“, erzählt Brigitte Stolle im Gespräch mit der RNZ.  Zwölf Geschichten schrieb sie in zwölf Nächten, kochte sich Tee und setzte sich ans Laptop. Morgens beim Frühstück bekam sie ihr Mann Harold Eisele zu lesen. Der Grafikdesigner und Mediengestalter ist auch derjenige, der ihre Werke teils bebildert.  In ihren chronologisch gehaltenen Kindheitserinnerungen beschreibt Brigitte Stolle Jahre, in denen es nicht viel andere Möglichkeiten gab, als in die Kirche und in Jugendgruppen zu gehen, als im Kindergarten noch Nonnen arbeiteten und das Kiesloch eben der spannendste Ort für Sachensucher war. Und sie mit ihren Freundinnen Barbara und Brunhilde, von denen sie immerhin Barbara wieder ausfindig machen konnte, in bewundernswerter Geduld auf den immer verspätet zur Beichtstunde erscheinenden Pfarrer wartete.  Eine kleine Anekdote schrieb das Leben erst kürzlich: Bei der Jubiläumsaustellung der IG Museum entdeckte sie auf einem der Fotos Schwester Maria-Lena, ihre Kindergärtnerin aus frühen Tagen. „Das war eine tolle Ausstellung. Gut gemacht und gut ausgedacht“, lobt Brigitte Stolle im Nachklapp zum jüngst beendeten „Ortsalphabet“.  Brigitte Stolles Kindheitserinnerungen unter dem Titel „Als Brunhilde, Barbara und ich das Ewige Licht auspusteten“, gibt’s als Taschenbuch (7,99 Euro), Hardcover und E-Book.Ich bedanke mich bei der Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg
und besonders bei Frau Nicoline Pilz für diesen schönen Artikel.

Klick zu Amazon

Donnerstag, 11. Februar 2016

Mein Buchtipp: Ekkehard

Was lesen wir heute?
Mein Buchtipp: Ekkehard 

Eine Geschichte aus dem zehnten Jahrhundert
von Joseph Viktor von Scheffel.

Ekkehard Eine Geschichte aus dem zehnten Jahrhundert ScheffelBuchbesprechung:

1852 geriet Scheffel in eine ernst zu nehmende Lebenskrise. Der vielseitig interessierte und gebildete Jurist wollte seinem Leben eine neue Wendung geben: “Der Teufel soll’s holen, daß man sich mit so ungeheurem Schund abzugeben hat. Und lediglich wegtrinken läßt sich der Ärger nicht … Die ganze lebensfrische Anschauung der Dinge wird durch dieses ewige Aktenlesen, durch diese Hantierung mit Tinte und Feder demoralisiert. … Ich halt’s nicht mehr lange aus …”. Scheffel hatte im Sinn, Maler zu werden. Zur Verwirklichung seiner Träume reiste er - wie viele andere zu seiner Zeit - nach Italien, ins “Land der Sehnsucht”. Seine Träume wurden Wirklichkeit: Der Aussteiger lebte in einer Malerkolonie. Kurz darauf schrieb er auf Capri seinen “Trompeter von Säckingen“. Aus dem Maler war ein Schriftsteller geworden.

