Freitag, 15. Juli 2016

Das Grab des kleinen Schiffsjungen

Bretagne, Port Navalo: La tombe du petit mousse. Das Grab des kleinen Schiffsjungen. Naja, direkt KLEIN kann man diesen Schiffs”jungen” nicht nennen, der hier bei Port Navalo seine letzte Ruhestätte in Form eines beachtlichen Grabmals (Tombeau) gefunden hat. Das Hinweisschild am Ufer spricht immerhin von einem „homme d’une trentaine“, einem etwa dreißigjährigen Mann, dessen Leiche (cadavre) am 2. Oktober 1859 das Meer nach zwei Monaten Aufenthalt im Wasser bei Port Navalo endlich an Land gespült hat. Auf seiner Jacke (le gilet) und seiner Hose (le pantalon) seien Kupferknöpfe (boutons de cuivre) mit Anker- und Kanonenmotiven gewesen, weshalb man in ihm einen jungen Seemann oder Matrosen vermutete. Der unbekannte Tote wurde „Le Petit Mousse“ – „Der kleine Schiffsjunge“ genannt. Auf Anraten der Ärzte wurde der schwer zu transportierende Leichnam in weiße Laken gewickelt und gleich an Ort und Stelle beigesetzt.

Bretagne, Port Navalo: La tombe du petit mousse. Das Grab des kleinen Schiffsjungen. - Fotos: Brigitte Stolle 2016
Die Informationstafel enthält ferner einen
Auszug aus einem Gedicht von Vicor Hugo:

 Cette nuit, il pleuvait, la marée était haute,
Un brouillard lourd et gris couvrait toute la côte,
Les brisants aboyaient comme des chiens, le flot
Aux pleurs du ciel profond joignait son noir sanglot
Des marins en détresse appelaient à leur aide.

 „Es regnete in dieser Nacht, die Flut war hoch …“

Hier also das berühmte Grab (tombe) bzw. Grabmal (tombeau) des „kleinen Schiffsjungen“ in Port Navalo, zu dem auch noch alte Ansichtskarten im Umlauf sind (siehe Collage).

Bretagne, Port Navalo: La tombe du petit mousse. Das Grab des kleinen Schiffsjungen. - Fotos: Brigitte Stolle 2016
Bretagne-Urlaub 2016
Foto (s): Brigitte Stolle

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