Freitag, 15. Juli 2016

Bretagne-Lektüre: Schweig stille, mein Herze

Bretagne 2016. Auch im Urlaub wird gelesen … und rezensiert.
Der Bücherkoffer ist wie immer mit allerlei Schmankerln wohlgefüllt.

Im Bretagne-Urlaub 2016 gelesen: Schweig stille, mein Herze - Novelle von Ekkehard Pluta - Rezension: Brigitte Stolle

Literarisches Pralinchen

“Das kleine Büchlein „Schweig stille, mein Herze“ von Ekkehard Pluta habe ich im Urlaub gelesen, an einem Spätnachmittag im schattigen Garten eines französischen Ferienhäuschens. Eine ausgezeichnete Wahl. Die Zusammenfassung der Novelle ist schnell gemacht: Ein Literaturstudent will über den „Liebesbegriff bei Heine und Mörike“ promovieren, der zum Thema passende Doktorvater lebt mit seiner jungen Frau Miranda in beschaulicher Zweisamkeit in einem abgelegenen Schlösschen. Bei des Studenten ausgedehnten Besuchen in der ländlichen Idylle kommt es zu dem, was Goethe einst als wesentliches Kennzeichen einer Novelle herausgestellt hat: zu einer „unerhörten Begebenheit“ … Die Geschichte ist geschickt aufgebaut, die Erzählweise sympathisch anachronistisch. Neben stilistischer Gewandtheit, behutsamer Wortwahl und starken Bildern besticht der ruhige Verlauf der Handlung, die wie ein klares Bächlein dahinfließt. „Unaufgeregt“ würde man das auf Neudeutsch nennen. Wie „Prospero“ in der Novelle habe ich bei der Lektüre ein Glas Rotwein „geschlotzt“, die literarischen Diskussionen gespannt verfolgt und mich dabei auch noch wunderbar entspannt. „Ihr tausend Blätter im Walde wisst, ich hab’ Schön-Rohtrauts Mund geküsst – schweig stille, mein Herze“. - Fazit: Ein Pralinchen für Literaturbegeisterte.(Rezension: Brigitte Stolle)

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