Bald darauf, 1855, erschien der “Ekkehard“, ein historischer Roman aus dem 10. Jahrhundert. Scheffels einziger Roman im Übrigen. Sehr schnell wurde dieses Buch zu einem der meist gelesenen in der deutschen Literatur. Bis heute ist er ein Klassiker geblieben. Obwohl schöngeistige Literatur, ist das historische Umfeld der Geschichte sachlich gut recherchiert. Scheffel war der Meinung, dass es weder der Geschichtsschreibung noch der Poesie etwas schaden kann, wenn sie innige Freundschaft miteinander schließen und sich “zu gemeinsamer Arbeit vereinen”. Im “Ekkehard” ist diese Haltung gut erkennbar: einerseits erfreut der Roman durch seinen Stil, seine Wortwahl. Die leicht archaische Sprache wirkt zugegebenermaßen konstruiert, übt auf den heutigen Leser jedoch einen gewissen Reiz aus. Der Aufbau der Geschichte erzeugt Spannung, häufige wörtliche Rede lockert den Handlungsverlauf auf, die Figuren werden bunt und anschaulich geschildert, kurz: sie stehen lebendig und plastisch vor unserem geistigen Auge. Hier wird Unterhaltung geboten, dies jedoch auf hohem Niveau! Das im “Ekkehard” geschilderte Liebesverhältnis der Herzogin Hadwig zu dem St. Galler Mönch Ekkehard ist historisch nicht belegt, kann aber auch nicht als rein fiktiv-literarisch eingestuft werden. Tatsächlich gab es im Kloster zu Sankt Gallen einen Mönch namens Ekkehard. Dieser wurde, da hochgebildet, von der Herzogin Hadwig als ihr persönlicher Lehrer auf die Burg Hohentwiel beordert. Man beschäftigte sich gemeinsam mit klassischen Sprachen, mit Vergil, mit Horaz. Zwei interessante, gebildete und attraktive Persönlichkeiten trafen hier aufeinander und fühlten sich wohl auch voneinander angezogen. Ekkehard starb 990. Jahre nach seinem Tod - die Beziehung zu der adeligen Dame wurde von Mitbrüdern eifrig in Anekdoten mündlich weitertradiert, wobei Klatsch und Tratsch nicht von der Hand zu weisen sind - nahm sein Namensvetter Ekkehard IV. die Geschichte und das, was im Laufe der Zeit dazugedichtet worden ist, in seine Casus sancti Galli (St. Galler Klostergeschichten) auf. Für den musisch angehauchten Scheffel, der sich für Kunst und Geschichte weit mehr interessierte als für die Juristerei, war dies ein willkommener Fund. Das war der Stoff für seinen historischen Roman! Er baute die Geschichte aus, versuchte jedoch, eine gewisse Authentizität zu erhalten. Ob ein Techtelmechtel zwischen dem Mönch und der Herzogin je stattgefunden hat? Ob Ekkehard tatsächlich in eine tiefe Lebenskrise geriet, hin- und hergerissen zwischen spiritueller Askese und dem Bett einer attraktiven Frau? Wir werden es nie erfahren! So oder so: Scheffel, der historisch Interessierte, hat - unabhängig von der pikanten Romanze, die doch allem Anschein nach in jeder Erzählung, soll sie gelesen werden, vorkommen muss - ernsthaft geforscht und recherchiert. Man taucht beim Lesen tief ein in den Geist der frühmittelalterlichen Geschichte und Kultur. Dass das Ganze auch noch mit einer Portion Humor gewürzt ist, macht die Lektüre zu einem besonderem Erlebnis.

Buchbesprechung © Brigitte Stolle

Sie muss unbedingt auf meine Ausflugs-Wunschliste: Die Festungsruine Hohentwiel (einen Prospekt habe ich schon mal :-) Vielleicht klappt es ja in diesem Jahr.

Freitag, 15. Januar 2016

Nachgekocht: Pariser Zwiebelsuppe

Nachgekocht: Pariser Zwiebelsuppe. Kochbuch: Die Original Pariser Küche. Verlag: Heyne 1968. Das Buch gibt es nur noch antiquarisch. Die etwas altmodisch anmutende Einleitung zum Zwiebelsuppen-Rezept weist auf vergangene Zeiten hin:

“Noch haben wir nicht die Bekanntschaft mit jener Suppe gemacht, bei deren Namen wir sofort an Paris denken, der Zwiebelsuppe. Man bekommt sie … am köstlichsten in den engen Straßen rund um die Markthallen und die Kirche St. Eustache. Dort reiht sich Bistro an Bistro. Im Erdgeschoß sitzen die Leute vom Markt, behäbige, dick angezogene Frauen, Lastträger, Forts des Halles genannt, Rollende Teufel wie die Besitzer der so genannten Vier-Jahreszeiten-Läden, der zweirädrigen Marktkarren, genannt werden, wohl auch ein paar Clochards und lassen sich die wärmende und stärkende Soupe à l’ Oignon schmecken. Für die vornehmen Nachtbummler, die Beau Monde, die “schöne Welt”, im Jargon dieses pariserischsten aller Pariser Viertel, finden sich Räume im ersten Stock. Die Zwiebelsuppe aber ist die gleiche, auch wenn sich der eine oder andere Snob Austern dazu bestellt.”

