Montag, 22. August 2016

Wie aus dem Bilderbuch

Einen “Roten Fingerhut” wie aus dem Bilderbuch habe ich fotografisch “erwischt”. Links mein Foto einer blühenden “Digitalis purpurea” am Wegesrand. Rechts ein Blatt aus dem alten Buch: “Heimische Kräuter und Pilze - eine reizende Bildersammlung” der Imperial-Feigenkaffee-Fabrik, München.

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) - Giftpflanze am Wegesrand - Glycoside - Herzglycoside - Halluzinationen - verändertes Farbsehen - Vincent van Gogh

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) - Giftpflanze am Wegesrand - Glycoside - Herzglycoside - Halluzinationen - verändertes Farbsehen - Vincent van Gogh
Auch wenn diese heimische Pflanze im Volksmund so nette Namen hat wie zum Beispiel “Fingerglöckerl” … Vorsicht: sie ist in allen Pflanzenteilen hochgiftig. Die enthaltenen Glycoside verursachen einen starken Bittergeschmack. Ein Selbstschutz der Pflanze, um nicht von Tier und Mensch aufgegessen zu werden. Schon früh wurde das Gift des Fingerhuts erkannt und verwendet: als Pfeilgift oder Mordmittel. Die enthaltenen Herzglycoside werden bei Herzerkrankungen medizinisch als Reinsubstanzen angewandt; eine Selbstmedikation mit Pflanzenteilen ist lebensgefährlich. Neben Wirkungen wie Übelkeit und Halluzinationen verändert sich auch die Wahrnehmung von Farben. Beispiele sind Gemälde von Vincent van Gogh, der wegen einer Herzschwäche mit Digitalis behandelt wurde. Farbringe, die er unter anderem rund um die Himmelskörper gesehen und künstlerisch wiedergegeben hat, sollen auf Überdosierungen mit Fingerhut zurückzuführen sein.

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) - Giftpflanze am Wegesrand - Glycoside - Herzglycoside - Halluzinationen - verändertes Farbsehen - Vincent van Gogh

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea) - Giftpflanze am Wegesrand - Glycoside - Herzglycoside - Halluzinationen - verändertes Farbsehen - Vincent van Gogh
Und hier noch ein schöner Fingerhut von Margit - vielen Dank für das Foto!