Donnerstag, 6. Oktober 2016

Runologie … der arme Erik

Schleswig Haithabu Wikinger-Museum Runenstein Erik-Stein Runenkunde Runologie Ärchäologie Foto: Brigitte Stolle 2016Runologen sind in Schleswig genau an der richtigen Stelle. Mehrere Runensteine aus dem früheren Haithabu wurden hier gefunden. Ein Erlebnis für Liebhaber alter Sprachen und Schriften. Mein Bild zeigt eine Kopie des Erik-Steins, der ungefähr an dieser Stelle gefunden wurde. Die jeweiligen Originale sind im Wikinger-Museum Haithabu zu bestaunen.

Die Runen-Inschrift auf dem Erik-Stein ist wie folgt übersetzt worden: „Thorulv, der Gefolgsmann Svens, errichtete diesen Stein für Erik, seinem filaga (= Kameraden), der den Tod fand, als die Krieger bei Haithabu saßen. Er war Schiffsführer, ein sehr tüchtiger Krieger.“ (Quelle: Runenkunde von Klaus Düwel, Sammlung Metzler, Stuttgart 2008)

[Mit „Sven“ ist wahrscheinlich König Sven Gabelbart gemeint … dank seines Beinamens lässt sich wunderbar auf sein Aussehen und die damalige Bartmode schließen]

Nach dem Lautwert der ersten 6 Zeichen wird die Runenreihe FUTHARK genannt. Man unterscheidet das „Ältere Futhark“ (Schriftperiode ca. 200 bis 700 nach unserer Zeitrechnung) und das „Jüngere Futhark“, das eine verkürzte Runenzeichenreihe aufweist. Der Erik-Stein ist dem jüngeren Futhark zuzurechnen. Runen bestehen aus nur 3 graphischen Elementen: Stab, Zweig und Haken. Daraus sind sämtliche Runenformen zusammengesetzt.

Schleswig Haithabu Wikinger-Museum Runenstein Erik-Stein Runenkunde Runologie Ärchäologie Foto: Brigitte Stolle 2016
Foto (s): Brigitte Stolle