Die Original Pariser Küche Kochbuch nachgekocht Zwiebelsuppe französische Pariser Soupe à l'Oignon Rezept Zwiebel Zwiebeln Weißwein Gemüsebrühe Käse Butter Brillat-Savarin Suppe Suppen Paris Eiffelturm Foto Brigitte Stolle Mannheim 2016Jean Anthelme Brillat-Savarin über Suppen: “Es ist allgemein anerkannt, dass man nirgends eine so gute Suppe isst wie in Frankreich, und ich habe diese Wahrheit auf meinen Reisen bestätigt gefunden. Diese Tatsache kann nicht wundernehmen; denn die Suppe bildet die Grundlage der französischen Nationalkost, und die jahrhundertelange Erfahrung hat die Franzosen zur vollkommenen Meisterschaft in dieser Bereitung führen müssen.”

Die Original Pariser Küche Kochbuch nachgekocht Zwiebelsuppe französische Pariser Soupe à l'Oignon Rezept Zwiebel Zwiebeln Weißwein Gemüsebrühe Käse Butter Brillat-Savarin Suppe Suppen Paris Eiffelturm Foto Brigitte Stolle Mannheim 2016

Die Original Pariser Küche Kochbuch nachgekocht Zwiebelsuppe französische Pariser Soupe à l'Oignon Rezept Zwiebel Zwiebeln Weißwein Gemüsebrühe Käse Butter Brillat-Savarin Suppe Suppen Paris Eiffelturm Foto Brigitte Stolle Mannheim 2016
Abweichend vom Rezept im Kochbuch habe ich statt “Fleischbrühe (Würfel)” frisch zubereitete Gemüsebrühe und die Toastbrotscheiben nicht vollständig, sondern rund ausgestochen verwendet. Ansonsten ist meine “Soupe à l’oignon” weitgehend original geblieben.

Die Original Pariser Küche Kochbuch nachgekocht Zwiebelsuppe französische Pariser Soupe à l'Oignon Rezept Zwiebel Zwiebeln Weißwein Gemüsebrühe Käse Butter Brillat-Savarin Suppe Suppen Paris Eiffelturm Foto Brigitte Stolle Mannheim 2016

Die Original Pariser Küche Kochbuch nachgekocht Zwiebelsuppe französische Pariser Soupe à l'Oignon Rezept Zwiebel Zwiebeln Weißwein Gemüsebrühe Käse Butter Brillat-Savarin Suppe Suppen Paris Eiffelturm Foto Brigitte Stolle Mannheim 2016
Hier werden die rund ausgestochenen
Toastbrot-Croûtons in der Pfanne geröstet:

Croûton Brotcroûtons Die Original Pariser Küche Kochbuch nachgekocht Zwiebelsuppe französische Pariser Soupe à l'Oignon Rezept Zwiebel Zwiebeln Weißwein Gemüsebrühe Käse Butter Brillat-Savarin Suppe Suppen Paris Eiffelturm Foto Brigitte Stolle Mannheim 2016
Und so sieht die Pariser Zwiebelsuppe
mit geriebenem Käse überbacken aus:

Croûton Brotcroûtons Die Original Pariser Küche Kochbuch nachgekocht Zwiebelsuppe französische Pariser Soupe à l'Oignon Rezept Zwiebel Zwiebeln Weißwein Gemüsebrühe Käse Butter Brillat-Savarin Suppe Suppen Paris Eiffelturm Foto Brigitte Stolle Mannheim 2016
Foto (s): Brigitte Stolle

Dienstag, 12. Januar 2016

Buchtipp: “Wie ein Dieb in der Nacht”

Buchbesprechung “Wie ein Dieb in der Nacht
Pfalzkrimi von Paul Baldauf

Buchbesprechung Rezension Wie ein Dieb in der Nacht Paul Baldauf Autor Krimi Regionalkrimi Pfalz Pfalzkrimi Speyer Foto Brigitte Stolle Mannheim Wie ein Dieb in der Nacht bei Amazon !

