Donnerstag, 5. Dezember 2019

Schweizer Kässchnitte

Die Schweizer Kässchnitte habe ich 2001 das erste Mal gegessen und zwar im Schweizerischen Stein/Aargau, das am Rhein genau gegenüber von Bad Säckingen liegt. Da wir nicht wussten, was das Restaurant Rhy (= Rhein) unter einer Kässchnitte versteht, haben wir vorsichtshalber nachgefragt: Was ist denn das genau, eine Kässchnitte? Die Bedienung aus der französischen Schweiz konnte unsere Neugierde nicht befriedigen, denn sie sagte, dass eine Kässchnitte eben eine Kässchnitte sei wie alle Kässchnitten. Aha! Aber ob auf der Schnitte auch Schinken oder Ähnliches zu finden sei, wusste sie nicht. Kühn bestellten wir beiden Vegetarier also eine Kässchnitte. Sie enthielt KEINEN Schinken, hurra. Aber beim Hineinschneiden entströmte der mit Käse überbackenen Brotschnitte ein betörender Duft nach trockenem Weißwein, der sofort stark, aber angenehm in die Nase stieg. Dem Besitzer des Restaurants, einem schon recht alten Mann, sprachen wir unser Lob aus und fragten nach dem Rezept, das er gerne preisgab: die Brotscheiben werden leicht von beiden Seiten geröstet, auf jedes wird 1 Esslöffel Weißwein verteilt. Dann buttern und mit der Käsemasse (geriebener Käse, Ei, Kräuter) belegen. Danach im Backofen bei 180 Grad überbacken bis der Käse geschmolzen und eine goldgelbe Farbe angenommen hat. Wir haben die Käsemasse mit ein paar Würfelchen Räuchertofu verfeinert. Einfach und genial, schmeckt wunderbar. Leider habe ich das Geheimnis des Weingeruchs und -geschmacks nicht lösen können. Meine Kässchnitten schmecken köstlich, aber das Weinaroma ist nicht mehr vorhanden. Das Restaurant gibt es schon viele Jahre nicht mehr, statt dessen ist eine Pizzeria eingezogen.

 Winteressen ... Schweizer Kässchnitte mit Käsemasse goldgelb überbacken ... Foto: Brigitte Stolle

Winteressen ... Schweizer Kässchnitte mit Käsemasse goldgelb überbacken ... Foto: Brigitte Stolle
Fotos: Brigitte Stolle