Mittwoch, 11. Januar 2017

Projekt: Schwedenkräuter-Elixier

Schwedenkräuter-Tinktur selbst ansetzen

Schwedenkräuter Schwedenkräuter-Tinktur Schwedenkräuter-Elixier ... DIY Selber machen Selbst ansetzen Rezept ... Text und Fotos: Brigitte Stolle, Mannheim
Allgemeines:

Tinkturen sind Kräuterauszüge in hochprozentigem Alkohol. Grundsätzlich gilt: Je höher der Alkoholgehalt, desto effektiver werden die wertvollen Inhaltsstoffe aus den Kräutern herausgezogen.

 Was braucht man für einen DIY-Schwedenbitter?

Zum Ansetzen eines Kräuterauszugs benötigt man nur wenige Utensilien: ein gut verschließbares Glas mit Schraub- oder Bügelverschluss, Schweden-Ansatzkräuter (aus der Apotheke, evtl. auch selbstgesammelt), Alkohol, Kaffeefilter, Dunkelglasflasche.

Ich verwende 90%igen Apothekeralkohol, der in Deutschland ziemlich teuer, in Frankreich dagegen preiswerter zu haben ist. Vorteil: Die Kräuterinhaltsstoffe werden optimal herausgezogen. Nachteil: Der Ansatz muss anschließend mit Wasser auf 40 bis 45 Vol. % verdünnt werden. Einfacher und preiswerter ist es daher, gleich einen entsprechenden Alkohol (Doppelkorn, Wodka) aus dem Supermarkt zu verwenden.

Schwedenkräuter Schwedenkräuter-Tinktur Schwedenkräuter-Elixier ... DIY Selber machen Selbst ansetzen Rezept ... Text und Fotos: Brigitte Stolle, Mannheim

Schwedenkräuter Schwedenkräuter-Tinktur Schwedenkräuter-Elixier ... DIY Selber machen Selbst ansetzen Rezept ... Text und Fotos: Brigitte Stolle, Mannheim
Meine Vorgehensweise:

Ich setze 25 Gramm Schwedenkräuter in 1/4 Liter Apothekeralkohol (90 Vol. %) an, rühre gut um, stelle das Glas an einen zimmerwarmen Ort, rühre und schüttle die Mischung während 2 Wochen täglich 1 bis 2 Mal, filtere danach die Tinktur durch einen Kaffeefilter, verdünne sie mit Wasser auf circa 45 Vol. % und fülle mein Schwedenbitter-Kräuterelixier in ein Dunkelglas um. Hier hält es sich 1 Jahr und länger. Ich setze jedoch lieber nur kleinere Mengen zum baldigen Verbrauch an und wiederhole das Prozedere bei Bedarf.

Welche Kräuter enthält eine Schwedenkräuter-Tinktur?

Die Kräutermischungen, die man fertig gemischt im Kräuterladen oder in der Apotheke kauft, sind ganz unterschiedlich zusammengesetzt. Hier sollte man sich anhand der Verpackungsangaben über die einzelnen Bestandteile informieren. Zu den typischen Schwedenkräuter zählen u. a.: Engelwurz (Angelica), Kampfer, Eberwurz, Safran, Zitwerwurz, Rhabarberwurzel, Myrrhe, Aloe, Manna, Sennesblätter, Wermut, Enzian, Muskat … Ausschlaggebend für die Anzahl und Zusammensetzung der Kräuter ist die Entscheidung, ob man einen „großen“ oder „kleinen“ Schwedenbitter ansetzen möchte. Genaue Angaben zur Zusammenstellung kann man in der einschlägigen Fachliteratur nachlesen. Am bequemsten ist es jedoch, ein fertiges Päckchen Schwedenkräuter zum Ansetzen des Schwedenbitters in der Apotheke zu kaufen.

Woher stammt eigentlich das Rezept und warum heißt es so?

Wie der Name vermuten lässt, stammt die Idee aus Schweden und wurde dort von einem schwedischen Arzt entwickelt. Angeblich soll er bei bester Gesundheit 104 Jahre alt geworden sein und wäre sogar noch älter geworden, wenn er nicht nach einem Sturz vom Pferd gestorben wäre.

Vorsicht: Bitterstoffe!

Der Schwedenbitter schmeckt, wie der Name schon sagt, richtig grauselig bitter – aber genau das ist auch der Grund für seinen gesundheitlichen Wert. „Bitter im Mund, dem Magen gesund“ sagt schon das alte Sprichwort. Bitterstoffe sind allerdings nicht nur für den Magen gesund. Sie regen die Leber an, dienen der „Blutreinigung“, beugen Verdauungsproblemen vor, indem sie leicht abführend und damit entgiftend wirken.

Die Maßzahl, mit der der bittere Geschmack eingestuft wird, nennt man „Bitterwert“ – und der liegt im Fall der Schwedenkräutertinktur bei 1000. Im Vergleich hat ein Pils einen Bitterwert von 30 bis 40.

Allerdings nimmt man einen Schwedenbitter nicht in großen Mengen, sondern kurmäßig und tropfen- bzw. teelöffelweise ein, ein- oder zweimal im Jahr für 6 Wochen sei ideal, heißt es. Wunderbar als Frühjahrskur: morgens, mittags und abends je 1 Teelöffel Kräuterelixier einnehmen, am besten verdünnt in Kräutertee, mit einem Glas Wasser oder Saft.


Foto (s): Brigitte Stolle

Darüber hinaus kann man die Schwedenbitter-Tinktur auch äußerlich anwenden. Hier wirkt sie entzündungshemmend und desinfizierend. Ein Inhalations-Dampfbad mit zwei Teelöffeln Schwedenelixier tut mir bei einem grippalen Infekt sehr gut. Ebenso die Einreibung mit verdünnter Tinktur bei rheumatischen Beschwerden. Toll ist das Schwedenelixier auch als Gurgelwasser oder bei Kopfschmerzen, wobei ein feuchter Waschlappen mit einigen Tropfen versehen und auf die schmerzende Stelle gelegt wird.

Wem die Herstellung einer Schwedenkräuter-Tinktur zu aufwändig sein sollte, kann in der Apotheke natürlich auch ein Fix-und-Fertig-Elixier kaufen.

© Brigitte Stolle 2017