Endlich, nach rund 4 Jahren, frisch auf dem Markt: “Wie ein Dieb in der Nacht” – der neue Pfalz-Krimi mit dem beliebten Ermittler-Duo Wagner und Rehles. Ich mag Paul Baldaufs Schreibstil, er trifft meinen Geschmack. Mir gefallen Krimis der leiseren Töne besser als blutrünstige Beschreibungen grausamer Mordtaten. Der Schwerpunkt liegt auf den gut ausgearbeiteten, faszinierenden Charakteren. Trotz der zwischenzeitlich vergangenen Zeitspanne gab es kein Fremdeln, nach nur wenigen Seiten stand ich bereits wieder auf gutem Fuß mit Oberkommissar Wagner und Kommissar Rehles. Es war ein Wieder-Finden und Wieder-Erkennen, als hätten sich die Wege nie getrennt: Wagner liebt immer noch Kuba-Rum und kubanische Weisen. Mayra León hat es ihm angetan, “Rhythmus der Lieder und Klangfarbe der Stimme” entspannen ihn bei seiner Ermittlertätigkeit und regen ihn zu unorthodoxen Ideen an. Rehles lässt sich weiterhin von seiner Ehefrau anhimmeln und genießt ihre Bewunderung. Die bereits aus „Kleriker im freien Fall“ bekannten Eigenarten und kleinen Macken der Protagonisten schaffen eine vertraute und entspannte Grundlage beim Lesen. Neu hinzugekommen: die Auszubildende Sandra Schneebel, ein Pfälzer Mädel mit herzerfrischendem Dialekt. Durch sie erfährt der Fall am Ende eine entscheidende Wendung !

Aber halt, beginnen wir am Anfang, wie es sich gehört: Durch den Hinweis einer Nachbarin findet Wagner auf dem alten Friedhof in Speyer die halbverkohlte Leiche eines jungen Mannes. Es handelt sich um Jan Silias, Übersetzer von Beruf. In der Manteltasche des Toten entdeckt der Oberkommissar ein rätselhaftes Gedicht, verfasst in englischer Sprache: “Like a thief in the night – Wie ein Dieb in der Nacht“. Schritt für Schritt wird nun das merkwürdige Poem zerpflückt, übersetzt, entschlüsselt. Ein interessanter Kunstgriff des Autors: dieses Gedicht gibt der Geschichte nicht nur ihren Namen, sondern es zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Roman. Ein Faden also, der (wie Goethe es einmal ausgedrückt hat) “alles verbindet und das Ganze bezeichnet”. Parallel dazu laufen die Recherchen des Speyerer Teams, das anfangs im Dunkeln tappt, nach und nach Hinweise und Indizien sammelt, Schlussfolgerungen zieht, sich im düsteren Labyrinth verirrt und versteigt und den Bösewicht schließlich durch logische Schlussfolgerungen ermittelt. Der Leser wird mitgenommen auf Fährtensuche, er darf ein gedankliches Spiel spielen, ein literarisches Rätsel (mit)lösen.

Das Motiv des Rätsels taucht im Buch gleich mehrmals auf (Hauptkommissar Puhrmann: “Bei Ihnen muss man immer Rätsel raten.” / “Mensch Wagner, Sie sprechen in Rätseln”). Frau Oppelns Kreuzworträtselheft (”13 Buchstaben senkrecht: Rechtsmedizin”) und Wagners Gedankenspiele (”12 Buchstaben senkrecht: Aufschneider” / “Kalevala – Stadt in Finnland, 8 Buchstaben, senkrecht”) unterstreichen das kriminalistische Rätselraten auf originelle Weise.

