Freitag, 4. August 2017

Literatur und Kulinarik: Rösti

RöstiJede Region, jedes Land kennt sein „Arme-Leute-Essen“. Viele dieser Gerichte haben sich im Laufe der Zeit zu kulinarischen Highlights entwickelt. Pizza, Paella, Bouillabaisse, Pasta, Couscous, Ratatouille, Polenta … aber auch das Schweizer Rösti. Früher hat man zur Herstellung einfach das genommen, was der eigene Garten oder die Natur hergab, im Fall der Fischsuppe Bouillabaisse wurden z.B. kleine Felsenfischlein verwendet, die sich vom Fischer nur schlecht an die Kundschaft verkaufen ließen.

RöstiDas Rösti, eines meiner Schweizer Lieblingsgerichte (hier mit Tomaten, buntem Gemüse, Schnittlauch, Spiegelei …) wurde noch Anfang des 20. Jahrhundert in der Tetralogie „Alles in Allem“ des Zürcher Epikers Kurt Guggenheim (1896 – 1983), das ich gerade zum wiederholten Male mit Freude und Begeisterung lese, deutlich als „Arme-Leute-Essen“ eingestuft:

“… Er [der verlotterte Architekt René Hirzel] wurde ein Gast der Suppenanstalt oben an der Zäune, ein Rösti-Esser in den alkoholfreien Wirtschaften des Frauenvereins und bewohnte ein kleines, unbeheizbares Zimmer, hinten hinaus, beim Rindermarkt …”

Rösti
Foto (s): Brigitte Stolle