Sonntag, 14. April 2019

Schlauraffen-Speise im Schlauraffen landt

Schlaraffenland ... Land der faulen Affen ... Hirsebrei ... Hans Sachs ...
Das Schlauraffen Landt

Ain gegent haist Schlauraffen landt,
Den faulen Leuten wol bekannt,
Das ligt drey meyl hinder Weyhnachten.
Und welcher darein wölle trachten,
Der muß sich grosser ding vermessn
Und durch ein Berg mit Hirßbrei essn,
Der ist wol dreyer Meylen dick.
Und dann ist er im augenblick
Inn den selbing Schlauraffen Landt,
Da aller Reychthumb ist bekannt,
Da sind die Heuser deckt mit Fladn,
Leckuchen die Haußthür und ladn …

Das ist die Version von Hans Sachs (1494 – 1576). Die Idee von einem Land für alle fresslustigen und faulen Müßiggänger gab es allerdings schon in der Antike. Hans Sachs selbst hat sein Werk dem Gedicht von Boccaccio nachempfunden und zwar dergestalt, dass das Lesen über diese dickbäuchigen, im Überfluss lebenden Fresser eher abstoßend wirken soll. Später – bei den Bechstein‘schen Märchen – ist aus dem „Hirßbrei“ ein Reisbrei geworden, weil Hirse in der Bevölkerung nicht mehr so bekannt war wie ehemals.

Schlaraffenland ... Land der faulen Affen ... Hirsebrei ... Hans Sachs ... Foto: Brigitte Stolle Im Mittelhochdeutschen gibt es das Wort „sluraff“, was Faulenzer bedeutet. Wir kennen heute noch die Bezeichnung „Schluri“, das für faul, schlampig oder schlitzohrig steht. Das Schlauraffen (oder Sluraffen) Landt ist also das Land der faulen Affen.

Schlaraffenland ... Land der faulen Affen ... Hirsebrei ... Hans Sachs ... Foto: Brigitte Stolle Wir essen Hirse sehr gern. Sie schmeckt toll, ist gesund und schnell zubereitet. Und beileibe nicht nur etwas für Wellensittiche, wie oft von spottlustigen Leuten, die noch nie Hirse gegessen haben, behauptet wird.

Schlaraffenland ... Land der faulen Affen ... Hirsebrei ... Hans Sachs ... Foto: Brigitte Stolle Vor einigen Tagen haben wir Bio-Hirse in Paprikaschoten gefüllt und diese im Topf in dickem, fruchtigem Tomatensugo gegart. Die Zubereitung ist auf der Packung angegeben. Deshalb nur ein kleiner Tipp aus der Praxis: Soll die Masse nach dem Garen körnig bleiben (z.B. für einen Salat), rührt man nur selten um, sondern lässt die Körnchen in Ruhe ausquellen. Möchte man die Masse zum Füllen von Gemüsen oder als knusprige Bratlinge verwenden, ist ein häufiges Rühren sogar erwünscht.

Schlaraffenland ... Land der faulen Affen ... Hirsebrei ... Hans Sachs ... Foto: Brigitte Stolle

Schlaraffenland ... Land der faulen Affen ... Hirsebrei ... Hans Sachs ... Foto: Brigitte Stolle
Fotos: Brigitte Stolle

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