Sonntag, 19. Mai 2019

Mein erster veganer Kuchen

Gestern habe ich in einem kleinen Café den ersten veganen Kuchen meines Lebens gegessen. Als Ovo-Lacto-Vegetarierin esse ich ja Ei und Milchprodukte und habe bislang beim Backen und Essen von Kuchen noch nie auf Ei-Ersatz als Bindemittel zurückgegriffen. Aber ich war neugierig: Wie kriegen die die nötige Bindung bloß ohne Ei hin? Also habe ich mich kundig gemacht und gelernt: Ei-Ersatzpulver gibt es mittlerweile auch in Bio-Qualität ohne Zusatzstoffe und Emulgatoren. Die Basis sind pflanzliche Eiweißquellen wie Kartoffeln, Lupinen oder Erbsen. Banane: Wegen des süßen Eigengeschmacks nur für süße Gebäcke und Kuchen geeignet. Statt 1 Ei wird eine halbe reife (!) Banane zerdrückt und unter die Teigmasse gerührt. Ein halber Teelöffel Backpulver zusätzlich macht das Resultat fluffiger. Bei kräftigem Vollkorngebäck und Getreidebratlingen erzielt man mit Leinsamen ein gutes Ergebnis und einen angenehm nussigen Geschmack. 1 Ei wird ersetzt durch 1 Esslöffel Leinsamenschrot oder -mehl, das mit 3 Esslöffeln warmem Wasser angerührt wird. Sogar eine Art Eischnee ist möglich. Hierzu 4 Esslöffel ganze Leinsamen in einem halben Liter Wasser aufgekochen und 20 Minuten köcheln lassen, anschließend durch ein Sieb geben, erkalten lassen und wie Eiweiß aufschlagen. Ähnlich funktioniert’s mit Chia-Samen, der gleichzeitig noch wertvolle Omega-3-Fettsäuren liefert. 1 Esslöffel Samen mit 4 Esslöffeln Wasser mischen, quellen lassen und zum Teig geben. Eine tolle Sache für saftigen Kuchen und Muffins ist Apfelmus, den man in der Weihnachtszeit mit Zimt verfeinern kann. 60 bis 70 Gramm Apfelmus ersetzen 1 Ei. Zusätzlich ein halber Teelöffel Backpulver macht den Teig noch lockerer. Auch Kürbispüree ist eine Alternative und bringt Farbe ins Spiel. Last but not least: Sojamehl. Es enthält wie ein Hühnerei den Emulgator Lecithin, hat aber auch den typischen Sojageschmack. 1 Ei wird ersetzt durch 1 Esslöffel Sojamehl, das mit 2 Esslöffeln sprudelndem Mineralwasser angerührt wird.

Bei “meinem” ersten veganen Apfelkuchen konnte ich zimtiges Apfelmus ausmachen. Sonst weiß ich leider nichts. Außer: Er hat ganz wunderbar geschmeckt!

Veganer Apfelkuchen mit Apfelmus ... Foto: Brigitte Stolle
Foto: Brigitte Stolle

  1. Margit

    Montag, Mai 20, 2019 - 16:02:50

    ja,der vegane Apfelkuchen war lecker. Vegan kochen ist für mich nix. Bleib ich lieber beim Vegetarischen.

  2. Brigitte

    Dienstag, Mai 21, 2019 - 06:58:24

    Ich eigentlich auch.

  3. Tanja

    Dienstag, Mai 21, 2019 - 13:59:17

    Für veganen Kuchen benötigt man nicht unbedingt Eiersatz. Wenn man die Flüssigkeitsmenge entsprechend erhöht, gelingt ein veganer Kuchen auch. Da gibt es viele Rezepte in Kochbüchern, die einfach nachzubacken sind. Habe ich schon öfter mal ausprobiert - klappt ganz gut. Apfelmus lässt sich übrigens auch als Eiersatz einsetzen.

  4. Brigitte

    Mittwoch, Mai 22, 2019 - 07:20:22

    Ja, das Apfelmus hatte ich bereits im Text verwähnt. - Du hast Recht: Veganer können bei Kuchen mit wenigen Eiern diese einfach weglassen und dafür etwas Flüssigkeit hinzufügen. Das klappt, wie man mir versichert hat, ganz gut.

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