Wie auch schon bei den “Klerikern“: Mehrere Personen kommen in Frage, der Kreis der möglichen Täter ist überschaubar, so dass Motive und Alibis vom Leser sorgfältig bedacht werden können, ein Auf und Ab, ein Wechselbad der Gefühle, Schuld und Unschuld … Wer war’s? Die Spannung bleibt bis zum Ende bestehen. Der Übersetzer Neiss? Die Nachbarin? Der große Unbekannte? Sandras englischer Brieffreund? Und welche Rolle spielen eigentlich die Herren Zainert und Moira?

Speyer: Domstadt, Pilgerstadt, Brezelstadt. Bis das Gedicht komplett übersetzt und der Mord vollständig aufgeklärt ist, bleibt genügend Zeit für Altstadtspaziergänge mit viel Lokalkolorit. “In Speyer kann man sich ja kaum verlaufen” (Zitat Spiritanerpater Seelinger). Wir schlendern mit dem Autor durch die Straßen, durchs Altpörtel, zu Dom und Domhof. Weitere Stationen des Romans sind der Speyerer Hauptbahnhof, der Friedhof, Buchhandlungen, Restaurants, Kaffeeröstereien, Kirchen, Gebäude, Läden und Geschäfte. Im Café Hindenburg bestellt Wagner korsischen Schafskäse mit Salat, im Imbiss Divan gibt es eine Pizza mit gleichem Namen und in der Pizzeria Caminetto wird leckerer Salat und Penne alla Siciliana verspeist. Überhaupt das Kulinarische … ! Es wird natürlich Laugengebäck gegessen. Gleich im ersten Kapital futtert Wagner “zwei Käsebrezeln”. Im 14. Kapital bittet er die Auszubildende Sandra, “ein paar Brezeln” zu holen. Kurz vor Aufklärung des Falles wird noch eine große Bestellung am Brezelhäuschen getätigt: “Geben Sie mir drei Käsestangen, sechs kleine und eine große Brezel.” – Mmmmhhh, auf nach Speyer !

Paul Baldaufs neuer Pfälzer Regionalkrimi spielt im Übersetzer-Milieu. “Wie ein Dieb in der Nacht” ist gut gemacht, gekonnt und spannend geschrieben, originell, mit vielen lebhaften Dialogen und Dialekteinsprengseln witzig aufgelockert. Ich habe das Buch mit Freude gelesen, und bin gerne dabeigeblieben. Naja, ab und zu muss man seine Lese-Couch verlassen, um sich eine Butterbrezel zu genehmigen … Man kann nur von ganzem Herzen hoffen, dass der nächste Mordfall in Speyer nicht allzu lange auf sich warten lässt :-)

Fazit: Um die Sache im Stil von Oberkommissar Wagner auszudrücken: “Beifallsruf, 5 Buchstaben waagrecht - BRAVO”.

 (Rezension: Brigitte Stolle ©)

Ein Griff ins Bücherregal: “Kleriker im freien Fall”

Buchbesprechung “Kleriker im freien Fall
Pfalz-Krimi von Paul Baldauf

Buchbesprechung Rezension von Brigitte Stolle Ein Griff ins Bücherregal Was lesen wir heute Krimi Kriminalroman Besprechung Pfalz-Krimi Regionalkrimi Kleriker im freien Fall Paul Baldauf Speyer Foto Brigitte Stolle MannheimKleriker im freien Fall bei Amazon !

Krimiautor Willard Huntington Wright vermerkt in seinen “Regeln für das Schreiben von Detektivromanen”, dass ein “wirklich faszinierendes Verbrechen von einem Würdenträger der Kirche oder von einer alten Jungfer” begangen werde.

In welche Richtung die Recherchen des ungleichen Ermittlerduos Wagner und Rehles in Paul Baldaufs Pfalzkrimi tatsächlich gehen, soll hier nicht vorab verraten werden. Dass es sich bei “Kleriker im freien Fall” um eine spannende und faszinierende Story mit viel Speyerer Lokalkolorit handelt, kann jedoch ohne Umschweife gleich vorweggenommen werden.

