Sonntag, 12. Juli 2015

Urlaubslektüre: Die Brücke von Ambreville

Urlaubslektüre Die Brücke von Ambreville Alain Leblanc Un pont entre deux rives Gérard Depardieu Normandie Foto Brigitte Stolle 2015 Außer zwei Arsène-Lupin-Romanen habe ich im Normandie-Urlaub ein weiteres Buch gelesen, das in direktem Bezug zur Region steht: Die Brücke von Ambreville von Alain Leblanc. Eine leise, berührende Liebesgeschichte mit tragischem Ausgang zwischen der Mutter des 16-jährigen Erzählers und dem leitenden Ingenieur eines großen Brückenprojekts über die Seine. Das Buch mit dem Originaltitel “Un pont entre deux rives”, wurde 1999 von Gérard Depardieu verfilmt, der im Film auch eine Hauptrolle spielt.

Bei der Lektüre des Buches macht man sich natürlich Gedanken, auf welche Brücke über die Seine sich die Geschichte bezieht. Ist es Pont de NormandiePont de Tancarville oder Pont de Brotonne? Hatte der Autor beim Schreiben eine dieser Brücken im Sinn?

Urlaubslektüre Die Brücke von Ambreville Alain Leblanc Un pont entre deux rives Gérard Depardieu Normandie Foto Brigitte Stolle 2015Liest man sorgfältig unter Berücksichtung der räumlichen und zeitlichen Gegebenheiten, könnte es sich um die Brücke “Le Pont de Tancarville” handeln. Es sei denn, Alain Leblanc hat sich für seine Geschichte eine völlig fiktive Brücke gebaut.

Und so sieht die Brücke Le Pont de Tancarville aus:

Urlaubslektüre Die Brücke von Ambreville Alain Leblanc Un pont entre deux rives Gérard Depardieu Normandie Foto Brigitte Stolle 2015

Urlaubslektüre Die Brücke von Ambreville Alain Leblanc Un pont entre deux rives Gérard Depardieu Normandie Foto Brigitte Stolle 2015

Urlaubslektüre Die Brücke von Ambreville Alain Leblanc Un pont entre deux rives Gérard Depardieu Normandie Foto Brigitte Stolle 2015

Urlaubslektüre Die Brücke von Ambreville Alain Leblanc Un pont entre deux rives Gérard Depardieu Normandie Foto Brigitte Stolle 2015
“Und dann, nach drei Jahren, war die Brücke vollendet. Dort, wo der Fluss sich zum Mündungstrichter verbreitert und wo früher mit Amber und Gewürzen beladene Schiffe eingefahren waren, beim Hafenstädtchen Ambreville, das ihr seinen Namen gab, waren die beiden Ufer jetzt miteinander verbunden. Es hieß, dass die Brücke mit ihren anderthalb Kilometern Spannweite die längste in ganz Europa sei, und die Leute kamen von überall her, um das imposante Bauwerk zu fotografieren. Man sah es schon von Weitem; wie ein riesiges Schiff tauchte es aus dem Dunst auf, der über der Flussmündung schwebte, und schien allen Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen. Aber was einen beeindruckte, war nicht nur die Größe, es war vor allem die Schönheit dieser Brücke. Eine Brücke, die sich von einem Ufer zum anderen spannt, gleicht zwei Händen, die sich berühren, zwei Gesichtern, die einander zulächeln, zwei Körpern, die zueinanderfinden. Und vielleicht liegt darin das Geheimnis des Lebens: in diesem Hinstreben zum anderen, in der Überwindung dessen, was die Menschen voneinander trennt und sie in Einsamkeit verkümmern lässt.” - Zitiert aus: Die Brücke von Ambreville, Alain Leblanc, 1999

Urlaubslektüre Die Brücke von Ambreville Alain Leblanc Un pont entre deux rives Gérard Depardieu Normandie Foto Brigitte Stolle 2015
Normandie 2015
Foto (s): Brigitte Stolle
Siehe auch: Le Pont de Normandie

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