Speyer - ein beschauliches Städtchen am Rhein. Nicht nur die Einheimischen lieben den geschichtsträchtigen Ort, auch Touristen von nah und fern können sich seiner Schönheit nicht entziehen. Mehr als einmal fühlte sich die Rezensentin beim Lesen des Romans angenehm an einen zurückliegenden Aufenthalt erinnert; Örtlichkeiten, Gebäude, Gaststätten, Spezialitäten werden ins Gedächtnis gerufen: der Kaiserdom, der Domnapf, das Altpörtel, der Eselsdamm, der Hasenpfuhl, die Maximilianstraße, die Kleine Pfaffengasse, Pfälzer Wein, leckere Brezel … Man fühlt sich bei der Lektüre an der Hand genommen und spaziert mit dem Autor durch die Straßen Speyers, sieht vor dem geistigen Auge die Schauplätze der Handlung auftauchen, erkennt sie wieder oder verspürt den Wunsch, alles einmal “in natura” zu entdecken.

Dass in dieser altehrwürdigen Domstadt zwei Kleriker gar grauselig um die Ecke gebracht werden, ist schier unglaublich. Zum Glück sind aber die Herren Wagner und Rehles zur Stelle, die diese Ungeheuerlichkeiten aufdecken und die beschaulichen früheren Zustände wieder herstellen. Dass sich die beiden dabei zuweilen etwas versteigen, im Dunkeln tappen und ein wenig Unterstützung benötigen, macht die Sache eher sympathisch. Unfehlbare Detektive, nüchterne, alles wissende Helden, die einen Fall logisch zielgenau und instinktsicher lösen, kennt man zur Genüge.

Der Autor greift mit Gewinn auf den klassischen Aufbau von Kriminalromanen zurück - eine beschränkte Anzahl möglicher Täter wird vorgestellt, jeder einzelne von ihnen wird vom aufmerksamen Leser mindestens einmal verdächtigt, der Unschuldige erscheint schuldig, der Schuldige unschuldig - sodass die Spannung aufrecht erhalten wird und sich gegen Ende hin steigert. Der Leser hat Freude daran, ein Rätsel, eine Denksportaufgabe zu lösen, Hinweise aufzuspüren, gemeinsam mit Wagner und Rehles Indizien zu sammeln und seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Der Roman hat Vieles zu bieten. Nicht nur, dass man mit den verschiedenen religiösen Titel-, Amts- und Funktionsbezeichnungen sowie Aufgabenbereichen religiöser Würdenträger vertraut wird (Wüssten SIE z. B., was ein “Domschweizer” ist?), die Speyerer Kirchenlandschaft kennen lernt, philosophische und theologische Doktrinen streift … es geht um geheimnisvolle Briefe, man erfährt so manches über Graphologie “auf tiefenpsychologischer Grundlage”, erfreut sich an poetischen kubanischen Weisen, lässt sich mit Kommissar Walter Wagner einige Gläschen feinsten Rum auf der Zunge zergehen, lernt authentisch anmutende Speyerer Originale kennen, die ihr ganz eigenes Gesicht, ihren Charakter besitzen, menschliche Schwächen zeigen und nachbarschaftliche Querelen und Eifersüchteleien austragen - das Ganze erfreulicherweise und zum Vergnügen der Rezensentin in (kur)pfälzischem Dialekt.

Das Tolle an dem Krimi - und so sollte es ja auch sein: Die Wahrheit liegt von Anfang an offen vor Augen. Lag man beim ersten Lesen mangels detektivischen Spürsinns falsch und liest das Buch ein zweites Mal, werden einem der schlüssige Aufbau, die innere Logik, die vorher übersehenen, aber unübersehbar hingestreuten Hinweise sofort klar vor Augen treten. So macht Krimilesen richtig Spaß !

Ich habe mich - um die im Vorwort gehegte Hoffnung des Autors zu bestätigen - in Spannung gesetzt und gut unterhalten gefühlt und bin dem Ermittlerduo und den Geschichten um Täter und Opfer gerne gefolgt und freue mich schon auf Wagners und Rehles nächsten Fall.

 (Rezension: Brigitte Stolle ©)

In Speyer mit Krimiautor Paul Baldauf:

Speyer Kaiserdom Foto Brigitte Stolle September 2015

Speyer Altstadt Kaiserdom Sehenswürdigkeiten Bauwerke Architektur Fachwerkhäuser Stadthaus Rathaus Altpörtel Heidentürmchen historisches Museum der Pfalz Kloster der Augustiner-Eremiten Restaurants Cafés Fotos Brigitte Stolle Mannheim September 2015

Speyer Wallfahrtsort Pilgerstadt Jakobspilger Pilgerspeisung vegetarisch vegan Bronzefigur Jakobspilger Foto Brigitte Stolle September 2015

Speyer Altstadt Kaiserdom Sehenswürdigkeiten Bauwerke Architektur Fachwerkhäuser Stadthaus Rathaus Altpörtel Heidentürmchen historisches Museum der Pfalz Kloster der Augustiner-Eremiten Restaurants Cafés Fotos Brigitte Stolle Mannheim September 2015
Foto (s): Brigitte Stolle

Freitag, 25. Dezember 2015

Ein köstlicher Münsterkäse und ein schönes Buch

Käse Buch Lektüre Munster Münsterkäse Au Cœur de la France des 1 000 fromages Jean-Marc Navello französisch Baguette Foto Brigitte Stolle 2015Weihnachten heißt nicht nur “auf Wein achten” … auch ein schöner Käse muss sein. Heute probiere ich den Münsterkäse aus dem Elsaß. Es ist ein Rotschmierkäse von durchdringendem Geruch, der sofort ins Zimmer strömt, wenn man nur kurz die Kühlschranktür aufmacht. Und wenn er erst bei Zimmertemperatur draußen liegt, ist sein strenger Geruch nicht mehr wegzuleugnen. Der Teig ist goldgelb und weich wie Butter. Die Milch stammt von Vogeser Kühen. Wenn man sich einen besonderen Munster gönnen will, sollte man sich für einen Munster fermier entscheiden (und nicht für einen Munster industriel). Zum Käse blättere ich gerne in dem Buch “Au Cœur de la France des 1 000 fromages“. Wunderschöne detaillierte Zeichnungen von Jean-Marc Navello. Der versteht sein Handwerk richtig gut. Buch und Käse - ein doppelter Genuss.

Käse Buch Lektüre Munster Münsterkäse Au Cœur de la France des 1 000 fromages Jean-Marc Navello französisch Baguette Foto Brigitte Stolle 2015
Foto (s): Brigitte Stolle

Sonntag, 12. Juli 2015

Urlaubslektüre: Die Brücke von Ambreville

Urlaubslektüre Die Brücke von Ambreville Alain Leblanc Un pont entre deux rives Gérard Depardieu Normandie Foto Brigitte Stolle 2015 Außer zwei Arsène-Lupin-Romanen habe ich im Normandie-Urlaub ein weiteres Buch gelesen, das in direktem Bezug zur Region steht: Die Brücke von Ambreville von Alain Leblanc. Eine leise, berührende Liebesgeschichte mit tragischem Ausgang zwischen der Mutter des 16-jährigen Erzählers und dem leitenden Ingenieur eines großen Brückenprojekts über die Seine. Das Buch mit dem Originaltitel “Un pont entre deux rives”, wurde 1999 von Gérard Depardieu verfilmt, der im Film auch eine Hauptrolle spielt.

Bei der Lektüre des Buches macht man sich natürlich Gedanken, auf welche Brücke über die Seine sich die Geschichte bezieht. Ist es Pont de NormandiePont de Tancarville oder Pont de Brotonne? Hatte der Autor beim Schreiben eine dieser Brücken im Sinn?

Urlaubslektüre Die Brücke von Ambreville Alain Leblanc Un pont entre deux rives Gérard Depardieu Normandie Foto Brigitte Stolle 2015Liest man sorgfältig unter Berücksichtung der räumlichen und zeitlichen Gegebenheiten, könnte es sich um die Brücke “Le Pont de Tancarville” handeln. Es sei denn, Alain Leblanc hat sich für seine Geschichte eine völlig fiktive Brücke gebaut.

Und so sieht die Brücke Le Pont de Tancarville aus:

Urlaubslektüre Die Brücke von Ambreville Alain Leblanc Un pont entre deux rives Gérard Depardieu Normandie Foto Brigitte Stolle 2015

Urlaubslektüre Die Brücke von Ambreville Alain Leblanc Un pont entre deux rives Gérard Depardieu Normandie Foto Brigitte Stolle 2015

Urlaubslektüre Die Brücke von Ambreville Alain Leblanc Un pont entre deux rives Gérard Depardieu Normandie Foto Brigitte Stolle 2015

Urlaubslektüre Die Brücke von Ambreville Alain Leblanc Un pont entre deux rives Gérard Depardieu Normandie Foto Brigitte Stolle 2015
“Und dann, nach drei Jahren, war die Brücke vollendet. Dort, wo der Fluss sich zum Mündungstrichter verbreitert und wo früher mit Amber und Gewürzen beladene Schiffe eingefahren waren, beim Hafenstädtchen Ambreville, das ihr seinen Namen gab, waren die beiden Ufer jetzt miteinander verbunden. Es hieß, dass die Brücke mit ihren anderthalb Kilometern Spannweite die längste in ganz Europa sei, und die Leute kamen von überall her, um das imposante Bauwerk zu fotografieren. Man sah es schon von Weitem; wie ein riesiges Schiff tauchte es aus dem Dunst auf, der über der Flussmündung schwebte, und schien allen Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen. Aber was einen beeindruckte, war nicht nur die Größe, es war vor allem die Schönheit dieser Brücke. Eine Brücke, die sich von einem Ufer zum anderen spannt, gleicht zwei Händen, die sich berühren, zwei Gesichtern, die einander zulächeln, zwei Körpern, die zueinanderfinden. Und vielleicht liegt darin das Geheimnis des Lebens: in diesem Hinstreben zum anderen, in der Überwindung dessen, was die Menschen voneinander trennt und sie in Einsamkeit verkümmern lässt.” - Zitiert aus: Die Brücke von Ambreville, Alain Leblanc, 1999

Urlaubslektüre Die Brücke von Ambreville Alain Leblanc Un pont entre deux rives Gérard Depardieu Normandie Foto Brigitte Stolle 2015
Normandie 2015
Foto (s): Brigitte Stolle
Siehe auch: Le Pont de Normandie

Dienstag, 22. Januar 2013

gut gesse gedenkt em ewisch

Buchtipp von Karla Kunstwadl:


gut gesse gedenkt em ewisch

Kleine Geschichte der Stadt Mannheim mit historischen Kochrezepten
von Rosemarie Günther und Patricia Pfaff

Klapptentext: Dieses Buch will Ihnen im besten Sinne des Wortes Vorspeise sein: Es will Ihnen Lust auf die Geschichte Mannheims machen, es will Neugier auf die Geschichte unserer Speisen wecken, es will Appetit auf die kurpfälzische Küche anregen, es will aber vor allem eins, Ihnen beim Lesen viel Freude bereiten. In diesem Sinne – Guten Appetit!

Mehr …

Karla Kunstwadl hat das “Steckrübenessen” zu ihrem Lieblingsgericht auserkoren. Zum Buch selbst gibt sie folgendes Statement ab: “Liebevoll gemacht mit vielen Abbildungen und Rezepten. Eine gelungene Mischung aus Geschichte(n) und Gerichten. Man möchte sich dem Herausgeber, Herrn Dr. Jörg Schadt, anschließen, der in seinem Vorwort gesteht: “Do kennd isch misch grad dabbisch esse.”


Foto (s): Brigitte Stolle